Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Steinfeld muss fast 5 Millionen Euro in Grundschule investieren

Die Kosten für die Kernsanierung, den Umbau und die Erweiterung der St.-Johannes-Schule sind nochmals deutlich gestiegen. Schuld sind weitere Schadstofffunde, die für spürbaren Mehraufwand sorgten.

Artikel teilen:
Besuch auf der Baustelle: Einen Überblick über die Entwicklungen bei der Sanierung und Erweiterung der St.-Johannes-Schule in Steinfeld geben (von links) Jonas Persicke, Daniel Rolfsen, Manuela Honkomp und Michael Gronemeyer. Foto: Timphaus

Besuch auf der Baustelle: Einen Überblick über die Entwicklungen bei der Sanierung und Erweiterung der St.-Johannes-Schule in Steinfeld geben (von links) Jonas Persicke, Daniel Rolfsen, Manuela Honkomp und Michael Gronemeyer. Foto: Timphaus

Die Gemeinde Steinfeld muss für ihr Bauvorhaben an der St.-Johannes-Schule noch weitaus tiefer in die Kasse greifen als bisher bekannt. Wie Bürgermeisterin Manuela Honkomp am Donnerstag während eines Pressegesprächs mitteilte, belaufen sich die Gesamtkosten für die Kernsanierung der Grundschule inklusive Umbau und Erweiterung mittlerweile auf 4,936 Millionen Euro. Der Grund: Während der Arbeiten waren weitere Schadstoffe in der 1975 errichteten Bildungsstätte entdeckt worden.

Der daraus resultierende Mehraufwand hat sich auch auf den Zeitplan ausgewirkt. Laut Bauamtsleiter Michael Gronemeyer, der gemeinsam mit Daniel Rolfsen und Jonas Persicke vom Ingenieurbüro Rolfsen über die Baufortschritte informierte, ist jetzt mit einer Fertigstellung im Februar 2022 zu rechnen. Gronemeyer sagte: "Dafür haben wir dann ein technisch komplett neues Gebäude." Und: "Nach Aussage des Gutachters ist die Schule nun schadstofffrei."

Laut seiner Aussage hänge die Verzögerung auch damit zusammen, dass Aufträge wie der Fensterbau teilweise zum 3. Mal ausgeschrieben werden mussten. "Wir telefonieren hinter jedem Gewerk hinterher." Die Auftragsbücher der Handwerker seien voll. Persicke sagte: "Das ist nicht nur bei Projekten der öffentlichen Hand der Fall."

Kabelsalat: Die Gebäudetechnik an der St.-Johannes-Schule war veraltet und muss ersetzt werden. Foto: TimphausKabelsalat: Die Gebäudetechnik an der St.-Johannes-Schule war veraltet und muss ersetzt werden. Foto: Timphaus

Ein Rückblick: Im Sommer 2019 starteten der Umbau und die Erweiterung der Grundschule – unter anderem entsteht eine Mensa mit 110 Plätzen. Damals lag die Kalkulation der Planungsgemeinschaft Langfermann & Partner Architekten aus Lohne und Ingenieurbüro Rolfsen aus Steinfeld, die aus dem Jahr 2018 stammte, bei 2,15 Millionen Euro. Nach Schadstofffunden in mehreren Gebäudeteilen und der politischen Entscheidung, eine vollständige Sanierung der Grundschule durchzuführen, stieg die Schätzung im Juli des vergangenen Jahres dann auf 3,45 Millionen Euro an.

Honkomp führte aus, dass der Verwaltungsausschuss in seiner Sitzung am Montag informiert wurde und die erneute Kostensteigerung bereits abgesegnet hat. "Alle haben nochmals bekräftigt, dass sie hinter der großen Lösung stehen."

Schadstoffsanierung allein kostete 1,13 Millionen Euro

Im Detail gliedert sich der Preisanstieg bei dem Bauvorhaben wie folgt auf: Für die im April abgeschlossene Schadstoffsanierung werden allein 1,128 Millionen Euro fällig. Der durch die Rückbauarbeiten entstandene Mehraufwand schlägt mit 565.250 Euro zu Buche. Weitere 120.190 Euro zusätzlich laufen beim Brandschutz auf. 

Die Baupreiserhöhung um circa 9,3 Prozent von 2018 zu 2021, eine zusätzliche Einblasdämmung als energetische Maßnahme sowie weitere Teilaspekte kosten die Gemeinde zusammen 842.520 Euro. Hinzu kommen noch die unvorhergesehene Wiederherstellung der Standsicherheit des Verblenders (11.900 Euro), Mehraufwand beim Flachdach (78.540 Euro) und der aktuelle Anstieg bei den Holzpreisen (39.270 Euro). 

Laut Persicke war vom Gutachter schon vor der eigentlichen Schadstoffsanierung ein Kataster aufgestellt worden. "Während der Arbeiten wurden dann aber weitere Schadstoffe entdeckt, teilweise an bis dato nicht zugänglichen Stellen." Gronemeyer ergänzte: "In diesem Umfang hatten wir das so nicht erwartet."

Ein Preistreiber: Auch beim Flachdach muss etwas gemacht werden. Foto: TimphausEin Preistreiber: Auch beim Flachdach muss etwas gemacht werden. Foto: Timphaus

Wenn man so viel anpacken musste – wäre da nicht ein Abriss und Neubau der Schule die bessere, weil günstigere Lösung gewesen? Gronemeyer verneinte dies entschieden. "Die Schadstoffsanierung hätten wir in jedem Fall machen müssen. Der Ablauf wäre dann wie folgt gewesen: Rückbau zum Rohbau, dann Abriss." Honkomp sagte: "Wir müssen doch nur auf Projekte in anderen Städten und Gemeinden schauen, um zu wissen: Ein Neubau der Grundschule wäre noch deutlich teurer geworden." Jetzt habe man Planungssicherheit für die kommenden Jahre.

Der Kostensteigerung zum Trotz gibt es auch gute Nachrichten: Der Gemeinde ist es gelungen, durch ein klimafreundliches Beleuchtungssystem vom Projektträger Jülich eine Förderung von 56.824 Euro zu erhalten. Außerdem sei man im Rathaus zuversichtlich, so Honkomp, für den Ausbau das Ganztagsangebots weitere Gelder vom Land zu erhalten. Und schließlich ist da noch die finanzielle Beteiligung durch die Kreisschulbaukasse: "Da müssen wir jetzt noch nachbessern", sagte Gronemeyer.

Sie wollen nichts verpassen, worüber das Oldenburger Münsterland spricht? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter „Moin, OM!“. Er fasst für Sie das Wichtigste für den Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Start in den Tag.  Hier geht es zur Anmeldung 

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Steinfeld muss fast 5 Millionen Euro in Grundschule investieren - OM online