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Steigende Corona-Zahlen gefährden Lockerungen in Niedersachsen

Zwischen Harz und Nordsee stecken sich wieder mehr Menschen mit dem Coronavirus an. Ist das die dritte Welle? Die Kommunen impfen dagegen an.

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Mehr testen: Auch das gehört zur Strategie der Landesregierung. Foto: dpa/Büttner

Mehr testen: Auch das gehört zur Strategie der Landesregierung. Foto: dpa/Büttner

Die Corona-Infektionslage in Niedersachsen hat sich erneut verschärft und macht in vielen Regionen des Landes Hoffnungen auf Lockerungen zunichte. Am Sonntag meldete das Landesgesundheitsministerium 1111 neue Fälle im Vergleich zum Vortag. Die Sieben-Tages-Inzidenz im Landesdurchschnitt stieg auf 76,8 - so viele Menschen steckten sich innerhalb einer Woche pro 100.000 Einwohner an. Vor einer Woche hatte dieser Wert noch bei 65,1 gelegen.

Neun niedersächsische Kommunen hatten am Sonntag eine Inzidenz über 100: Bleibt das Infektionsgeschehen drei Tage hintereinander auf diesem Niveau, dürfen in der jeweiligen Region Kitas nicht öffnen und keine weitere Klassen an die Schulen zurückkehren. Zudem ist nicht einmal Shoppen mit Termin möglich. Das trifft auch das Oldenburger Münsterland.

"Natürlich bereitet es mir Sorge, wenn die Infektionszahlen steigen und nicht fallen", sagte Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens am Sonntag. "Genau deswegen haben wir unsere maßvollen Lockerungsschritte in der neuen Corona-Verordnung an die Sieben-Tages-Inzidenz gekoppelt" Das Virus zurückzudrängen, gelinge nur, "wenn sich alle an die Regeln halten, Testangebote in Anspruch nehmen und die Schutzimpfungen weiter gut vorankommen", betonte die SPD-Politikerin.

Erst Drive-In-Impfungen

In vielen der 37 Landkreise und 8 kreisfreien Städte zwischen Harz und Nordsee wird auch am Wochenende geimpft. In Bremervörde (Landkreis Rotenburg) erhielten am Samstag knapp 480 Seniorinnen und Senioren in einem Drive-In-Impfzentrum die schützende Spritze. "Es hat sehr gut geklappt. Alle waren sehr zufrieden", sagte Landkreissprecherin Christine Huchzermeier. Die Impfung im Auto sei schneller zu bewältigen als in geschlossenen Räumen. Laut Ministerium erfolgten am Samstag landesweit 17 000 Impfungen, die beiden Tage zuvor waren es jeweils mehr als 30.000. Im Ländervergleich ist Niedersachsen allerdings immer noch relativ langsam beim Impfen.

An diesem Montag beginnt offiziell die Terminvergabe für die Prioritätsgruppe zwei: Dies sind Menschen im Alter über 70 Jahren, Menschen mit bestimmten Krankheiten, aber auch Erzieherinnen oder Grundschullehrkräfte. Diese werden der Ministeriumssprecherin zufolge teilweise auch von mobilen Teams zum Beispiel direkt in Schulen geimpft. Im Landkreis Vechta wurden bereits am Wochenende Erzieher, Grundschullehrer und Risikopatienten unter 80 Jahren geimpft.

Keine weitere Öffnung in Hochinzidenzkommunen - auch nicht für Förderschulen

Zudem kehren an diesem Montag die Klassen 5 bis 7 sowie der 12. Jahrgang und einige Förderschüler in den Wechselunterricht zurück. Das heißt, dass jeweils die Hälfte einer Klasse in der Schule unterrichtet werden darf. Allerdings bleibt es in den so genannten Hochinzidenzkommunen beim Lernen zuhause. Betroffen sind die Landkreise Cloppenburg, Leer, Peine, Vechta und Wesermarsch, die Region Hannover sowie die Städte Osnabrück und Salzgitter. Der Landkreis Emsland überschritt am Sonntag zum ersten Mal die Marke 100. In der Region Hannover, die knapp 1,2 Millionen Einwohner hat, kletterte der Wert auf 120,4. Die höchste Inzidenz hatte Salzgitter mit 182,2.

In Salzgitter musste die Polizei eine Verlobungsfeier auflösen. Die Beamten entdeckten nach Polizeiangaben am Samstag 43 Gäste aus verschiedenen Haushalten in einer Wohnung. Am Wochenende wurden die Beamten vielerorts im Land wegen Partys und damit Verstößen gegen die Corona-Verordnung alarmiert. In den Hotspots dürfen sich Haushalte nur mit einer weiteren Person treffen. In der City von Hannover wurden am Samstag zwei Schuhgeschäfte von der Polizei geschlossen, weil Kunden in den Geschäften waren. Die Betreiber müssten mit Bußgeldern rechnen, hieß es von der Polizei.

Auch immer wieder neue Todesfälle

Die Zahl der mit dem Virus gestorbenen Menschen stieg am Sonntag landesweit um 7 auf insgesamt 4595. Seit Beginn der Pandemie gab es in Niedersachsen 176 .34 Corona-Fälle - nach Hochrechnungen gelten 90,2 Prozent davon als genesen.

Die Stadt Bremen verzeichnete am Sonntag 39 neue Corona-Fälle und eine Sieben-Tages-Inzidenz von 65,7. In Bremerhaven waren es 27 Neuinfektionen - die Inzidenz lag damit bei 118,8.

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