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Stefan Kühling will den Heimatverein lebendig und vielseitig machen

Der 49-Jährige übernimmt nach Ferdinand Cloppenburg die Vereinsführung des Heimatvereins Friesoythe. Von "alt und verstaubt" soll bald keine Rede mehr sein.

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Die Stadt und ihre Geschichte fasziniert ihn: Stefan Kühling vor dem Bronze-Relief in der Stadtmitte, das die Stadt im 15. Jahrhundert zeigt. Foto: Wimberg

Die Stadt und ihre Geschichte fasziniert ihn: Stefan Kühling vor dem Bronze-Relief in der Stadtmitte, das die Stadt im 15. Jahrhundert zeigt. Foto: Wimberg

Stefan Kühling überlegt kurz und schmunzelt: "Dann wäre ich 96", hat er ausgerechnet, wenn er ebenso lange Vorsitzender bliebe, wie sein Vorgänger. Ferdinand Cloppenburg (91) führte den Friesoyther Heimatverein 47 Jahre lang und gab ihn im Juli an seinen Nachfolger (49) ab. Und der plant zwar nicht für eine Epoche, aber über eine Wiederwahl hinaus.

Geschichte fasziniert und begeistert ihn, "die Heimatgeschichte sowieso" sagt er. Schließlich habe Friesoythe viel zu erzählen. „Dass die Vergangenheit immer wieder spannend und unterhaltsam die Gegenwart bestimmt, dafür sorgt der Geschichtslehrer an der Heinrich-von-Oytha Oberschule (HvO) seit 2020 nicht zuletzt auf seiner Facebook-Plattform "Friesoythe historisch", auf der er vorwiegend über Fotos aus den unterschiedlichsten Jahrzehnten einen regen und unterhaltsamen Austausch mit mittlerweile 2210 Nutzern aus aller Welt pflegt. Davon soll nun auch der Heimatverein profitieren, dessen eigener digitaler Auftritt verlinkt wird. "Und dadurch haben wir innerhalb von 4 Wochen schon 230 Follower registriert und auch den einen oder anderen, der bei uns Mitglied werden möchte", freut sich der Vereinschef.

Heimatfreunde präsentieren sich mit neuem Stadttor-Logo

Neben den sozialen Medien präsentieren sich die Heimatfreunde mit neuem Stadttor-Logo auf ihrer neuen Homepage und kooperieren dabei mit dem Heimatbund Oldenburger Münsterland. "Wir wollen natürlich auf verschiedenen Kanälen und über Aktionen auf uns aufmerksam machen", betonte Kühling. Von "alt und verstaubt" soll keine Rede sein, sondern vielmehr von "lebendig und vielseitig".

Die erste Veranstaltung unter seiner Federführung findet am Freitag (11. November) ab 19 Uhr im Kulturzentrum "Alte Wassermühle" statt, wo Kulturwissenschaftler Alexander Reuter über den "Seher von Friesoythe" referiert.

Eine weitere Aktion ist "Pfand gehört daneben". Sie zählt zu einer solidarischen Idee, die der Vorsitzende mit seinen Vorstandskollegen sowie dem Handels- und Gewerbeverein (HGV) umsetzen möchte. So sollen Edelstahlbehälter an die Abfalleimer in der Stadt montiert werden, damit Flaschensammler nicht in die Tonnen greifen müssen.

"Von 'alt und verstaubt' soll keine Rede sein, sondern vielmehr von 'lebendig und vielseitig.'"Stefan Kühling, Vorsitzender des Heimatvereins Friesoythe

Da sich der Heimatverein untergeordnet auch das Thema Umweltschutz auf die Fahnen geschrieben hat, soll die Gestaltung des Stadtparks hin und wieder eine Rolle spielen. Aktuell wird über einen Tierlehrpfad in Kooperation mit Hegering, BUND und Stadtverwaltung nachgedacht. Ein Gedenkstein, der an das Ende des Zweiten Weltkrieges erinnert und im Zuge der Bauarbeiten an der alten Amtsrichtervilla (früheres Polizeigebäude) quasi wieder aufgetaucht ist, könnte vor die Friedensglocke umziehen und dort einen angemessenen Standort finden, so Kühling, der als abgeordneter Lehrer einmal pro Woche Schüler durch die Esterweger Gedenkstätte führt und mit ihnen über das Leben und das Leid in den insgesamt 15 Emslandlagern während der NS-Zeit spricht.

Und das Friesoyther Stadttor nicht mehr nur auf Bildern oder als Modell zu sehen: für den Geschichtsexperten eine reizvolle Vorstellung "und ich glaube, für viele Friesoyther auch". Ginge es nach ihm, würde er die "Langenpforte" dann an attraktiver Stelle erlebbar machen und in den Etagen ein Museum, ein Trauzimmer oder (Ferien)-Wohnraum einrichten. "Verrückte Ideen" gebe es reichlich, "und wer weiß, ob und wie es vielleicht noch mal ein Wiedersehen mit unserem Wahrzeichen gibt".

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