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Statt Corona gibt es jetzt wieder Kontra

5 Seniorinnen lassen nach ihrer vollständigen Impfung ihre Doppelkopf-Runde wieder aufleben. Dabei geht es ihnen nicht um Rekorde, sie wollen Spaß haben.

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<strong>Lange Spielerfahrung: </strong>(von links) Rosa Kettmann, Anna Krogmann, Fini Lüken, Lore Rauer und Hedwig Rolfes, zusammen 434 Jahre, treffen sich wöchentlich zum Doppelkopf. Foto: Looschen

Lange Spielerfahrung: (von links) Rosa Kettmann, Anna Krogmann, Fini Lüken, Lore Rauer und Hedwig Rolfes, zusammen 434 Jahre, treffen sich wöchentlich zum Doppelkopf. Foto: Looschen

Der Lockdown ist zu Ende für Rosa Kettmann (84), Fini Lüken (78), Anna Krogmann (93), Lore Rauer (83) und Hedwig Rolfes (95). Alle 5 sind zweimal geimpft, da gelten andere Kontaktbeschränkungen. Und jetzt wird wieder Doppelkopf gekloppt, wie früher, immer montags. Mit ihren gesamt 434 Jahren sind die Damen vielleicht ein Fall für das Guinnessbuch der Rekorde. Um Rekorde geht es den 5 Frauen schon lange nicht mehr. Sie wollen Spaß haben.

Jeden Montag 2 bis 3 Stunden heißt es Re, Kontra, Damen- und Bubensolo. Körperliche Gebrechen können sie nicht abhalten, denn im Kopf sind sie fit. Sie spielen gut, sind Meisterinnen im Doppelkopf, aber nicht leichtsinnig. Eine 90er-Ansage oder sogar noch mehr, das machen sie nicht. Gewinne und Verluste bleiben so überschaubar. Der Einsatz beträgt 5 Cent pro Punkt, da ist dann bei 30 oder 35 Cent Schluss.

150 Minuten Doppelkopf mit nur einer Pause

"Ich habe immer 5 Euro in meinem Portemonnaie“, sagt Anna Krogmann. Wenn das Geld verspielt sein sollte, wird aufgefüllt. Andere bringen exakt 3 Euro mit, denn alle wollen wissen, wie hoch der Gewinn oder Verlust ist. Ehe es wieder nach Hause geht, wird gezählt - nach 150 Minuten Nonstop-Doppelkopf, unterbrochen nur von einer kleinen Pause.

Dann gibt es einen Joghurt. Kaffee und Kuchen gibt's nur zum Geburtstag. Das ist wieder der Fall, wenn es zu Hedwig Rolfes nach Hause geht, der Ältesten in der Runde, die vor 3 Monaten mitten im Lockdown 95 Jahre alt wurde.

In verschiedenen Zusammensetzungen trifft sich die Gruppe seit über 40 Jahren

Seit wann sich die Runde trifft, ist schwer zu beantworten, zumal es im Laufe der Zeit immer verschiedene Zusammensetzungen gab. Anna Krogmann spielt am längsten. "Es sind sicher über 40 Jahre“, sagt sie, „vielleicht auch länger“.

In der oben genannten Zusammensetzung trifft man sich schon über 10 Jahre. Zunächst waren sie 6. Eine Spielerin musste ausscheiden, die Gesundheit verhinderte das Mitspielen.

Jetzt also noch 5. "Das hat den Vorteil, dass wir immer wissen, wer geben muss“, gewinnt Lore Rauer der Situation Gutes ab, denn wer gibt, der sitzt. Das mit dem Kartengeben ist also sicher geklärt. Manchmal wird es schwierig, wenn die 5 Damen während des Spiels ein interessantes Thema für ein Gespräch finden und das Spiel für längere Zeit unterbrechen (müssen). Dann überlegt man gemeinsam, wer als Nächste ausspielen muss.

Das Kartenspiel-Treffen habe allen gefehlt

"Das Treffen und das Kartenspielen haben schon sehr gefehlt. Umso größer ist die Freude, dass es jetzt wieder losgehen kann“, freut sich Fini Lüken, mit immerhin 78 Jahren die Jüngste in der Runde. Statt Lockdown, Inzidenz und Covid 19 jetzt also wieder Re und Contra. "Es sind immer sehr schöne Nachmittage“, sagt Rosa Kettmann. Die Nachmittage haben allen gefehlt.

Zwar haben sich die 5 im Sommer letzten Jahres noch einige Male getroffen. Aber sonst mussten sie über 1 Jahr auf ihr Hobby und auf das Treffen verzichten. Denn bei allem Ernst fürs Kartenspiel – für einen Klönschnack muss immer Zeit sein.

Da bleibt nur der Wunsch für die Damen, dass sie ihrem Hobby noch lange frönen können. Vielleicht reicht es dann irgendwann doch noch für das Buch der Rekorde.

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