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Starke Stimmen werben für Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

Anlässlich des europäischen Protesttages präsentiert der Caritas-Verein eine Ausstellung, die durch die Verwaltungsgebäude in den 13 Städten und Gemeinden wandert. Der Auftakt findet in Lastrup statt.

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Wirkungsvoll: Starke Stimmen, die für Respekt und Akzeptanz werben. Fotos: Simone Ahlers

Wirkungsvoll: Starke Stimmen, die für Respekt und Akzeptanz werben. Fotos: Simone Ahlers

Inklusion bedeutet für Michaela (49) aus Friesoythe „mehr Angebote von Bildungsträgern, um Lesen und Schreiben besser zu lernen.“ Für Ralf (56) aus Löningen bedeutet sie „nicht für, sondern mit Menschen mit Behinderung städtebaulich zu planen". „Dass jeder Mensch dazugehört, so wie er ist“, definiert Tobias (27) den Begriff. Für Anastasia und Ludmilla (36) ist das Ziel erreicht, wenn sie „in jedem Fachgeschäft genauso wie jeder andere Kunde beraten und behandelt werden“.

„Deine Stimme für Inklusion – mach mit“, lautet das offizielle Motto anlässlich des europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Beim Caritas-Verein Altenoythe sind es insgesamt 33 starke Stimmen, die Gehör finden, erinnern und appellieren sollen. In Pandemiezeiten nicht beim traditionellen „Tag der Begegnung“, sondern durch eine Fotopräsentation.

Menschen mit Beeinträchtigungen unterschiedlichen Alters und in unterschiedlichen Lebenssituationen sollten mitteilen, was Inklusion für sie bedeutet, welche Bedürfnisse sie haben und welche Verbesserungen geschaffen werden müssten. „Sie zu finden war überhaupt kein Problem und es hat uns überrascht, wie viele unterschiedliche Ansätze und Aspekte es gab“, freut sich Caritas-Seelsorgerin Irene Block über ein „spannendes Projekt“, das sie mit Kollegin Nina Hobbie, zuständig für Marketing und Kommunikation, organisierte.

Inklusiv denken und Barrieren abbauen

Die 33 Stimmen, die mit ebenso vielen großformatigen Porträts in Szene gesetzt sind, gehen nun als Ausstellung auf Wanderschaft und verwandeln in den 13 Städten und Gemeinden alle Rathäuser sowie das Kreishaus zu „Museen des Monats“. Zum Auftakt im Juni 2021 kann man sich in Lastrup ein Bild machen, zum Abschluss im Juni 2022 in Molbergen. Immer „inklusiv denken“ und immer wieder auf Akzeptanz, Respekt und die Teilhabe von Menschen mit Behinderung aufmerksam machen, gehöre zu den großen Aufgaben des Caritas-Vereins. „Für uns ein ganz wichtiges Thema“, betont Vorstand Andreas Wieborg und zitiert auch die UN-Behindertenrechtskonvention, in der die Rechte vor über zehn Jahren vertraglich fixiert wurden.

Heute noch existierende Barrieren durch die Schaffung von Grundlagen zu begegnen, „damit sie morgen gar nicht mehr entstehen können“, müsse ein gesamtgesellschaftliches Bestreben sein. Dass vermeintlich Selbstverständliches noch längst nicht zum Alltag gehöre, weiß auch Irene Block. „Wir nehmen die Aussagen und Impulse sehr ernst und wollen auch weiterhin alle Möglichkeiten nutzen, eine noch bestehende öffentliche Haltung zu verändern, damit solche Aktionen wie diese in 30 Jahren nicht mehr notwendig sind.“

  • Info: Die Wanderausstellung des Caritas-Vereins, die von der Aktion Mensch unterstützt wird, ist auch online abrufbar. Fotos, Zitate und tiefer gehende Gedanken aller Beteiligten können unter meinestimmefürinklusion.de angesehen werden.

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