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Stadtradeln im OM: Wir machen mit!

Auf die Räder, fertig, los: Am 1. Mai ist das Stadtradeln gestartet. So viele Alltagswege wie möglich sollen dabei mit dem Drahtesel erledigt werden. OM-Online ist dabei!

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Symbolfoto:  dpa

Symbolfoto:  dpa

Das Auto bleibt im Carport. Das Fahrrad ist ab sofort die erste Wahl, wenn es zum Termin geht. Ob das auch auf dem platten Land funktioniert, wo das Auto mangels ÖPNV alternativlos scheint? Vier unserer Reporter –  Normann Berg, Matthias Niehues, Heiner Stix und Thomas Vorwerk – werden das für uns testen. Wir sind gespannt.

Als Beitrag zur weltgrößten Fahrradkampagne "Stadtradeln" werden die Vier – mit zeitversetztem Start – eine Woche radeln, was der Terminkalender hergibt. Wie es ihnen dabei ergeht, werden sie für uns aufschreiben. Fortsetzung folgt also.


Der Ehrgeiz ist geweckt

21. Mai: 7500 Kilometer fahre ich in guten Jahren mit dem E-Bike. Zu Beginn des Stadtradelns hatte ich mir überlegt, ob ich in einem normalen Monat - also ohne Fahrradurlaub - es wohl auf 1000 Kilometer schaffen kann. Der Wettbewerb bringt auf jeden Fall Motivation mit und wenn ich mich ein bisschen anstrenge, ist mein Ziel durchaus noch zu erreichen. Kollegin Anne war die vergangenen 21 Tage meine Sparringspartnerin. Jeden Tag fährt sie mit dem Rad zur Arbeit und die eine oder andere Radtour kommt zu den normalen Einkaufsfahrten bei ihr hinzu.

In der 11-köpfigen Cloppenburger OM-Medien-Gruppe war es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen uns mit mehrfachen Positionswechseln. Am Freitag trennten uns nach über 500 Kilometern gerade einmal 100 Meter voneinander. Was bringt der Samstag? Ein Termin in Garrel und zurück über die Redaktion in Cloppenburg in einem weiten Bogen nach Emstek. 63 Kilometer - reicht das? Eigentlich wollte ich zum Pokalfinale gemütlich auf dem Sofa sitzen, um dann festzustellen, dass ich meine Tasche in der Redaktion gelassen habe. Also noch einmal aufs E-Bike in Richtung Kreisstadt. Mit Gegenwind und bei nur noch geringer Restreichweite. Eine Stunde später bin ich wieder zu Hause und trage 83,8 Kilometer ein. Der Glückwunsch von Anne kommt postwendend. Rund 50 Kilometer hat sie am Samstag noch gestrampelt. Die nächsten 10 Tage bin ich mein eigener Gegner, um die 1000 Mai-Kilometer voll zu machen. (Thomas Vorwerk)


Autos und Fahrräder passen nicht zusammen

11. Mai: Ich möchte bestimmt nicht der nörgelnde Kollege in dieser Runde sein, aber Autos und Fahrräder, das passt einfach nicht zusammen. Der Weg nach Molbergen führt mich durch die erste Cloppenburger Fahrradstraße, nicht nur, dass mich der Fahrer des roten Kleinwagens mit gefühlt 10 Zentimetern Abstand überholt, er hat dort auch gar nichts verloren, da er die Kirchhofstraße verbotswidrig als Abkürzung zur Molberger Straße nutzt.

Unsanft ausgebremst: Der abrupte Kurswechsel hat seine Spuren hinterlassen. Foto: Thomas VorwerkUnsanft ausgebremst: Der abrupte Kurswechsel hat seine Spuren hinterlassen. Foto: Thomas Vorwerk

Das Ziel schon vor Augen, gibt es für mich die zweite Begegnung der ungewollten Art. Ein weißes Auto fährt in Molbergen vom LIDL-Parkplatz und der Fahrer schaut erst gar nicht in meine Richtung. Ich bin auf dem kombinierten Geh- und Radweg unterwegs, als der Wagen genau auf meiner Spur doch noch abgebremst wird. Beim Ausweichen auf dem feuchten Klinkerpflaster beginnt der Reifen zu rutschen und das E-Bike ist nicht mehr voll abzufangen. Die Hecke nimmt den letzten Schwung und ich pralle mit dem rechten Fuß irgendwo gegen Pedal, Kurbel oder Rahmen.

Immerhin bleibt der Fahrer stehen und sein Beifahrer fragt, ob alles in Ordnung sei. Meiner ungewöhnlich gemäßigte Bitte, doch besser aufzupassen, wurde damit entgegnet, dass es doch gar keine Kontakt gegeben habe. Einer Argumentation, der ich so nicht folgen will, aber was sind die Worte eines Einzelnen gegen die Meinung von zwei Andersdenkenden? Später erfahre ich, dass es genau an dieser Stelle häufiger zu ähnlich brenzligen Situationen gekommen ist.

Radfahrer gehören innerorts auf die Straße – das ist meine feste Überzeugung. Wenn aber explizit der Radweg ausgewiesen ist, muss er auch benutzt werden. Dass diese Regelung Schwächen hat, habe ich schmerzhaft erfahren müssen, aber wie sagte schon der "Schwarze Ritter": Es ist nur eine Fleischwunde. (Thomas Vorwerk)


Es lebe die Wetter-App

11. Mai: Es war ja zu erwarten: Irgendwann im Laufe des Stadtradelns muss es ja auch mal regnen. Schon der Natur wegen, außerdem sagt mir das schon die Erfahrung: Wann immer ich länger mit dem Rad unterwegs bin, regnet es zwischendrin. Das war sogar in Portugal so.

Deshalb wanderte mein Blick gestern den ganzen Tag immer wieder auf die 3 Wetter-Apps in meinem Handy. Für abends war ein Termin in Kamperfehn, dem nordwestlichen Ende der Stadt Friesoythe, vorgesehen. Und vom frühen Nachmittag an stand zu befürchten, dass es genau während meiner Fahrzeiten regnen würde. Das hat sich dann im Laufe des Tages immer weiter ausdifferenziert. Eine App versprach eine Regenwahrscheinlichkeit von nahe 100 Prozent, eine andere von 0 Prozent und die 3. lag mit 40 Prozent dazwischen.

Ich also Regenjacke eingepackt und losgeradelt. Und was soll ich sagen: Es regnete. Allerdings nur während der Veranstaltung im Fehnhus Kamperfehn. Hin- und Rückfahrt waren von zwei, drei Tropfen abgesehen trocken. Lustigerweise hat ausgerechnet die App, die sonst am unzuverlässigsten ist, diesmal ins Schwarze getroffen, während mein Favorit komplett daneben lag.

Nicht mehr namenlos: Die Brücke über den Küstenkanal bei Schwaneburgermoor ist jetzt offiziell nach ihrem Standort benannt. Foto: StixNicht mehr namenlos: Die Brücke über den Küstenkanal bei Schwaneburgermoor ist jetzt offiziell nach ihrem Standort benannt. Foto: Stix

Streckentechnisch waren Google Maps und ich uns diesmal einig – was sicher auch daran liegt, dass man den Küstenkanal überqueren muss, die Zahl der möglichen Strecken also auf zwei reduziert ist. Sie haben beide ihren Reiz. Über Kampe geht es Richtung Kamperfehn jenseits des Küstenkanals ein gutes Stück am Elisabethfehn-Kanal entlang, und das hat einfach was. Ich habe mich für die Fahrt über die Kanalbrücke Schwaneburgermoor – die auf Anregung der Dorfgemeinschaft seit kurzem offiziell so heißt und ein eigenes Schild hat – entschieden. Da liegt der Reiz in dem quasi autofreien Stück über die Straße Am Alten Friesoyther Kanal und die Birkenstraße. Kann man auch schön als kleinen Rundkurs fahren. Eine knappe Stunde mit dem E-Bike und der Kopf ist wieder frei.


Pferde, Katzen, aber kaum Autos

10. Mai: Das Kilometervolumen der Kollegen Berg und Vorwerk werde ich unter Garantie nicht mehr schaffen. Und daran ist nicht nur mein kurzer Arbeitsweg schuld, befürchte ich. Aber immerhin, gestern habe ich durch einen Termin in Markhausen 23 Kilometer gesammelt. Und mich hinterher gefragt, warum ich das Rad nicht schon viel früher für solche Termine eingesetzt habe.

Wichtig ist allerdings, habe ich festgestellt, eine gewisse Ortskenntnis. Aus reiner Neugier hatte ich vorab mal bei Google Maps geschaut, was mir der Kartendienst als Route vorschlagen würde. Beide Empfehlungen waren vollkommen untauglich. Die eine führte auf dem Radweg entlang der dann doch gut befahrenen Landstraße, die andere zwar immerhin über kleinere Straßen, aber auf einem absolut unsinnigen Umweg.

Idylle pur: Die Strecke von Friesoythe nach Markhausen führt durch eine wunderbar entspannte Gegend, deren Ruhe auf Mensch und Tier abfärbt. Foto: StixIdylle pur: Die Strecke von Friesoythe nach Markhausen führt durch eine wunderbar entspannte Gegend, deren Ruhe auf Mensch und Tier abfärbt. Foto: Stix

Die – auch kürzeste – Route der Wahl führt über den Pehmertanger Weg aus Friesoythe raus und dann über die Pehmertanger Straße immer geradeaus. Straßen und Radweg sind zumeist in gutem Zustand, die Landschaft idyllisch und die Strecke frei von Autos. Auf dem Weg nach Markhausen haben mich nach der Stadtgrenze ganze 3 Autos überholt, 5 kamen mir entgegen. Auf dem Rückweg habe ich insgesamt nur 5 Autos getroffen, aber 11 Radler und rund ein Dutzend Pferde. Plus eine Katze, die mitten auf der Straße ein Sonnenbad genommen hat. Das Beweisfoto muss ich leider schuldig bleiben, das Tier erwies sich als ausgesprochen kamerascheu.


Es lebe das platte Land

9. Mai: Jetzt muss ich zunächst einmal etwas beichten: Am Wochenende waren wir mit dem Auto unterwegs. Es ging nicht anders. Nach Leverkusen und Bonn ist es einfach ziemlich weit. Zu weit, um Hin- und Rückwege sowie Geburtstagsfeier und Verwandtschaftsbesuche an 2 Tagen mit dem Rad zu erledigen.

Eine radtechnische Erkenntnis habe ich allerdings dennoch gewonnen: Es lebe das platte Land. Zum einen eben, weil es platt ist. Gut, das Bergische Land, an dessen Westrand Leverkusen liegt, ist wirklich schön. Zumindest in der Natur, weniger in der Stadt. Aber es macht halt seinem Namen alle Ehre. Was jetzt auch wieder falsch ist, denn es wurde nicht nach den Bergen dort benannt, sondern nach dem historischen Herzogtum Berg, aber was solls. Hügelig ist es auf jeden Fall. Das muss man als Radler schon mögen.

Gleiches gilt für das Siebengebirge südöstlich von Bonn. Auch da muss man mit dem Begriff Gebirge vorsichtig sein, aber mehr als 7 Hügel sind das allemal. Und die Steigungen sind nicht zu verachten. Mir jedenfalls reicht der Friesoyther Horstberg.

Vor allem aber lernt man als Radfahrer im platten Land den ländlichen Charakter und die Fahrradfreundlichkeit im Oldenburger Münsterland lieben. Kleine Nebenstraßen, überall Radwege, dünn besiedelt – was will man mehr. Mir zumindest, gebürtiges Großstadtkind, hat es sich erneut nicht erschlossen, was daran schön sein soll, sich in der Stadt zwischen gefühlten Trilliarden an Autos mit dem Rad einen Weg zu suchen. Und bis man aus der Stadt irgendwo ist, wo weniger Verkehr und die Luft besser ist, ist man schon mal 20 bis 30 Minuten unterwegs. Zurück gilt dann das Gleiche. Da macht das Radeln hier doch deutlich mehr Spaß. Nur über den Gegenwind müssen wir noch mal reden. (Heiner Stix)


Radeln nach Zahlen: Funktioniert wunderbar

8. Mai: 25, 31, 22, 24, 18, 12: Das sind nicht die Lottozahlen von gestern Abend, sondern Ziffern im sogenannten Knotenpunktsystem, nach denen sich hervorragend Radfahren lässt. Kernpunkt dieses Systems ist, dass jede Stelle, an der sich mehrere  Radwege kreuzen, eine eigene Nummer hat. Entlang dieser Nummern kann man sich - per Karte, App oder einfach auf die Schilder schauend - seine Route ausgucken. Radeln nach Zahlen quasi.

Der Clou: Das Ganze funktioniert auch kreisübergreifend, etwa im Grenzgebiet der Landkreise Oldenburg, Vechta und Cloppenburg, wie sich heute zum Abschluss der ersten Stadtradel-Woche bei sonnigen und fast sommerlichen Wetter bewiesen hat.

Foto: N. BergFoto: N. Berg

Über die Nummern 24 und 95 aus dem Kreis Oldenburg kommend, führte die Route unter anderem weiter entlang der Ziffern 88, 1, 69 und 12 durch den äußersten Nordwesten des Kreises Vechta (Engelmannsbäke, Endel etc.) sowie die Knotenpunkte 63, 52 und 64 bis in die Gemeine Emstek.

Damit zwischenzeitlich kein Zahlensalat entsteht, empfiehlt es sich, die einzelnen Knotenpunkte schon vorher ganz klassisch per Stift auf einem Zettel zu notieren. Funktioniert wunderbar. Und das Smartphone hat mal Sendepause. (Normann Berg)


Und plötzlich ist alles gelb: Mit dem Rad im Raps

7. Mai: Wer mit dem Rad aktuell auf den Nebenstraßen im Oldenburger Münsterland unterwegs ist, fährt plötzlich nicht selten mitten durch eine leuchtend gelbe Landschaft, wie heute hier bei Siedenbögen nahe Visbek (siehe Bild). Grund: Der Raps blüht in voller Pracht. Und zwar in solcher Fülle, dass sich die Frage aufdrängt, ob die Anbaufläche zugenommen hat.

Foto: N. BergFoto: N. Berg

Der Schein trügt offenbar nicht. Nach Auskunft der Landwirtschaftskammer hat die steigende Nachfrage nach Rapsöl als Lebensmittel sowie für die technische Verwendung tatsächlich zu einem deutlichen Anstieg der Aussaatflächen geführt. Schau an, man lernt auch auf dem Rad nie aus. (Normann Berg)


Rechts oder links? Egal!

6. Mai: Ich fahre gerne Fahrrad und deshalb war ich auch einer der Kandidaten für diesen Blog. Eine Woche oder auch zwei auf das Auto zu verzichten, fällt mir prinzipiell nicht schwer, denn auch den Arbeitsweg von Emstek nach Cloppenburg lege ich bis auf vielleicht drei oder vier Tage im Jahr ausschließlich mit dem E-Bike zurück. Der Redaktion steht in der Regel ein Dienstwagen zur Verfügung und zu Terminen nach Emstek und Cappeln zu radeln ist auch keine große Sache. Doch wenn man als Ersatzmann einspringt und einen Einsatz in Garrel hat, abends noch die Ausschussitzung in Cappeln ist und zwischendurch kurz wieder zu Hause vorbei schaut, dann sind am Ende des Tages 63 Kilometer auf dem Tacho zu verzeichnen. Das qualifiziert mich noch nicht für die Cyclassics, aber immerhin habe ich mich in der Cloppenburger OM-Medien-Gruppe des Stadtradelns dank ein paar weiterer Ausflüge auf den vorläufigen 1. Platz geschoben.

Freie Auswahl: In Garrel sind die Gehwege (teilweise) beidseitig für unmotorisierte Zeitgenossen freigegeben. Foto: Thomas VorwerkFreie Auswahl: In Garrel sind die Gehwege (teilweise) beidseitig für unmotorisierte Zeitgenossen freigegeben. Foto: Thomas Vorwerk

Wie passend, dass im Cappelner Fachausschuss das Thema Radweg auf der Tagesordnung stand. So konnte der Weg zur Arbeit auch gleich für das entsprechende Fotomotiv genutzt werden. Die Trasse wurde zu recht diskutiert, denn die Baumwurzeln haben den einen oder anderen Bremsbuckel erzeugt und eine Verbesserung für Radfahrer ist unbedingt erforderlich. Aber nicht nur entlang des Cappelner Damms. Auch in Garrel hat die Ortsdurchfahrt Optimierungs-Potenzial. Man hat die freie Wahl, ob man rechts oder links auf dem kombinierten Geh- und Radweg fahren möchte. Auf der rechten Seite ist aber nach wenigen hundert Metern Schluss und die Querung ist erforderlich. Kommt man aus einer Seitenstraße, dann würde man als gesetzestreuer Biker auf die Landesstraße biegen, weil nicht an jedem Abzweig auf den „Radweg“ hingewiesen wird. Vermutlich wird hier nur eine großzügige Ortsumgehung Spielraum für eine Neugestaltung der Verkehrswege im Zentrum geben. (Thomas Vorwerk)

Von roten Ampeln und zugeparkten Wegen

6. Mai: Leider war die Fahrt nach Vechta am heutigen Morgen trotz des traumhaft schönen Wetters bislang der negative Höhepunkt der ersten Stadtradel-Woche. Ursache waren gleich mehrere Kraftfahrer, die offenbar der Meinung sind, dass die Verkehrswege ausschließlich ihnen gehören.

In Ellenstedt bei der Druckampel nahe der St.-Heinrich-Schule muss der Fahrer eines Kleintransporters trotz Rotlicht noch schnell weiterfahren. Seinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, bremst er wohl grundsätzlich nicht für Radfahrende. Kurz darauf, in Goldenstedt-Bahnhof, biegt ein Traktor-Gespann mit zwei Anhängern nach links ab, ohne sich um den kreuzenden Radverkehr zu scheren. Motto: Weg da, jetzt komme ich.

Kaum ein Durchkommen für alle, die per Fahrrad unterwegs sind, war am Freitagmorgen an dieser Stelle nahe Amerbusch. Foto: BergKaum ein Durchkommen für alle, die per Fahrrad unterwegs sind, war am Freitagmorgen an dieser Stelle nahe Amerbusch. Foto: Berg

Die Krönung des Ganzen kommt kurz vor Amerbusch (siehe Bild): Wie selbstverständlich hat ein Handwerker-Trupp, der in der Nähe arbeitet, seinen Pritschenwagen mitten auf dem Radweg geparkt. Wo sollen die Radfahrerinnen und Radfahrer hin? Auf die stark befahrene Landesstraße? Schönen Dank auch! Letzteres ist unzweifelhaft ironisch gemeint. (Normann Berg)


Landkreis Vechta und Cloppenburg bundesweit top

5. Mai: Seit 5 Tagen läuft das Stadtradeln im Oldenburger Münsterland und mehr als 5250 Südoldenburger haben sich bereits angemeldet, um kräftig in die Pedale zu treten. Folge: Der Landkreis Vechta liegt im bundesweiten Ranking mit 148.555 geradelten Kilometern (Stand: 5. Mai, siehe Tabelle) auf Platz 4, der Landkreis Cloppenburg folgt auf Platz 6 mit 118.024 Kilometern.

Lob für die hohen Teilnehmerzahlen kommt vom Kreisverband Vechta des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC). Allerdings spart die zweite Vorsitzende Birgit Kemper auch nicht mit Kritik. Denn die Aktion richtet sich nicht zuletzt an die Entscheidungsträger in den Kommunen, weil sich mögliche Schwachstellen in der Fahrradinfrastruktur am besten aus der Lenkerperspektive erfahren lassen. Allerdings lässt die Beteiligung der Ratsmitglieder im Landkreis Vechta etwas zu wünschen übrig.

Laut aktuellen Daten des Portals stadtradeln.de (siehe Grafik) haben sich bislang 65 von insgesamt 309 Parlamentarierinnen und Parlamentarier im gesamten Landkreis Vechta (Kreistag, Stadt- und Gemeinderäte) angemeldet. Das entspricht einer Quote von 21 Prozent. Vor Ort sind die Unterschiede den Angaben zufolge aber enorm. Während in den Städten Lohne und Vechta jeweils 36 Prozent der Ratsmitglieder aktiv dabei sind, sind es in den Gemeinden Neuenkirchen-Vörden und Holdorf weniger als 10 Prozent.

„Wir würden uns über eine höhere Beteiligung der Parlamentarier*innen sehr freuen, da die Aktion hierdurch im Landkreis Vechta mehr Gewicht bekommt und damit ein Zeichen für die klimaneutrale Nutzung von Verkehrsmitteln gesetzt wird“, sagt Birgit Kemper dazu. Also liebe Ratsfrauen und Ratsherren, die aktuell noch zögern: Rauf aufs Rad. (Normann Berg)


Mülltonnen auf Radwegen sind Sicherheitsrisiko

4. Mai: In der Gemeinde Goldenstedt war heute Papiermüll-Abfuhr, in der Stadt Vechta war Restmüll dran. Woher ich das weiß? Warum ist das relevant für den Stadtradel-Blog? Weil einige der blauen und schwarzen Tonnen – entleert oder ungeleert – gerne mal auf den Geh- oder Radwegen abgestellt werden (siehe Bild) und dann eben diese Wege versperren.

Deswegen der Appell an alle, die die Abfallbehälter an die Straße stellen oder sie leeren: Bitte stellt die Tonnen so ab, dass sie nicht zum Sicherheitsrisiko werden! Vielen Dank! (Normann Berg)

Das kann schnell gefährlich werden: Mülltonnen auf Radwegen abzustellen ist keine wirklich gute Idee. Foto: BergDas kann schnell gefährlich werden: Mülltonnen auf Radwegen abzustellen ist keine wirklich gute Idee. Foto: Berg

Der Dümmer und dessen Vogelwelt aus Radler-Perspektive

4. Mai: Auto möglichst stehen lassen, Termine mit dem Rad wahrnehmen, lautet mein derzeitiges Motto. Leichter gesagt als getan, wenn man als Redakteur und Fotograf ein Langzeitprojekt am Dümmer angeht. Die Vogelwelt habe ich im Visier. Bodenbrüter, Fisch- und Seeadler will ich themenmäßig angehen. Normalerweise packt man Kamera und Teleobjektiv ins Auto und kommt über die B69 und B51 am schnellsten zu den Vogelgebieten des Dümmer Sees. Mit dem Fahrrad ist das etwas umständlicher, dafür aber umso schöner.

Benötigt wird eine Fototasche, die sich an den Gepäckträger klemmen lässt. Mein E-Bike ist voll aufgeladen, unterstützt mich bis 25 km/h und verspricht eine Reichweite von 145 Kilometern. Das sollte mehr als reichen. Von Vechta aus starte ich über den Pickerweg, der mich durchs Grünenmoor Richtung Brägel und östlich an Lohne vorbei nach Kroge bringt. Dieser ausgeschilderte Radweg ist für Naturverbundene ein absoluter Traum, der meist abseits normaler Straßen entspannt zum Dümmer führt. In Kroge geht es hinter dem Kloster durch ein Waldstück, dann wunderbar übers Land nach Holthausen, wo man als Radler die B214 überquert, um über den angenehm zu befahrenden Moorweg entspannt nach Haverbeck zu radeln.

Eine Dümmerumrundung mit dem Rad ist ein tolles Erlebnis. Foto: M. NiehuesEine Dümmerumrundung mit dem Rad ist ein tolles Erlebnis. Foto: M. Niehues

Dort wartet schon mein Vetter mit einem erfrischenden Alster auf mich. Nach kurzer Pause folge ich der ausgeschilderten Radroute nach Langenteilen Richtung Osterfeiner Moor. Hier kann ich mit großem Abstand die ersten Fischadler beobachten, wie sie auf Strommasten mit ihrer Beute landen, die sie im Dümmer gefangen haben. Am Rande Dümmerlohausens gelingt es mir, einen Adler im Flug mit seinem Fang zu fotografieren. Am Olgahafen angekommen, war ich gerade mal 1,5 Stunden mit dem Rad unterwegs, dank leichtem Rückenwand meist oberhalb der elektrischen Unterstützung. Im Eco-Modus habe ich bis dahin ganze 10 Prozent der Akku-Kapazität des Rades für die 33-Kilometer-Strecke benötigt.

Fischadler mit Beute: Wer genau hinsieht, kann den Raubvogel auf seinen Flügen auf der nordwestlichen Seite des Dümmers beobachten. Nur nähern darf man sich ihm nicht. Er brütet im Naturschutzgebiet.  Foto: M. NiehuesFischadler mit Beute: Wer genau hinsieht, kann den Raubvogel auf seinen Flügen auf der nordwestlichen Seite des Dümmers beobachten. Nur nähern darf man sich ihm nicht. Er brütet im Naturschutzgebiet.  Foto: M. Niehues

Die früh abendliche Sonne taucht den Olgahafen in ein angenehm warmes Licht. Aber es kann nicht über die wenig idyllische Situation des Ortes  hinwegtäuschen. Das geschlossene Restaurant Schomaker sieht trostlos aus. Die Europa, einst das stolze Segelschiff des Hafens, liegt dort ohne Segel - ein trauriges Bild. Nur eine Handvoll Tretboote dümpeln ungenutzt vor sich hin. Schnell weiter rund um den Dümmer Richtung Süden, wo das Ochsenmoor mit den Bodenbrütern wartet. Es ist schon ein Traum, wie man hier beim Radeln über das Schilf auf das Wasser schauen kann. An der Hunte versuchen Angler das Glück, wenig weiter kreisen Seeadler über das Naturschutzgebiet. Und mittendrin laufen Graugänse mit ihrem Nachwuchs durchs Grün, hier und da sind Uferschnepfen zu entdecken. Und wer genau hinsieht, erkennt zwischen den Grashalmen klitzekleine Kiebitzküken. Meine signalgelb leuchtende Radfahrerjacke finden die Bodenbrüter wenig erquickend. Ich muss sie zum Fotografieren ausziehen, um möglichst unerkannt vom flachen Boden aus Aufnahmen machen können. Das Abendlicht macht sich auf den Fotos super.

Die Ostseite des Dümmers bietet traumhafte Sonnenuntergänge. Foto: M. NiehuesDie Ostseite des Dümmers bietet traumhafte Sonnenuntergänge. Foto: M. Niehues

Weiter geht's nach Hüde auf die Ostseite. Der Radweg ist super ausgeschildert. Auf der Terrasse eines Restaurants mit Blick auf den Dümmer gibt es Spargel – in Kombination mit einem Hefeweizen das passende Radlergericht. Kaum bin ich gesättigt, geht schon langsam die Sonne unter. Kalt wird's, schnell die Jacke an und flott über Lembruch Richtung Heimat. Am Dümmer entlang blickt man über das glitzernde Wasser auf die untergehende Sonne – ein absoluter Traum. Wenn nicht plötzlich die radfahrerunfreundlichen Schilder vor dem Marissa-Park aufgestellt wären. An Sams-, Sonn- und Feiertagen darf dort der Weg nicht mehr von Radlern benutzt werden. An allen anderen Tagen haben Fußgänger Vorrang, ist nur Schrittgeschwindigkeit erlaubt. Fahrradfeindlicher geht es kaum, schießt es mir durch den Kopf. Warum nur plant man hier einen gigantischen Ferienpark und denkt nicht gleichzeitig daran, die Infrastruktur für Radler auszubauen? Hier muss schnell nachgebessert werden!

An Lembruch vorbei geht es in Eickhöpen über den wunderbaren Skulpturenpfad nach Diepholz. In der Stadt angekommen sind Radwege grausam schlecht ausgeschildert. Schnell wieder raus und ab auf den Radweg entlang der B69 nach Vechta. Sicher, bei Tageslicht hätte man hier noch einen schöneren Alternativweg durchs Moor befahren können. Weil's aber echt dunkel wird, fährt es sich so sicherer. In Vechta angekommen, genieße ich den neu ausgebauten breiten und bestens beleuchteten Radweg am Tannenweg. Davon dürfte es mehr geben.

Lembruch ist alles andere als fahrradfreundlich. Die Infrastruktur für Radler muss ausgebaut werden. Foto: M. NiehuesLembruch ist alles andere als fahrradfreundlich. Die Infrastruktur für Radler muss ausgebaut werden. Foto: M. Niehues

78 Kilometer war die Tour lang, 3,4 Stunden reine Fahrtzeit habe ich benötigt. Wegen des Gegenwinds auf dem Rückweg habe auf den Tour-Modus des E-Bikes umgeschaltet, um ein klein wenig mehr Unterstützung zu haben. Aber auch nach der Ankunft versprach das Rad noch eine Akku-Reichweite von 65 Kilometern im Eco-Modus.

Insgesamt war die Dümmer-Umrundung mit dem Rad ein tolles Erlebnis mit viel mehr landschaftlichen Erlebnissen, als dies mit dem Auto je möglich wäre. Und ja, mit passendem Equipment lässt sich auch die schwere Fotoausrüstung problemlos transportieren. Wer ein wenig Zeit hat und bei schönem Wetter die Natur erleben möchte, sollte den Dümmer unbedingt mit dem Zweirad erkunden. (Matthias Niehues)


Verkehrsregeln als streng gehütetes Geheimnis

3. Mai: Jetzt muss ich mich dann auch mal einschalten, denn man kann den Kollegen Berg ja nicht alles alleine machen lassen. Auch wenn seine Kilometerleistung in nur 3 Tagen durchaus erstaunlich ist. Da kann ich mit meinem kurzen Arbeitsweg tatsächlich (noch) nicht mithalten. Doch auch auf kurzen Strecken ereignet sich Berichtenswertes. Heute beispielsweise musste ich vor Dienstbeginn noch einen Umweg zu meinem Zahnarzt in Altenoythe machen. Der Weg von dort in die Friesoyther Redaktion führt in Altenoythe und in Friesoythe zum großen Teil über die Straße, denn die Gehwege sind für Radfahrer eigentlich tabu, wie die Verkehrszeichen deutlich machen.

Geheimnis: Bei diesem Verkehrszeichen sollen Radfahrer auf die Straße. Wer auf dem Gehweg bleibt, darf nur Schrittgeschwindigkeit fahren. Foto: StixGeheimnis: Bei diesem Verkehrszeichen sollen Radfahrer auf die Straße. Wer auf dem Gehweg bleibt, darf nur Schrittgeschwindigkeit fahren. Foto: Stix

Sobald das blaue Fußgänger-Zeichen mit dem separaten Zusatz "Fahrräder frei" auftaucht, heißt das nämlich, dass Radfahrer auf der Straße fahren sollen. Nur wer es sich nicht zutraut, darf auf dem Gehweg weiterfahren. Was allerdings kaum jemand weiß. Und auch dass man dort nur in Schrittgeschwindigkeit fahren darf, scheint ein streng gehütetes Geheimnis zu sein. Fußgänger haben zudem immer Vorrang, wegklingeln ist nicht.

Das Problem daran: Vor allem auf der Friesoyther Straße in Altenoythe haben die Autofahrer so ihre liebe Not mit diesen lästigen Zweirädern, die ihnen Platz und/oder Tempo nehmen. 1,5 Meter Abstand zum Radfahrer? Ach, man wäre über 50 Zentimeter schon froh. 50 Stundenkilometer? Jeder Zweite fährt dort – zumindest fühlt es sich für den Radler so an – flotte 70. Und dann muss man sich auch noch mit Hupsignalen und Handzeichen belehren lassen, dass es da doch einen Gehweg gibt, auf dem man besser aufgehoben wäre. Könnte man vielleicht für alle Verkehrsteilnehmer – Radfahrer eingeschlossen – alle 5 Jahre eine verpflichtende Regelkunde zur Auffrischung einführen? (Heiner Stix)


65 Minuten mit dem Rad, 40 Minuten mit dem Auto

3. Mai: Es läuft weiter rund – bezogen auf die zweirädrige Fortbewegung. Das vierrädrige Kraftfahrzeug steht derweil seit Samstag in der Garage und muss sich dort auch noch ein wenig gedulden. In diesem Zusammenhang ist es Zeit für eine ganz simple Rechnung, die allen Mut machen soll, selbst bei längeren Wegen zur Arbeitsstätte das Auto öfter mal stehenzulassen.

65 Minuten (siehe weiter unten in diesem Blog) benötige ich per Rad im Schnitt bis zur Redaktion in Vechta. Mit dem Auto, inklusive Parkplatzsuche und kurzem Fußweg, dauert es 40 Minuten. Heißt: Hin und zurück ist das ein Mehraufwand von gerade einmal 50 Minuten am Tag, der aber durch Bewegung, Ausgeglichenheit und Wohlbefinden mehr als kompensiert wird.

Wie schön: Für Radfahrerinnen und Radfahrer wurde an der Baustelle am Bremer Tor in Vechta ein kleiner Weg (Bildmitte) freigelassen. Foto: BergWie schön: Für Radfahrerinnen und Radfahrer wurde an der Baustelle am Bremer Tor in Vechta ein kleiner Weg (Bildmitte) freigelassen. Foto: Berg

Apropos Ausgeglichenheit: Als Autofahrer würde ich mich aktuell über die Baustelle am Bremer Tor in Vechta ärgern (siehe Bild). Als Radfahrer nicht, denn die Stadt Vechta hat dankenswerterweise einen kleinen Streifen für Fahrräder freigelassen. Hätte es das vor 10 Jahren auch gegeben? Wohl kaum. Vielleicht ist auch das ein Zeichen dafür, dass der attraktive und sichere Radverkehr in immer mehr Köpfen ankommt. (Normann Berg)


Schildernotstand im Landkreis Diepholz

2. Mai: Der zweite Tag des Stadtradelns beginnt etwas gemächlicher. Denn nach dem gestrigen Sonntagsdienst folgt heute ein freier Tag. Das ist aber kein Grund, das Rad stehenzulassen. Im Gegenteil: Bremen heißt das Tagesziel.

Über magisch klingende Bauerschaften wie Wunderburg und Orte, die kleiner sind als sie vorgeben, Groß Ippener und Groß Mackenstedt, führt die Route (siehe Karte). Wer sich dabei an den weiß-grünen Hinweisschildern für Radfahrende orientiert, macht grundsätzlich wenig falsch und kommt flott voran.

Nur im Landkreis Diepholz wird – wie schon mehrfach beobachtet – mit Hinweisschildern gespart. Mist, wieder falsch abgebogen. Aber auch dort gibt es nette Menschen, die weiterhelfen. Highlight unterwegs ist das große Naherholungsgebiet „Park links der Weser“. Natur pur zwischen Flughafen, Huchting und Zentrum: Schön. Nach knapp 40 Kilometern ist die Uferpromenade Schlachte erreicht. Sonnenschein, 18 Grad, Cappuccino: Passt.

Ein spannendes Projekt im Bremer Zentrum: Statt vier Fahrstreifen für Autos gibt es an der Martinistraße aktuell je zwei Spuren für den Kraft- und den Radverkehr. Foto: BergEin spannendes Projekt im Bremer Zentrum: Statt vier Fahrstreifen für Autos gibt es an der Martinistraße aktuell je zwei Spuren für den Kraft- und den Radverkehr. Foto: Berg

Und gleich nebenan läuft ein bundesweit mit Argusaugen beobachtetes Projekt: Über mehrere Monate wurde die Verkehrsführung an der Martinistraße immer wieder geändert. Aktuell fließt der Fahrradverkehr sicher entlang geschützter Radfahrstreifen auf der Straße.

Das bedeutet auch mehr Platz für alle, die zu Fuß unterwegs sind. Für Autos steht allerdings nur noch eine Spur pro Fahrtrichtung zur Verfügung. Bald wird Bilanz gezogen. Die Ergebnisse und vor allem deren Auswirkungen werden mit Spannung erwartet. Zwischenzeitlich mache ich mich mal wieder auf den Heimweg. (Normann Berg)


Warum hat Ellenstedt keinen Schutzstreifen?

1. Mai:  Tag der Arbeit. Was macht man an solch einem Tag? Arbeiten natürlich. Das Ganze lässt sich aber versüßen. Weil das Wetter relativ schön ist, bleibt das Auto daheim. Die Fahrt zur Arbeitsstätte wird mal wieder per Rad zurückgelegt. Weiterer Grund: Der 1. Mai bildet in diesem Jahr gleichzeitig das Auftaktdatum des Stadtradelns im Oldenburger Münsterland. Also rauf aufs Rad. Frische Luft, Bewegung, Sonnenschein, Klima schützen: Mehr geht nicht.

Zur Route: Nach einigen idyllischen Kilometern entlang von Hunte, Pestruper Gräberfeld und Kleinenkneter Steinen wird bei Ellenstedt der Landkreis Vechta erreicht. Im Anschluss führt die Strecke über Goldenstedt-Heide und Amerbusch Richtung Kreisstadt. Okay, wirklich schön ist dieser Abschnitt nicht, herrscht doch auf den nebenliegenden Straßen gemeinhin recht viel Verkehr. Aber dafür sind die Radwege – mit Ausnahme von Ellenstedt-Zentrum und den ersten Metern auf der Oyther Straße in Vechta – recht ordentlich. Und: Dieser Weg ist der schnellste.

Kein Meter ohne Helm: OM-Medien-Reporter Normann Berg ist zum Auftakt des Stadtradelns auf dem Weg zum Sonntagsdienst. Foto: U. BergKein Meter ohne Helm: OM-Medien-Reporter Normann Berg ist zum Auftakt des Stadtradelns auf dem Weg zum Sonntagsdienst. Foto: U. Berg

Apropos Oyther Straße: Entschädigung für die ersten Buckelpisten-Meter liefert der Abschnitt zwischen Lattweg und Kuhmarkt. Frisch ausgebaut, fahrradfreundlich gestaltet mit breiten, farblich gekennzeichneten und mit durchgezogener Linie abgetrennten Radfahrstreifen – vorbildlich. Warum gibt es das – zumindest in abgespeckter Version als Schutzstreifen mit gestrichelter Linie – nicht in Ellenstedt? Auch dort ist die Durchfahrtstraße doch gerade frisch saniert worden. Wir sollten mal bei den Entscheidungsträgern nachfragen ...

Sei's drum. Etwas anderes fällt an diesem Sonntag derweil deutlich auf. Im Gegensatz zu Wochentagen ist weitaus weniger Kraftverkehr unterwegs. Heißt: Kein Auto, das aus einer Seitenstraße heransaust und einem die Vorfahrt nimmt. Kein Lkw, der einen beim Abbiegen übersieht. Kein Bolide, der einen im verkehrsberuhigten Bereich von der Straße schubsen will. Und kein Lieferdienst, der den Radweg zuparkt. Herrlich. So kann ein Sonntagsdienst beginnen. Nach 65 Minuten (26 Kilometer) ist das Ziel erreicht.

Ob es im Tagesverlauf, während der abendlichen Rückfahrt und in den nächsten Tagen ähnlich rund läuft? Ich halte Sie auf dem Laufenden.  Oder besser: auf dem Radelnden. (Normann Berg)


Abschuss der Aktion am 21. Mai: Landkreis und Kommunen laden zu Sternfahrten ein

Zum Abschluss der Aktion "Stadtradeln" laden die Kommunen und der Landkreis Vechta die Teilnehmer am 21. Mai zu einer Sternfahrt mit einem gemeinsamen Abschluss am Lohneum ein. "Die gemeinsamen Sternfahrten stehen für klimaneutrale, gesunde und nachhaltige Mobilität. Gemeinschaftlich werden wir in Lohne die Aktionswochen feiern, in denen zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner sich aktiv dafür eingesetzt haben, ihren CO₂-Fußabdruck zu reduzieren“, wird Vechtas Landrat Tobias Gerdesmeyer in einer Mitteilung zitiert. Insgesamt beteiligen sich in allen zehn Kommunen aktuell 4271 registrierte und 2140 aktive Radfahrende am "Stadtradeln". Gerdesmeyer würde sich freuen, wenn solche Aktionen künftig dazu beitragen, das Verhalten der Menschen nachhaltig zu verändern und "wir künftig noch mehr darüber nachdenken, wann wir das Auto tatsächlich benötigen".

Beim Abschluss am 21. Mai geht es laut Mitteilung unter der Regie von Gästeführern, Heimatvereinen, Rathaus-Personal und Bürgermeistern über ganz unterschiedliche Routen nach Lohne. Radgruppen können sich aber auch in Eigenregie auf den Weg nach Lohne machen. Am Lohneum ist ab 12 Uhr ein buntes Programm, unter anderem mit musikalischer Untermalung von der Stadtkapelle Lohne und der Sambaband "Sambalaon", geplant. Imbissstände sorgen indes für die Verpflegung.

  • Info: Die Anmeldung für die Sternfahrten nach Lohne ist mit dem verlinkten Anmeldeformular auf der Seite www.stadtradeln.de/lohne möglich. Wer sich bis zum 13. Mai registriert, erhält einen Verzehrgutschein in Höhe von 5 Euro pro angemeldete Person. Gruppenanmeldungen sind möglich.

Treffpunkte und Abfahrtszeiten und Telefonnummern für die Anmeldung in den einzelnen Kommunen:

  • Bakum: Rathaus 11 Uhr (Tel. 04446/89-21)
  • Damme: Freibad 10 Uhr (Tel. 05491/66253)
  • Dinklage: Rathaus 10.30 Uhr (Tel. 04443/899270)
  • Goldenstedt: Rathausplatz 9 Uhr / Spielplatz Telbrake 9.45 Uhr (Tel. 04444/2009-43)
  • Holdorf: Rathaus 11:30 Uhr (Tel. 05494/98825)
  • Lohne: Parkplatz Gymnasium 8:30 Uhr (Tel. 04442/704099) – Rund-Tour vom Heimatverin mit Frühstückspause in Kroge
  • Neuenkirchen-Vörden: Rathaus 11 Uhr (Tel. 05493-9871-10)
  • Steinfeld: Rathaus 10 Uhr (05492/8638)
  • Vechta: Rathaus 11 Uhr (Tel. 04441/886-6004)

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