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Stadtmedienarchiv ist das "Gedächtnis" von Lohne

Das Archiv des Heimatvereins kümmert sich um die Aufarbeitung der Stadtgeschichte. Der jetzige Leiter gründete 2005 die Filmabteilung. Eng ist auch der Draht zum Industriemuseum.

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Sind stolz auf das Stadtmedienarchiv: (von links) Bernard Warnking, Leiter Herbert Warnking und der Vorsitzende des Heimatvereins, Benno Dräger.   Foto: Kessen

Sind stolz auf das Stadtmedienarchiv: (von links) Bernard Warnking, Leiter Herbert Warnking und der Vorsitzende des Heimatvereins, Benno Dräger.   Foto: Kessen

In den Räumlichkeiten an der Brinkstraße 27 ist es am Montagnachmittag relativ ruhig: Herbert und Bernard Warnking sowie Benno Dräger sitzen an ihren Computern und durchforsten konzentriert alte Dokumente und Fotos. Hin und wieder werden einige davon ausgedruckt, manchmal streikt der Drucker; am Ende kann das gewünschte Bild aber in den Händen gehalten werden. So sieht das Treiben im Stadtmedienarchiv der Stadt Lohne aus.

Es arbeiten aber mehr als die 3 Männer, die an diesem Montagvormittag anzutreffen sind, im Stadtmedienarchiv. „Insgesamt sind wir mit 8 bis 10 Ehrenamtlichen hier“, berichtet der Vorsitzende des Heimatvereins, Benno Dräger. Der Heimatverein ist Träger des Stadtmedienarchivs, geleitet wird es von Herbert Warnking.

Stadtmedienarchiv arbeitet Geschichte von Lohne auf

„Wir sind das Gedächtnis der Stadt Lohne in Schrift und Bild“, beschreibt Dräger die Funktion des Archivs. Die Sammlungen umfassen unzählige Bücher, Bilder und Dokumente. „Bei den Bildern sind es Hunderttausende, wahrscheinlich über eine Million.“ Die Aufgaben im Stadtmedienarchiv seien vielfältig. „Der Klassiker ist, dass Leute kommen und alte Bilder suchen“, erzählt Dräger. Vor allem bestimmte Anlässe, wie Hochzeiten, seien gefragt. Eine fortlaufende Aufgabe ist die Aufarbeitung der Lohner Stadtgeschichte. „Dafür durchforsten wir alte Bücher und Dokumente, da kann man schon einiges über Lohne erforschen.“

Im Stadtmedienarchiv wird aber nicht nur in der Vergangenheit gelebt, auch die aktuellen Ereignisse sollen nicht zu kurz kommen. „Wir versuchen, möglichst von allen öffentlichen Veranstaltungen Bildmaterial zu bekommen“, sagt Dräger. Darüber hinaus bringt der Heimatverein einmal jährlich einen Bildkalender sowie die seit 2001 erscheinende Schriftenreihe „Laon-Lohne“ heraus. Die Recherche dafür betreibt das Stadtmedienarchiv. „Außerdem bekommen wir unzählige Nachlässe mit Bildern, die wir sichten und sortieren müssen."

Enge Zusammenarbeit mit dem Industriemuseum

Durch Drägers zusätzliche Funktion als ehrenamtlicher Leiter des Industriemuseums sei der Kontakt auch dorthin eng. „Oft arbeiten wir dem Museum bei verschiedenen Projekten zu.“ Derzeit arbeite man zum Beispiel an einem Begleitband für eine Ausstellung, die sich mit den 1950er und 1960er Jahren im Landkreis Vechta befasst. „Das ist schon eine langwierige Arbeit herauszufinden, von wann ein Bild ist und was darauf zu erkennen ist“, weiß Bernard Warnking aus Erfahrung.

Seit 2017 ist das Stadtmedienarchiv jetzt in den Räumlichkeiten an der Brinkstraße zu finden. Angefangen hat dessen Geschichte aber schon 1999, als der Heimatverein die Räume der Polizei im Rathaus übernommen hat. Der Umzug an die Brinkstraße erfolgte dann, weil die Stadt Platz im Rathaus für ihr Einwohnermeldeamt benötigte. „Die Lage hier ist sogar noch besser, weil wir mehr Publikumsverkehr haben“, findet Dräger.

Herbert Warnking hat die Film-Abteilung aufgebaut

Ursprünglich waren die Sammlungen als „Stadtfotoarchiv“ zusammengefasst worden. „Mittlerweile heißt es aber Stadtmedienarchiv, weil der Bereich Film mit dazugekommen ist“, erzählt Herbert Warnking, der diesen Bereich seit 2005 maßgeblich mit aufgebaut hat. Dafür seien alte Filme aufbereitet, alte Fotoapparate gesammelt und neue, aktuelle Filmaufnahmen gedreht worden. „Der Durchbruch war eigentlich der Film ‚Darum sehn‘ ich mich nach Lohne' aus dem Jahr 2007.“ Die größte Herausforderung beim Produzieren von Filmen sei das Schneiden. "Es ist nicht so einfach, einen 50-minütigen Film zu schneiden, wenn man 150 Stunden Filmmaterial hat", meint Warnking.

„Wir sind stolz auf unser Stadtmedienarchiv, es kommen öfter andere Heimatvereine und informieren sich über unsere Arbeit“, erzählt Dräger. Was macht den Reiz aus, im Archiv mitzuarbeiten? „In erster Linie ist es das Forschungsinteresse und das Entdecken der Lohner Geschichte.“ Dankbar ist der Heimatverein laut Dräger für die Unterstützung der Stadt: „Es ist aber auch eine Win-Win-Situation.“

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