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Stadtentwicklung in Löningen: Mehr Wohnen, mehr Gastro – mehr Leben

Der Name klingt zwar sperrig, doch hinter dem "städtebaulichen Entwicklungskonzept" verbergen sich konkrete Ansätze. Jeder Bürger darf noch bis Ende des Monats eigene Vorschläge beisteuern.

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Großes Interesse: Hannah Koopmeyer (links) erklärt, wie die Stadtentwicklung weitergehen könnte. Foto: G. Meyer

Großes Interesse: Hannah Koopmeyer (links) erklärt, wie die Stadtentwicklung weitergehen könnte. Foto: G. Meyer

Wo sollen die Löninger in den kommenden Jahrzehnten wohnen und arbeiten? Wie lässt sich die Innenstadt dauerhaft beleben und was muss künftig für den Klimaschutz getan werden? Mit diesen und vielen weiteren Fragen setzt sich das städtebauliche Entwicklungskonzept auseinander, dessen Entwurf am Donnerstagabend im Forum Hasetal vorgestellt wurde. Auch die Zuhörerinnen und Zuhörer durften ihre Ideen einbringen.

Bevor sie sich der Diskussion stellten, präsentierten Claudia Reichenbach und Lukas Krönert vom Oldenburger Planungsbüro NWP die wesentlichen Inhalte des Konzepts, an dem seit 2017 gearbeitet worden war. Die Fertigstellung hatte sich wegen der Pandemie verzögert. Ihr Befund macht Hoffnung: Demnach hat die Stadtgemeinde durchaus einiges auf der Habenseite. Funktionierende Grundschulen und Kindergärten in den Kirchdörfern etwa, die unbedingt erhalten bleiben sollten.  Das Fehlen von Supermärkten auf der "grünen Wiese" wird ebenfalls positiv vermerkt. Stattdessen gebe es Einkaufsmöglichkeiten im Ortskern, der auch von nahe liegenden Bauerschaften wie Borkhorn oder Angelbeck schnell zu erreichen sei.

Die Planer schlagen auch vor, vorrangig das Stadtinnere zu entwickeln. Dort müsse mietbarer Wohnraum für Ältere und Alleinstehende geschaffen werden. "Der demografische Wandel wird kommen", ist sich Claudia Reichenbach sicher.  Ihr schwebt das Modell einer "multifunktionalen Innenstadt" vor, in der Menschen zugleich arbeiten, sich erholen, Kultur genießen und wohnen können. Es gelte, die Aufenthaltsqualität im Zentrum weiter zu steigern. Das gastronomische Angebot sei zwar schon gut, könne aber ausgebaut werden. Minuspunkte erhielten auch die Anbindung ans Hasetal und  die Situation auf dem Marktplatz. Die Stellplätze dort würden überwiegend zum Dauerparken genutzt. Eine Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Essen und Meppen könne dagegen ebenso einen Mehrwert für Löningen haben, wie die Ausrichtung der Landesgartenschau in einigen Jahren.

Flächen sind ausreichend vorhanden

Touristisch passiere derzeit nämlich noch zu wenig, befinden Reichenbach und Krönert. So fehlten Übernachtungsmöglichkeiten, vor allem "hochwertige Hotelbetten". Sie könnten mehr Radwanderer nach Löningen locken, doch auch für Wohnmobilbesitzer müsse ein attraktiverer Platz als die Fläche hinter dem Aldi gefunden werden. In der Nähe des Merschsees etwa wären Camper besser aufgehoben. Der See könnte nach der Beendigung des Sandabbaus 2025 Teil eines zusammenhängenden Naherholungsgebietes werden.

Für Löningens Entwicklung würden bis 2035 bis zu 34 Hektar Land benötigt, schätzen die Experten. Ein Problem sei das aber nicht, weil die Stadt bereits ausreichend Flächen reserviert habe. "Es kommt also darauf an, Prioritäten zu setzen", betonte Lukas Krönert. Ein neues Gewerbegebiet sollte seiner Meinung nach bei Helmighausen entstehen, weil dort der Ausbau der E233 einen Knotenpunkt vorsieht: "Die Anbindung wäre perfekt." In älteren Gewerbegebieten bestünde dagegen Modernisierungsbedarf. Um Flächen zu sparen und damit etwas für das Klima zu tun, hält Krönert die Verdichtung im Ortskern für wichtig. Als Beispiel nannte er das Gelände am Stockkamp.

Nach ihrem Vortrag suchten die beiden Planer das Gespräch mit den Besuchern. Diese regten unter anderem die Schaffung von Eigentumswohnungen an, forderten eine Verbesserung der Radwegesituation und wollten außerdem wissen, wo denn ein neues Hotel gebaut werden könnte.

Stadt nimmt Anregungen entgegen

Die Eckpunkte sind jetzt auf Stellwänden im Bahnhof nachzulesen. Bis Ende Juli hat jeder Interessierte Zeit, eigene Vorschläge bei der Stadt einzureichen. "Sie werden in den Entwurf eingearbeitet", kündigte Fachbereichsleiterin Hannah Koopmeyer an. Im Anschluss gelangt das Papier in die städtischen Gremien. Koopmeyer wies ebenso wie Bürgermeister Burkhard Sibbel darauf hin, dass die Entwicklung der Stadt nie zu Ende sei. Gleiches gelte für das Konzept selbst. "Es muss auch nach seiner Verabschiedung durch den Rat kontinuierlich weitergeschrieben werden".

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