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Stadt verdient 66.519 Euro mit Hundesteuer

Zum 1. Januar 2021 waren 1.638 Vierbeiner in Lohne registriert – 39 mehr als im Vorjahr. Eine Erhöhung der Abgabe ist momentan nicht geplant. Aber auch eine Abschaffung steht nicht zur Debatte.

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Waldi und Co. füllen die Stadtkasse: Für das erste Tier zahlen Hundebesitzer in Lohne 40 Euro pro Jahr.  Archivfoto: Timphaus

Waldi und Co. füllen die Stadtkasse: Für das erste Tier zahlen Hundebesitzer in Lohne 40 Euro pro Jahr.  Archivfoto: Timphaus

Hunde gelten gemeinhin als des Menschen beste Freunde – ihre Haltung kann aber durchaus ans Portemonnaie gehen. Die Stadtkasse hingegen freut's, wenn viele Vierbeiner unterwegs sind.

In Lohne waren zu Jahresbeginn 1.638 Hunde registriert – 39 mehr als im Vorjahr (1.599). Das macht exakt 66.519 Euro, die die Stadt durch die Abgabe für Waldi, Luna und Co. verdient hat.

Die Einnahmen aus der Hundesteuer bewegen sich seit einigen Jahren auf einem konstanten Niveau. 2019 brachte die Abgabe 67.210 Euro ein.

Stadt verschickt 2020 circa 130 Mahnungen

Die Zahlungsmoral der Hundehalter ist nach Angaben aus dem Rathaus „grundsätzlich als gut zu bezeichnen“. Circa 130 Hundehalter erhielten im Laufe des vergangenen Jahres eine Mahnung. Dies könnte nach Ansicht der Behörde eine Folge der Corona-Pandemie sein. Ansonsten habe die Krise jedoch zu keinen weiteren Veränderungen oder Entwicklungen bei der Hundesteuer geführt.

Bei der Hundesteuer handelt es sich um eine Jahressteuer. Sie wird in vierteljährlichen Teilbeträgen erhoben.

Hunde können digital an- und abgemeldet werden

Wer sich ein Tier anschafft, muss es zeitnah beim Ordnungsamt anmelden. Doch auch in Lohne – wie in vielen anderen Kommunen – kommen nicht alle Halter dieser Verpflichtung ordnungsgemäß nach. Die Stadt schätzt die Dunkelziffer der nicht angemeldeten Hunde auf 30 bis 40 Prozent. Dabei macht es die Stadt den Haltern einfach: Seit November 2020 können Hunde digital an- und abgemeldet werden. Ein Besuch im Rathaus ist nicht mehr nötig. Weitere Informationen dazu gibt es nach Angaben von Stadtsprecher Christian Tombrägel auf der Webseite.

Die Stadt weist darauf hin, dass Hundehalter, die ihr Tier nicht ordnungsgemäß registrieren lassen, gemäß Paragraf 9 der Hundesteuersatzung eine Ordnungswidrigkeit begehen, die mit einer Geldbuße bis zu 10.000 Euro geahndet werden kann.

"Gefährliche" Hunde kosten 600 Euro pro Jahr

Für das erste Tier zahlen Hundebesitzer in Lohne 40 Euro pro Jahr. Für den 2. Hund werden jährlich 60 Euro fällig, für jeden weiteren 75 Euro. Tief in die Tasche greifen müssen Halter eines als "gefährlich" klassifizierten Vierbeiners: 600 Euro pro Jahr. Für jeden weiteren Hund, der in diese Gruppierung fällt, zahlen sie 1.000 Euro. "Eine Erhöhung der Hundesteuer ist in Lohne momentan nicht angedacht", sagt Tombrägel.

Immer wieder gibt es Stimmen, die sich für die Abschaffung der Hundesteuer stark machen. So hatte die FDP in Bremen im Frühjahr 2020 einen Antrag eingereicht und die Abgabe als "ungerecht und wirkungslos" bezeichnet. Entschieden ist in der Bürgerschaft aufgrund der Corona-Pandemie noch nichts.

Lohne will die Abgabe nicht abschaffen

Auch in Jena ist die Hundesteuer immer wieder Thema, hier hatte die CDU jüngst die mögliche teilweise Abschaffung ins Gespräch gebracht. Konkret sollten dort alle Vierbeiner, die länger als 2 Jahre im Tierheim waren und dann vermittelt werden, lebenslang von der Hundesteuer befreit werden.

Seitens der Stadt Lohne sei nicht beabsichtigt, die Hundesteuer abzuschaffen, heißt es auf Nachfrage aus dem Rathaus. "Als Lenkungssteuer zur Verfolgung ordnungspolitischer Ziele – die Zahl der Hunde zu begrenzen – ist der Stellenwert der Hundesteuer nicht unbeachtlich", sagt Werner Vornhagen, Leiter der städtischen Steuerabteilung.

Immerhin: In der Satzung der Stadt Lohne ist seit langem geregelt, dass bei Aufnahme eines Hundes aus einem Tierheim dieser ein Jahr lang steuerbefreit ist.

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