Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Stadt Vechta will Verkehrssituation in Oythe verbessern

CDU und SPD favorisieren unterschiedliche Lösungen für den Einmündungsbereich der Telbraker Straße. Im Gespräch sind Kreisel und Ampel.

Artikel teilen:
Wichtiger Knotenpunkt im Norden Vechtas: Während das Verkehrsaufkommen tagsüber noch recht überschaubar ist, herrscht in den Stoßzeiten reger Betrieb im Einmündungsbereich der Telbraker Straße zur Straße Oythe. Foto: Speckmann

Wichtiger Knotenpunkt im Norden Vechtas: Während das Verkehrsaufkommen tagsüber noch recht überschaubar ist, herrscht in den Stoßzeiten reger Betrieb im Einmündungsbereich der Telbraker Straße zur Straße Oythe. Foto: Speckmann

Tagsüber ist das Verkehrsaufkommen in Oythe noch überschaubar. Aber in den Morgen- und Abendstunden, den Stoßzeiten, herrscht Hochbetrieb im Einmündungsbereich der Telbraker Straße. Vor allem Linksabbieger, die in Richtung Innenstadt fahren wollen, kommen nur schwer auf die Vorfahrtsstraße. In Politik und Verwaltung regen sich nun Pläne, die Situation an der Kreuzung zu verbessern. Doch bei der Wahl zwischen Kreisel und Ampel scheiden sich die Geister.

Bereits in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Planung und Bauen haben mehrere Ratsvertreter auf das hohe Verkehrsaufkommen hingewiesen, das durch die geplante Wohnbebauung am Hohen Esch noch weiter steigen könnte. Das Gebiet im Norden der Stadt Vechta bedürfe einer ganzheitlichen Betrachtung, bevor Maßnahmen beschlossen würden, gab Bürgermeister Kristian Kater (SPD) zu bedenken.

Nun, einige Wochen nach der Sitzung, scheint das Thema Fahrt aufzunehmen. Der Verwaltungschef hat ein Schreiben von der CDU-Fraktion bekommen. Darin machen die Christdemokraten auf die bisher nicht zufrieden stellend gelöste Verkehrsanbindung der Telbraker Straße an die Straße Oythe aufmerksam. Und sie unterbreiten auch gleich einige konkrete Vorschläge, welche Maßnahmen zur Schulwegsicherung getroffen werden könnten.

Beitrag zur Schulwegsicherung: Auf der Telbraker Straße, in Höhe der Graf-von-Stauffenberg-Straße, besteht zurzeit eine provisorische Überquerungshilfe. Foto: SpeckmannBeitrag zur Schulwegsicherung: Auf der Telbraker Straße, in Höhe der Graf-von-Stauffenberg-Straße, besteht zurzeit eine provisorische Überquerungshilfe. Foto: Speckmann

„Bisher wurde verwaltungsseitig auf den Zusammenhang mit dem Ausbau der Oyther Straße verwiesen. Es hieß: Erst wenn die Oyther Straße gebaut ist, kann der Einmündungsbereich geplant werden. Diese Baumaßnahme wird in nächster Zeit beendet. Daher erwartet die CDU-Fraktion hier zeitnah konkrete Lösungsvorschläge“, erklärt Fraktionsvorsitzender Josef Kläne.

Seine Fraktion unterstütze ausdrücklich die Bauleitplanung für das „Wohngebiet nördlich des Hohen Esches“, so Kläne weiter. Doch weil der Einmündungsbereich durch die Bebauung zusätzlich belastet werde, „kündigen wir bereits jetzt an, einem Satzungsbeschluss und einem Erschließungsbeginn nur dann zustimmen zu können, wenn bis dahin eine zufriedenstellende Lösung für den Einmündungsbereich Telbraker Straße/Oythe vorliegt“.

CDU fordert Prüfung eines Kreisverkehrs

Die CDU regt eine ergebnisneutrale Erarbeitung von Lösungsvorschlägen an, hat sich aber schon positioniert. Sie favorisiert einen Kreisel und erwartet von der Verwaltung eine zeitnahe Prüfung, ob der dafür notwendige Flächenbedarf auf städtischem Eigentum verfügbar ist. Sofern das nicht der Fall sein sollte, seien Verhandlungen mit den Eigentümern angrenzender Grundstücke bezüglich des Ankaufs von Flächen zu führen.

Die SPD-Fraktion sieht ebenfalls Handlungsbedarf aufgrund der Baugebiete. Sie verweist auf ihren eigenen Antrag aus dem Jahr 2015, den Einmündungsbereich mit einer Ampelanlage umzugestalten und damit insbesondere die Sicherheit für Schüler zu erhöhen. Verwaltungsausschuss und Stadtrat hätten dem Vorschlag damals zugestimmt, erklärt Fraktionschef Sam Schaffhausen auf Anfrage.

SPD plädiert für eine Ampellösung

„Da, wo es Sinn macht, favorisiert unsere Fraktion zwar stets einen Kreisverkehr, aber diese Kreuzung ist zu beengt für einen vernünftig ausgebauten Kreisel“, so Schaffhausen weiter. Besonders mit Blick auf den Schülerverkehr plädiere seine Fraktion für eine Ampellösung, um eine sichere Überquerung der Straße auch zu Stoßzeiten zu gewährleisten.

Mit Blick auf den Abschluss der Sanierungsarbeiten der Oyther Straße in diesen Jahr regt die Ratsgruppe von SPD und Wir für Vechta (WfV) an, den Schwerlastverkehr auch künftig ab dem Kreisel in Holzhausen über die Umgehungsstraße umzulenken und die Durchfahrt über die Oyther Straße zu beschränken. Dazu hat die Ratsgruppe an Kater eine Anfrage zur Prüfung der rechtlichen Möglichkeiten geschickt.

„Ziel ist es, das Verkehrsaufkommen im Ortsteil Oythe und insbesondere auf der Oyther Straße zu senken und damit zu entlasten. Auch der innerstädtische Verkehr würde entlastet, wenn die Lkw über die Umgehungsstraße geführt werden“, meint Schaffhausen. Auch mit Blick auf die angrenzende Grundschule und den Kindergarten könne eine Optimierung der Verkehrslenkung die Sicherheit vor Ort erhöhen.

Zusätzliche Beiträge zur Schulwegsicherung

Was die Schulwegsicherung an der Telbraker Straße betrifft, gibt es bereits im Einmündungsbereich „Hoher Esch“ eine Bedarfsampel. In Höhe der Graf-von-Stauffenberg-Straße besteht zurzeit eine provisorische Überquerungshilfe. Hier fordert die CDU eine dauerhafte Bedarfsampel, dazu eine Anbindung des Verbindungsweges „Bei den Plücken“ sowie eine Erweiterung der Straßenbeleuchtung bis zur Maximilian-Kolbe-Straße.

Die Stadtverwaltung teilt auf Anfrage mit, dass die Situation in Oythe bereits beobachtet wird und verbessert werden soll. Sie schlägt der Politik vor, die Fußgängerampel im Kreuzungsbereich Telbraker Straße/Oythe in den Spitzenzeiten auf feste Umlaufzeiten umzustellen. Dies würde zu geregelten Haltezeiten auf der Straße Oythe führen und damit mehr Möglichkeiten bieten, aus der Telbraker Straße abzubiegen.

Verwaltung erarbeitet zurzeit Verkehrskonzept

„Aus Sicht der Verwaltung stellt ein Kreisverkehr jedoch keine zu bevorzugende Alternative dar“, erklärt Pressesprecher Volker Kläne. Besonders in den Spitzenzeiten zu Schulbeginn würde es zu Verkehrsstauungen im Kreisel kommen, da Fußgänger und Radfahrer bevorrechtigt queren dürfen. Zudem würde der Bau eines Kreisels hohe Kosten verursachen.

In der nächsten Sitzung des Bauausschusses will die Verwaltung ein bereits in Arbeit befindliches Verkehrskonzept vorstellen. Eine verkehrsgutachterliche Untersuchung sei bisher zurückgestellt worden, da verschiedene Entwicklungen und deren Auswirkungen auf den Verkehr zunächst abgewartet werden sollten. Neben der Fertigstellung der Oyther Straße zählen dazu auch die geplanten Wohngebiete im Bereich Boegel I und II. Bei den derzeitigen Verkehrsverhältnissen würde man noch keine repräsentativen Ergebnisse erhalten.

Sie wollen nichts verpassen, worüber das Oldenburger Münsterland spricht? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter „Moin, OM!“. Er fasst für Sie das Wichtigste für den Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Start in den Tag.  Hier geht es zur Anmeldung

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Stadt Vechta will Verkehrssituation in Oythe verbessern - OM online