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Stadt Vechta investiert in die Kita am Graskamp

Die Einrichtung im Ortsteil Stukenborg ist in die Jahre gekommen. Im Zuge der Sanierung sollen nun weitere Betreuungsplätze entstehen.

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Der strahlend blaue Himmel kann nicht über den Handlungsbedarf hinwegtäuschen. In der Kindertagesstätte am Graskamp bestehen erhebliche Mängel. Die Verwaltung will nun einen Plan zur Sanierung und Erweiterung des städtischen Gebäudes aufstellen.   Foto: Thomes

Der strahlend blaue Himmel kann nicht über den Handlungsbedarf hinwegtäuschen. In der Kindertagesstätte am Graskamp bestehen erhebliche Mängel. Die Verwaltung will nun einen Plan zur Sanierung und Erweiterung des städtischen Gebäudes aufstellen.   Foto: Thomes

Die Stadt Vechta macht den nächsten Schritt, um dem schon seit Jahren steigenden Bedarf in der Kinderbetreuung gerecht zu werden. Die Kindertagesstätte am Graskamp im Ortsteil Stukenborg soll umfangreich saniert und bei dieser Gelegenheit durch einen Anbau erweitert werden. Dadurch steigen die Kapazitäten der Einrichtung in den nächsten Jahren auf insgesamt 130 Plätze.

Der Ausschuss für Familie, Gesundheit und Soziales hat in seiner Sitzung am Dienstagabend die Weichen für den Ausbau gestellt. Die Verwaltung soll nun in Kooperation mit einem Architekturbüro die Planung in Angriff nehmen. Eigentümer des Grundstückes und des Gebäudes ist die Stadt Vechta. Die Trägerschaft liegt in Händen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) mit Sitz in Oldenburg.

Laut Fachdienstleiter Ralf Schillmöller besteht in dem fast 25 Jahre alten Haus erheblicher Sanierungsbedarf. Die Böden und Fliesen sind stark erneuerungsbedürftig, die Schiebetüren fallen ungebremst und die Waschräume und Wickelbereiche erfüllen nicht mehr die vorgegebenen Sicherheitsstandards. „Insbesondere Brandschutzmaßnahmen sind erforderlich“, berichtet der Verwaltungsvertreter.

Erste Prognose beläuft sich auf 1,5 Millionen Euro

Im vergangenen Sommer hat die Kommune schon einige sicherheitsrelevante Mängel beseitigt. In diesem Zuge ist eine der vorhandenen Kindergartengruppen in eine Krippengruppe umgewandelt worden. Die Einrichtung verfügt seither über 115 Betreuungsplätze, davon 15 Plätze in der Krippe. Durch den geplanten Anbau soll eine weitere Krippengruppe für 15 Jungen und Mädchen hinzukommen.

„Eine erste Kostenprognose beläuft sich auf rund 1,5 Millionen Euro“, erklärt Schillmöller. Dabei soll der Anbau mit einem Anteil von rund einer halben Million Euro zu Buche schlagen. Um verlässliche Zahlen nennen zu können, müsse aber eine genauere Kostenschätzung erfolgen. Eine detaillierte Planung soll dem Ausschuss im Juni vorgelegt werden, ergänzt Fachbereichsleiterin Sandra Sollmann.

Ratsherr Frank Hölzen (WfV) wirft angesichts der stolzen Investitionssumme die nicht ganz unberechtigte Frage auf, ob ein kompletter Neubau womöglich sinnvoller wäre. Davon rät Schillmöller allerdings ab. Er verweist auf die aktuellen Neubauten der Kindertagesstätten in Telbrake und Langförden, die sich jeweils auf mehr als 3 Millionen Euro belaufen werden. Sanierung und Erweiterung seien also vergleichsweise günstiger.

Für die Schaffung der neuen Krippenplätze kann die Kommune mit einer Investitionskostenförderung des Landkreises Vechta in Höhe von 63.000 Euro rechnen. Inwieweit auch Fördermittel des Landes zur Verfügung stehen, ist derzeit noch unklar, weil die aktuelle Richtlinie eine Fertigstellung der geförderten Projekte bis zum 30. Juni 2023 vorsieht und eine Verlängerung der Richtlinie noch nicht bekannt ist.

Am Bedarf der Betreuungsplätze hat die Stadtverwaltung keine Zweifel

Nach Angaben der Verwaltung soll die veranschlagte Investition in die Haushaltspläne 2023 und 2024 eingestellt werden. Sobald die Planungen abgeschlossen und die Mittel bewilligt sind, sollen Ausschreibung und Auftragsvergabe stattfinden. Bürgermeister Kristian Kater (SPD) geht auf Nachfrage aktuell davon aus, dass die Baumaßnahme im Laufe des Jahres 2023 in Angriff genommen werden kann.

„Vechta wächst, ist interessant für junge Familien. Wir müssen weiter am Ball bleiben und etwas tun.“Fachbereichsleiterin Sanda Sollmann

An dem Bedarf der Betreuungsplätze hat die Stadtverwaltung keine Zweifel. Sie verweist unter anderem auf entsprechende Rückmeldungen des Einrichtungsträgers. Auch die Standortfrage am Graskamp stellt sich für Schillmöller nicht. „Für eine Erweiterung ist es ideal dort“, sagt der Fachdienstleiter und ergänzt: „Wir gehen davon aus, dass der Bereich Stukenborg noch städtebaulich erweitert wird.“

Im Ausschuss unter Vorsitz von Sebastian Ramnitz (SPD) herrscht große Einigkeit bei dem Bauvorhaben. Die Fraktionen sehen auch den zunehmenden Betreuungsbedarf, der in der öffentlichen Sitzung noch einmal von der Verwaltung angedeutet wurde. „Vechta wächst, ist interessant für junge Familien. Wir müssen weiter am Ball bleiben und etwas tun“, unterstreicht Fachbereichsleiterin Sollmann.

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