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Stadt Vechta baut W-Lan-Netz in Grundschulen aus

Eine moderne Infrastruktur bildet die Grundlage für den digitalen Unterricht. Der wiederum ist eine Voraussetzung für ein verbessertes Homeschooling. Weitere Investitionen in Endgeräte sollen folgen.

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Aufgerüstete Netzwerke, zusätzliche Endgeräte: Bürgermeister Kristian Kater und die Leiterin der Christophorusschule, Anja Heckmann, sehen die Medienentwicklung in den städtischen Schulen auf einem guten Weg. Foto: Speckmann

Aufgerüstete Netzwerke, zusätzliche Endgeräte: Bürgermeister Kristian Kater und die Leiterin der Christophorusschule, Anja Heckmann, sehen die Medienentwicklung in den städtischen Schulen auf einem guten Weg. Foto: Speckmann

Ein weißes, rundes Gehäuse hängt an der Wand des Klassenzimmers. Es wirkt ziemlich unscheinbar, kaum größer als ein Rauchmelder, doch es hat eine große Wirkung auf die künftige Unterrichtsgestaltung. Bei dem elektronischen Gerät handelt es sich um einen sogenannten Access-Point. Er ist über einen Kabelschacht mit einem der 3 Server-Schränke im Hause verbunden und dient als Schnittstelle für Tablets und andere kabellose Endgeräte. Mit dieser Technik in allen Unterrichtsräumen verfügt die Christophorusschule jetzt über ein modernes W-Lan-Netzwerk.

Die Grundschule an der Brüsseler Straße ist nicht die einzige Bildungseinrichtung, die mit der neuen Infrastruktur ausgestattet worden ist. Die Stadt Vechta sorgt aktuell dafür, dass alle Schulen in städtischer Trägerschaft über ein drahtloses Netzwerk verfügen. Nach Angaben der Verwaltung sind in den vergangenen Jahren insgesamt 400.000 Euro in die flächendeckende Versorgung der 7 Grundschulen sowie der Geschwister-Scholl-Oberschule geflossen.

Videokonferenzen sind nun kein Problem mehr

„Die Corona-Pandemie hat uns allen schmerzlich vor Augen geführt, wie wichtig die Digitalisierung der Schulen ist. Wir sind hier bereits gut aufgestellt und haben die Infrastruktur entscheidend verbessert“, erklärt Bürgermeister Kristian Kater (SPD). Es werde häufig kritisiert, dass die Digitalisierung in Deutschland nur schleppend vorangehe, doch dies treffe auf die Schulen in Vechta nicht zu, meint der Verwaltungschef.

Auf Empfang: Stellvertretender Fachdienstleiter Hendrik Lammers zeigt auf einen Access-Point, der sich in jedem Klassenzimmer der Grundschule befindet. Foto: SpeckmannAuf Empfang: Stellvertretender Fachdienstleiter Hendrik Lammers zeigt auf einen Access-Point, der sich in jedem Klassenzimmer der Grundschule befindet. Foto: Speckmann

Schulleiterin Anja Heckmann begrüßt die Verbesserung der Infrastruktur. Bis vor wenigen Wochen habe ihr Kollegium in der Christophorusschule noch erhebliche Probleme beim Zugriff auf das Netzwerk gehabt. Vor allem wenn mehrere Lehrkräfte bei der Nutzung der interaktiven Touch-Displays in den Klassenräumen gleichzeitig auf das Internet zugreifen wollten, seien Störungen bei der Datenübermittlung aufgetreten. Diese Probleme sollten nun der Vergangenheit angehören.

Durch die stabile Verbindung könnten die Displays besser genutzt werden. Anstatt wie so häufig nur vorbereitete Unterrichtsvorlagen aufzurufen, ließen sich nun internetgestützte Lernprogramme anwenden. Auch der Einsatz der i-Pads komme besser zum Tragen. Große Chancen sieht die Leiterin der Christophorusschule vor allem für das Homeschooling. In Zukunft könnten die Lehrer auch Videokonferenzen mit den Kindern daheim durchführen.

Auch in der Alexanderschule und der Overbergschule ist der Ausbau der Netzwerke im Dezember abgeschlossen worden. Die Arbeiten in der Grundschule Hagen konnten bereits ein paar Monate früher vollendet werden. Einen zeitlichen Vorsprung hat die Geschwister-Scholl-Oberschule. Sie ist bereits bei der früheren Sanierung auf den Stand der Technik gebracht worden, sodass die digitalen Medien schon längst Einzug in den Unterricht genommen haben.

In Langförden geht es schrittweise voran

In der Grundschule Langförden geht es schrittweise voran. Sie befindet sich im Umbau, sodass die Infrastruktur im Zuge der einzelnen Bauabschnitte für die jeweiligen Gebäudeteile hergerichtet wird. Eine technische Übergangslösung wird derweil in der Martin-Luther-Schule geschaffen. Sie soll ab Sommer 2021 grundlegend umgebaut und saniert werden. Dabei stellt der flächendeckende W-Lan-Ausbau einen wichtigen Bestandteil dar.

Die Marienschule Oythe verfügt bereits über ein flächendeckendes W-Lan-Netz. Jedoch handelt es sich hierbei um ein kostengünstiges Provisorium, wie die Stadtverwaltung erläutert. Bei der geplanten Erweiterung und Modernisierung der Grundschule soll ein zukunftsfähiges Netz entstehen. Die provisorischen Anschaffungen seien so erfolgt, dass diese nach dem Umbau integriert werden könnten.

Bürgermeister Kater weist darauf hin, dass die Schulen auch beim bevorstehenden Breitbandausbau in der Stadt Vechta berücksichtigt würden und einen Glasfaseranschluss erhielten. Durch die schnelleren Leitungen würde sich der Zugriff aufs Internet weiter verbessern. Die flächendeckende W-Lan-Versorgung sei unerlässlich für die Nutzung der Endgeräte. Schon jetzt würden Lehrkräften und Schülern der städtischen Schulen insgesamt 350 Tablets zur Verfügung stehen.

Jede Klasse erhält interaktives Touch-Display

Mit Mitteln aus dem Digitalpakt des Bundes will die Stadt Vechta weiter in die technische Ausstattung investieren. Laut Beschluss des Schulausschusses soll jede Grundschulklasse ein Touch-Display erhalten. Die Verwaltung stehe zurzeit in Gesprächen mit den Schulleitungen, welches Modell angeschafft werden soll, berichtet Hendrik Lammers als stellvertretender Fachdienstleiter. Bereits bis Ostern sollen die Schulen pro Zug einen Koffer mit einem Satz i-Pads bekommen.

Die Arbeit mit diesen Geräten ist für die Leiterin der Christophorusschule enorm wichtig. Sie hebt die Bedeutung der Medienerziehung hervor. Diese gehöre zu den Grundlagen wie das Lesen-, Schreiben- und Rechnenlernen. Wenn die Grundschüler mit der Anwendung der Technik vertraut seien, ließe sich darauf in den weiterführenden Schulen aufbauen, sagt Heckmann. Sie ist mit Blick auf die neuen und geplanten Anschaffungen zufrieden: „Wir sind auf einem guten Weg.“

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