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Stadt Friesoythe verleiht Pfarrer Borth den Wappenteller

Besondere Auszeichnung für den Geistlichen: Die Ehrung nahm Bürgermeister Sven Stratmann auf der Sitzung des Friesoyther Stadtrates vor.

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Auch ein Abschiedsgeschenk: Den großen Wappenteller der Stadt Friesoythe erhielt Pfarrer Michael Borth (links) von Bürgermeister Sven Stratmann auf der Stadtratssitzung. Foto: M: Passmann

Auch ein Abschiedsgeschenk: Den großen Wappenteller der Stadt Friesoythe erhielt Pfarrer Michael Borth (links) von Bürgermeister Sven Stratmann auf der Stadtratssitzung. Foto: M: Passmann

Den großen Wappenteller der Stadt Friesoythe erhielt der frühere Pfarrer und Dechant der katholischen Kirchengemeinde St. Marien Friesoythe, Michael Borth. Die Ehrung nahm Bürgermeister Sven Stratmann auf der Sitzung des Stadtrates am Mittwochabend im Forum am Hansaplatz vor. Borth, der mittlerweile sein seelsorgerisches Wirken in die Gemeinde Essen verlegt hat, erhielt damit die höchste Auszeichnung der Eisenstadt.

Friesoythes Bürgermeister Sven Stratmann (SPD) sagte: „Eigentlich hätte die Auszeichnung schon eher erfolgen sollen. Doch Corona hielt uns davon ab. Umso schöner, lieber Michael, dass du die heutige Einladung angenommen hast, um in die alte Heimat zu kommen.“

Gemeindefusion und Krankenhaus als große Herausforderungen

Vor 24 Jahren sei Pfarrer Borth in die beschauliche katholische Kirchengemeinde gekommen und haben sie mit großem Engagement durch viele Höhen und einige Tiefen geführt. „Du warst seelischer Beistand, Ansprechpartner, Trostspender, moralische Instanz und hast viele Friesoyther Familien von der Taufe bis zur Krankensalbung einfühlsam und sehr präsent begleitet“, so Stratmann. Und weiter: „Vamos-Jugendfahrten, die Messdienergemeinschaft, das Messdiener-Zeltlager mit manch 'ominöser' OMI-Runde wurden durch dich geprägt.“ Borth sei Wegbereiter der ihm auferlegten Kirchenfusion im Jahr 2008 gewesen.

So manches graue Haar sei Borth dadurch beschert gewesen, als die bis dahin eigenständigen Kirchengemeinden Altenoythe, Markhausen, Friesoythe, Neuscharrel, Kampe und Thüle zur heutigen Pfarrgemeinde St. Marien fusionierten, schilderte Stratmann. Die immer weniger werdenden Gottesdienstbesucher, der Kostendruck und der akute Priestermangel hätten damals zum Handeln gezwungen. „Du hast die Gemeinden sicher durch unbekanntes 'Pfarrwasser' begleitet, Gemüter beruhigt und fast 12.000 Gläubige als deine Herde beisammen gehalten“, sagte Friesoythes Bürgermeister.

Ein weiteres großes Themenfeld, das der Geistliche beackern musste, sei zweifelsohne das St.-Marien-Stift, „unser Friesoyther Krankenhaus“. Der Bürgermeister sagte: „Wer weiß schon, ob wir ohne dein vehementes Entgegentreten gegen eine mögliche Fusion heute überhaupt noch ein Krankenhaus vor Ort haben würden, und dadurch dann nicht nur Friesoythe, sondern die Region ohne diese wichtige Infrastruktureinrichtung dastehen würde.“ Borth habe die Dinge stets mit Herzblut angefasst, so Stratmann.

Michael Borth bedankte sich für die Würdigung. „Mein Herz schlägt noch immer für Friesoythe. Vielleicht komme ich im Ruhestand ja zurück.“ So weit ist es aber offenbar noch nicht. „Doch nach Friesoythe komme ich erst, wenn ich die Essener Schäfchen so weit habe, wie ich es mir vorstelle, und dann gehen kann“, scherzte Borth mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht.

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