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Stadt Friesoythe sucht verzweifelt nach Unterkünften für Flüchtlinge

Über 300 Flüchtlinge sollen bis März in Friesoythe untergebracht werden. Die Stadt weiß aber noch nicht wo: Die Heime sind voll, der Wohnraum knapp. Nun werden kreative Lösungen gesucht.

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Kein Platz mehr: Das Flüchtlingsheim am Pehmertanger Weg in Friesoythe ist bereits voll. Archivfoto: MT

Kein Platz mehr: Das Flüchtlingsheim am Pehmertanger Weg in Friesoythe ist bereits voll. Archivfoto: MT

"Es erinnert an die Situation vor 7 Jahren", sagte Friesoythes Erste Stadträtin, Heidrun Hamjediers, am Mittwochabend bei der Sitzung des Stadtrats. Bei der Flüchtlingskrise 2015/2016 kamen viele syrische, irakische und afghanische Flüchtlinge nach Deutschland, auch Friesoythe nahm 300 Menschen auf. Nun soll die Stadt nach der neuen Aufnahmequote bis März nächsten Jahres 326 Flüchtlinge aufnehmen, hauptsächlich aus der Ukraine. 

Mittlerweile sei man zwar ein wenig mehr erprobt, erläuterte Hamjediers, die Lage sei aber wegen des knappen Wohnraumes eher schwieriger. Die 3 Gemeinschaftsunterkünfte am Pehmertanger Weg sowie in der Spreestraße und Willohstraße seien bereits voll. Aktuell sei die Stadt damit beschäftigt, weitere Unterbringungsmöglichkeiten zu finden.

Das Flüchtlingsheim an der Spreestraße wurde erst während des Flüchtlingsansturms 2015 neu gebaut und 2016 eröffnet. Das frühere Hotel an der Willohstraße wurde ebenfalls 2016 zum Flüchtlingsheim. 

Verwaltung möchte Unterbringung in Sporthallen oder Dorfgemeinschaftshäusern vermeiden

Dabei würden auch stadteigene Immobilien im Fokus stehen, die allerdings zum größten Teil bereits für andere Zwecke genutzt werden. "Das Wenige, was noch zur Verfügung steht, wird bei Weitem nicht ausreichen, um allen zu uns kommenden Menschen 'ein Dach über dem Kopf' bieten zu können", heißt es in der jüngsten Pressemitteilung der Stadt.

Die Stadtverwaltung wolle im besten Fall Sammelunterkünfte in Sporthallen und Dorfgemeinschaftshäusern vermeiden, diese Variante sei erst "die allerletzte Möglichkeit". Deswegen laufe verstärkt die Suche nach anderen Räumlichkeiten.

Die Stadt appelliert an alle, die in Friesoythe über frei stehende oder frei werdende Immobilien verfügen, diese der Verwaltung zu melden. Dabei sollen neben Wohnungen und Häusern auch größere Immobilien in Betracht gezogen werden, die man in Gemeinschaftsunterkünfte umwandeln könnte. Auch kreative Ideen, die bei der Suche nach angemessenen Wohnraum helfen können, seien erwünscht. 

Wurde erst 2016 eröffnet: das Flüchtlingsheim an der Spreestraße in Friesoythe. Archivfoto: MTWurde erst 2016 eröffnet: das Flüchtlingsheim an der Spreestraße in Friesoythe. Archivfoto: MT

Nachfrage nach günstigen Wohnungen übersteigt das Angebot

"Die Stadt weiß natürlich, dass die Nachfrage nach günstigen Wohnungen in Friesoythe das Angebot übersteigt", erklärt die Verwaltung in der Mitteilung. Sie könne Mietverträge für einen Zeitraum von 3 Jahren bieten, die Kosten übernehme der Landkreis, erklärte Hamjediers. Man sei für vieles offen, beispielsweise für Angebote über Gebäude, die sich am freien Markt nicht einfach so vermieten lassen. 

Zudem werden die Schulen und Kindergärten in Friesoythe schon informiert, dass sie mit weiteren ukrainischen Kindern rechnen können, teilte die Stadträtin den Ratsmitgliedern mit. Es sei zwar noch nicht klar, wie sich die Gruppe zusammensetze, die Stadt rechne jedoch erneut mit vielen ukrainischen Frauen und Kindern.

  • Info: Angebote und Rückmeldungen können an buergeranfragen@friesoythe.de gerichtet werden. Berthold Meyer aus dem Fachbereich Stadtentwicklung (meyer@friesoythe.de) ist der Ansprechpartner.

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