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St.-Johannes-Schule soll mit Luftfilteranlagen ausgestattet werden

Die Gemeinde Steinfeld schätzt die Kosten auf 600.000 Euro. Eine 80-prozentige Bundesförderung ist beantragt. Auch für die St.-Antonius-Schule und die Don-Bosco-Schule wird der Einsatz geprüft.

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Während einer Besichtigung verschafften sich die Mitglieder des Schulausschusses jüngst einen Eindruck vom Fortschritt der Bauarbeiten in der St.-Johannes-Schule. Während der Führung erläuterte Bauamtsleiter Michael Gronemeyer die Pläne für die Anschaffung von Luftfilteranlagen für die Grundschule.   Foto: Timphaus

Während einer Besichtigung verschafften sich die Mitglieder des Schulausschusses jüngst einen Eindruck vom Fortschritt der Bauarbeiten in der St.-Johannes-Schule. Während der Führung erläuterte Bauamtsleiter Michael Gronemeyer die Pläne für die Anschaffung von Luftfilteranlagen für die Grundschule.   Foto: Timphaus

Um die Grundschüler in Steinfeld besser vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen, will die Gemeinde die St.-Johannes-Schule mit Luftfiltern ausstatten. 30 raumlufttechnische Anlagen (RLT-Anlagen) mit Heizregister sollen angeschafft werden. Die Kostenschätzung beläuft sich auf 600.000 Euro. Dem Bund liegt ein Förderantrag der Gemeinde vor, damit dieser 80 Prozent der Kosten – also 400.000 Euro – übernimmt. Eine Bewilligung steht momentan noch aus.

Während einer Besichtigung der Grundschule, die noch bis Ende Februar 2022 für knapp 5 Millionen Euro kernsaniert, umgebaut und erweitert wird, erläuterte Bauamtsleiter Michael Gronemeyer den Mitgliedern des Schulausschusses die Details. Er teilte mit, dass weitere Luftfilter auch in der St.-Antonius-Schule in Mühlen und der Don-Bosco-Schule in Steinfeld eingebaut werden sollen. Aktuell prüfe die Gemeinde, wie viele RLT-Anlagen benötigt werden. Dann sollen weitere Förderanträge beim Bund gestellt werden.

Eine politische Beratung zur Ausstattung der Bildungseinrichtungen mit Luftfiltern hat bisher nicht stattgefunden. Aus dem Bauamt heißt es dazu auf Anfrage, diese solle erfolgen, "sobald Kosten hierfür vorliegen und eine Förderzusage seitens des Bundes vorliegt".

Einbau wohl erst im Sommer 2022 möglich

Ob auch die Kindertagesstätten mit Luftfiltern versehen werden, steht noch nicht fest. Gronemeyer teilte auf Anfrage mit: "Es wird geprüft, ob ein Einbau von Lüftungsanlagen sinnvoll und machbar ist. Dies betrifft den gemeindeeigenen Kindergarten St. Nikolaus." 

Da nach einer Förderzusage noch ein Fachplaner ausgeschrieben und weitere Vorbereitungen getroffen werden müssten, rechnete Gronemeyer damit, dass der Einbau der Luftfilteranlagen in der St.-Johannes-Schule frühestens in den Sommerferien 2022 erfolgen kann. Dies hängt nach seinen Angaben auch mit zu erwartenden Lieferengpässen bei den Herstellern zusammen, da viele Kommunen und Institutionen derzeit RLT-Anlagen anschaffen oder nachrüsten.

Zentrale Lüftungsanlage wäre günstiger gewesen

Laut Gronemeyer wäre eine zentrale Luftfilteranlage für die gesamte St.-Johannes-Schule prinzipiell förderfähig gewesen. Dann hätten die Kosten bei etwa 510.000 Euro gelegen. Die Förderrichtlinie des Bundes kam während des Großprojekts jedoch zu spät, die Planungen hierfür hätten nach seinen Angaben deutlich eher erfolgen müssen.

Die neue Mensa der Grundschule erhält indes eine zentrale Luftfilteranlage. Diese Investition soll, so hofft es die Gemeinde, auch mit Landesmitteln in Höhe von 60 Prozent über den Ausbau des Ganztags gefördert werden. Der Antrag ist gestellt. Wie viel die Anlage genau kostet, kann Gronemeyer noch nicht beziffern.

Der Einsatz von Luftfiltern an der St.-Johannes-Schule belastet den kommunalen Haushalt auch langfristig. So muss die Gemeinde laut Gronemeyer aufgrund des hohen Stromverbrauchs der Geräte einen separaten Stromanschluss legen. "Gespräche mit der Westnetz laufen. Möglicherweise kann der Anschluss für die Containerschule weitergenutzt werden."

Folgekosten sind ebenfalls nicht zu vernachlässigen

Wie der Bauamtsleiter schilderte, belaufen sich die Stromkosten allein für die RLT-Anlagen in der Grundschule voraussichtlich auf etwa 11.000 Euro pro Jahr, aber nur, wenn sie perfekt eingestellt sind. Gronemeyer teilte mit, dass die Geräte steuerbar seien und nur während des Schulbetriebs in Betrieb sein sollen.

Auch die Wartung wirkt sich auf das Gemeindesäckel aus. Die Gemeinde rechnet mit Kosten von etwa 28.000 Euro jährlich. Pro Anlage würden 400 Euro fällig, pro Jahr seien 2 Wartungen notwendig. Gronemeyer sagte, mit einem Wartungsvertrag ließen sich die Kosten hoffentlich etwas drücken.

Als weitere Corona-Schutzmaßnahme prüft die Gemeinde die geförderte Anschaffung von CO2-Ampeln für die Schulen. Das Land stellt Steinfeld zudem exakt 16.594,15 Euro für mobile Luftfilteranlagen zur Verfügung. Auf diese Geräte will man laut Gronemeyer aber aufgrund der Lärmentwicklung möglichst verzichten.

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