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St.-Anna-Stift und Praxis Eswein starten das Programm "Starke Pflege"

Durch ein neues Projekt können Bewohner und Tagesgäste des Pflegeheims jeden Tag Angebote der Physiotherapiepraxis Eswein nutzen. Das abwechslungsreiche Programm kostet sie nicht zusätzlich.

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Gute Zusammenarbeit: Die Verwaltungsleiterin des Stifts, Daniela Tiedeken, und der Physiotherapeut Wilhelm Eswein setzten auf Kooperation bei der Gesundheit der Bewohner. Foto: Hahn

Gute Zusammenarbeit: Die Verwaltungsleiterin des Stifts, Daniela Tiedeken, und der Physiotherapeut Wilhelm Eswein setzten auf Kooperation bei der Gesundheit der Bewohner. Foto: Hahn

"Für uns ist 'Starke Pflege' nicht nur der Name dieses Programms, wir wollen das als Motto auch leben", betont Daniela Tiedeken bei der Vorstellung eines neuen Sportangebots für das St.-Anna-Stift Kroge. Seit August bietet das Pflegeunternehmen "Zerhusen & Blömer" in dem Kroger Pflegeheim die "Starke Pflege" an. Tiedeken ist als Verwaltungsleiterin die Projektverantwortliche und hat das Konzept mit der Physiotherapiepraxis Eswein erarbeitet. 

5 Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen der Praxis sind demnach an jedem Tag der Woche 3 Stunden vor Ort und bieten in allen Wohnbereichen ein Programm an, berichtet Wilhelm Eswein. Dieses Konzept habe branchenübergreifend so viel Anerkennung bekommen, dass die Techniker Krankenkasse das Programm für 2 Jahre unabhängig vom Mitgliederstatus der Teilnehmenden fördere. Wilhelm Eswein ist der Sohn von Svetlana Eswein, ihre Praxis arbeitet seit 16 Jahren mit der Pflegeeinrichtung zusammen. "Svetlana kennt alle Bewohner und Bewohnerinnen beim Namen", sagt Tiedeken. 

Abwechslungsreicher Alltag sorgt für Action

Ziel der "Starken Pflege" sei das körperliche und geistige Wohlbefinden der Teilnehmenden. "Unsere Bewohner und Bewohnerinnen sollen sich hier wie zu Hause fühlen", sagt die Projektverantwortliche. Und dazu gehöre ein abwechslungsreicher Alltag. "Hier ist immer Action", ergänzt der Physiotherapeut. Er arbeitet mit seinem Team an der Mobilität der Männer und Frauen. Im Alter sei der Bewegungsradius stark eingeschränkt, deswegen gehörten Bewegung und Aktivierung zu dem Programm. Ein wichtiger Aspekt sei auch die Sturzprophylaxe, dadurch sollen Gefahren erkannt und vermieden werden. 

Um den Stand der Teilnehmenden aus den verschiedenen Wohnbereichen einzuschätzen, teile das Konzept sie in die Gruppen "go", "no go" und "slow go" ein. "Die Übungen unterscheiden sich natürlich je nachdem, ob jemand im Rollstuhl sitzt oder noch gut zu Fuß ist", erläutert Eswein. Der aktuelle Gesundheitsstand werde auch dokumentiert.

Gedächtnistraining wird spielerisch eingebaut

Außerdem Bestandteil des Programms sei das Gedächtnistraining. "Das bauen wir gerne spielerisch ein", sagt Eswein. Ein Beispiel des kognitiven Bewegungstrainings: sich den Ball zuwerfen und dabei den Namen nennen. Das komme gut an, auch Angehörige machen mit, berichtet Tiedeken. "Einmal wollte eine Gruppe nach der Stunde alleine weiter Ball spielen", verrät Eswein. Erfolgserlebnisse im Training seien auch für die Psyche gut. Zudem fördere das Projekt das Miteinander im Pflegeheim. 

Das Konzept wurde nach den Paragrafen der betrieblichen Gesundheitsförderung (§ 20b SGB V) und der Prävention in Pflegeeinrichtungen (§ 5 SGB XI) des Sozialgesetzbuchs erstellt, erklärt Tiedeken. Das Programm "Starke Pflege" sei bei der Techniker Krankenkasse so gut angekommen, dass sie das Präventionsprojekt komplett fördere. Das bedeutet: Für die Bewohner und Bewohnerinnen und Tagespflegegäste entstünden keine weiteren Kosten.

"So ein zusätzliches Angebot ist in den Pflegesätzen einfach nicht vorgesehen. Deswegen sind wir so dankbar, dass die Techniker uns das ermöglicht", erklärt Tiedeken. Die Krankenkasse fördere das Projekt, das für 2 Jahre bewilligt ist, mit mehr als 200.000 Euro. Aber auch die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sollen weiter an ihrer Gesundheit arbeiten können. Sie können als Teil des Bewegungsangebots die Fitness-Flat des Anbieters "HanseFit" nutzen, berichtet Tiedeken.

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