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Sprachcamp Lohne setzt auf digitale Medien

Das Sprachcamp wird vom "Runden Tisch Lohne für Integration und Völkerverständigung" organisiert. In diesem Jahr findet das Camp online statt.

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Spiel und Spaß beim Sprachcamp: Suzan Al Osso (von links), Ibrahim Hussein, Abdul Hussein, Shaker Sheikhmousa, Kerstin Sommer und Shirin Al Osso erhalten Tablets. Foto: Röttgers

Spiel und Spaß beim Sprachcamp: Suzan Al Osso (von links), Ibrahim Hussein, Abdul Hussein, Shaker Sheikhmousa, Kerstin Sommer und Shirin Al Osso erhalten Tablets. Foto: Röttgers

Sie sind zwischen 9 und 12 Jahre alt. Sie alle eint der Wissensdurst, die deutsche Sprache noch besser sprechen zu können: Shirin, Suzan, Abdul, Ibrahim und Shaker sind Flüchtlingskinder, die ihre freie Zeit in den Osterferien im Sprachcamp des Vereins "Runder Tisch Lohne für Integration und Völkerverständigung" verbringen werden. Dafür treffen sie sich bei strahlendem Sonnenschein beim Jugendtreff. Mit dabei sind auch Ursula gr. Holthaus, die erste Vorsitzende des Vereins, sowie Beisitzerin Kerstin Sommer. Im Gepäck haben sie Tablets, die den Kindern für das Sprachcamp bereitgestellt werden.

Denn natürlich kann das Sprachcamp diesmal nicht wie in den vergangenen Jahren in Präsenz stattfinden. „In den Schulen sind Video-Konferenzen besonders während der Corona-Pandemie ein wichtiges Kommunikationsmittel geworden. Und so sind wir vom 'Runden Tisch Lohne' auf die Idee gekommen, das Sprachcamp dieses Jahr mit digitalen Möglichkeiten durchzuführen“, freut sich gr. Holthaus ob der Wiederauflage des Sprachcamps, das der Verein mittlerweile seit 6 Jahren anbietet. IT-Experte Dennis Pölking kümmert sich indes darum, dass technisch alles läuft.

Kinder treffen sich täglich in der Videokonferenz

„Jedes Jahr sollen so vorrangig Flüchtlingskinder beim Deutschlernen unterstützt werden“, ergänzt Beisitzerin Kerstin Sommer den Vereinsgedanken. Dafür bekommen die angemeldeten Kinder jeweils eines der Tablets, die der Runde Tisch vor einiger Zeit mithilfe der Lotto-Sport-Stiftung angeschafft hat. Darauf befinden sich Sprachlernprogramme und das Videokonferenz-Programm „Zoom“. Jeden Morgen sollen die Kinder sich nun gemeinsam in einer Videokonferenz treffen. „Wir lesen den Kindern die Geschichte 'Petronella Apfelmus – Verhext und festgeklebt' von Sabine Städing vor, aber animieren sie auch, sich über diese zu unterhalten“, erläutert Sommer den Ablauf des Sprachcamps.

Über den Tag hätten die Kinder dann die Möglichkeit, an den Tablets zu arbeiten und in den Programmen zu lernen. Da gibt es unter anderem die Lernsoftware „Frag doch mal die Maus“ mit spannenden Lach- und Sachgeschichten, die spielerisch helfen, den Alltag kennenzulernen und zu entdecken, was Abdul Hussein gleich schon mal ausprobiert. Sein Cousin Ibrahim Hussein hat dagegen ein Programm aufgerufen, mit dem er den heimischen Wald und die verschiedenen Laub-und Nadelbäume sowie die dort lebenden Tiere kennenlernen kann.

Sprachcamp findet in kleinen Gruppen statt

„Herzstück unseres Sprachcamps ist, dass es nicht – wie in der Schule – frontalen Unterricht gibt, sondern dass die Kinder in einer kleineren Gruppe ganz spielerisch und mit Freude die ersten Schritte in der deutschen Sprache machen“, betont Anke Homringhausen, die sich ehrenamtlich als Lehrerin engagiert. Sie hat dazu lustige Handpuppen namens „Singeling“ mitgebracht, mit denen sie die Kinder auf vielfältige Art und Weise animiert, die deutsche Sprache zu entdecken, ihr zuzuhören und mitzusprechen.

„Ob Bilder- oder Zahlenrätsel oder die Sprachspiele 'Ich packe meinen Koffer' und 'Ich sehe was, was Du nicht siehst' – Hauptsache, die Kinder sind mit Spaß dabei und bauen so ihre Hemmungen ab“, erklärt Homringhausen ihre pädagogische Arbeit. Am liebsten singe sie jedoch mit und durch ihre „Singeling“-Handpuppen, um Kinder zum Sprechen zu animieren. „Singen verbindet Sprache“, meint die freiwillige Sprachcamp-Lehrerin.

"Runder Tisch Lohne" seit 1992 aktiv

Der „Runde Tisch Lohne“ setzt sich seit 1992 als Initiative von Mitgliedern des Rates der Stadt Lohne und verschiedener engagierter Gruppen gegen Ausländerfeindlichkeit ein. Im Mai 2006 folgt mit 33 Mitgliedern aus verschiedenen Nationen und Gruppen die Gründung des gemeinnützigen Vereins „Runder Tisch Lohne für Integration und Völkerverständigung“. Der Zweck des Vereins ist die Integration und die Förderung des Zusammenlebens von einheimischen und ausländischen Menschen mit ihren Familien in der Stadt Lohne sowie der gemeinsamen Vertretung ihrer Interessen und Anliegen in der Öffentlichkeit. Die „Verständigung zwischen Menschen, Kulturen, Religionen und Völkern“, aber auch „Chancen für Kinder, Jugendliche und Familien, für Frauen und Männer“ liegen dem Verein am Herzen. 

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