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Sport bietet auch die Chance zur Integration

An der Geschwister-Scholl-Oberschule in Vechta soll ein öffentlicher Basketballplatz entstehen. Rasta-Boss Stefan Niemeyer macht sich für das Projekt stark.

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Korbjagd auf dem Schulhof: Sportlehrer Malte Scheper und die 10.-Klässler Artem Kawezkij, Deniz Kelertzis und Phillip Imuesi (von links) freuen sich schon auf den Bau eines modernen Basketballplatzes an der Geschwister-Scholl-Oberschule.   Foto: Speckmann

Korbjagd auf dem Schulhof: Sportlehrer Malte Scheper und die 10.-Klässler Artem Kawezkij, Deniz Kelertzis und Phillip Imuesi (von links) freuen sich schon auf den Bau eines modernen Basketballplatzes an der Geschwister-Scholl-Oberschule.   Foto: Speckmann

Wenn Sportlehrer Malte Scheper in der Geschwister-Scholl-Oberschule zur Korbjagd bittet, dann leuchten bei seinen Schützlingen die Augen: Phillip, Deniz und Artem lieben Basketball. Sie spielen in der Schule und auch in der Freizeit. Da freut es die 10.-Klässler natürlich riesig, dass auf ihrem Schulhof ein moderner Platz geplant ist. Das neue Angebot soll sich aber nicht nur an die Oberschüler richten, sondern an sämtliche Kinder und Jugendliche in der Stadt Vechta.

Ausschuss für Jugend und Sport begrüßt die Pläne

Der Ausschuss für Jugend und Sport unter dem Vorsitz von Martin Höffmann (CDU) hat sich einstimmig für die Errichtung eines neuen Basketballfeldes auf dem Gelände an der Driverstraße ausgesprochen. Der Verwaltungsausschuss muss den Beschluss zwar noch absegnen. Doch wenn die Begeisterung in dem Gremium ebenso groß ist, dann dürfte dem städtischen Vorzeigeprojekt in Kooperation mit Rasta Vechta nichts im Wege stehen.

Rasta-Klubchef Stefan Niemeyer entfacht eine wahre Euphorie, als er seine neuen Pläne für die Jugendarbeit in der Sitzung vorstellt. Die Initialzündung hat es schon vor etwa einem Jahr gegeben, als ein Vertreter des Vereins "Baskets 4 Life" aus Oldenburg auf ihn zukommt und für die Errichtung von Streetball-Plätzen in der Stadt Vechta wirbt. Es folgt die Besichtigung einer Anlage an der Oberschule Bösel.

Sein Herz schlägt für den Nachwuchs: Rasta-Klubchef Stefan Niemeyer will Sponsoren für das neue Projekt gewinnen. Archivfoto: BenteSein Herz schlägt für den Nachwuchs: Rasta-Klubchef Stefan Niemeyer will Sponsoren für das neue Projekt gewinnen. Archivfoto: Bente

Um Kindern und Jugendlichen außerhalb des Vereinssports eine zusätzliche Möglichkeit zu geben, Basketball zu spielen, plädiert Niemeyer für die Umsetzung eines solchen Projekts in der Kreisstadt. "Aber es genügt nicht, einfach nur einen Platz zu schaffen. Die Schule muss dahinter stehen und mitmachen", unterstreicht der Klubchef, dem die Nachwuchsarbeit schon seit Jahrzehnten am Herzen liegt.

Dass die Geschwister-Scholl-Oberschule als Standort dienen soll, hängt mit dem Engagement von Sportlehrer Scheper als früherer Rasta-Trainer zusammen. Aber diese Personalie ist nicht der Hauptgrund. Bei dem Vorhaben spielt die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund eine große Rolle. Hier ist die städtische Oberschule mit Schülern aus verschiedenen Herkunftsländern und Kulturen geradezu prädestiniert.

Angebot soll sich für Nachwuchsbereich auszahlen

Für Niemeyer ist die Integration ein wichtiger Faktor für den Freizeitsport im öffentlichen Raum und auch für die Arbeit bei Rasta. Es sei schwer, Leute in den Verein zu bekommen, die teilweise am Rande der Gesellschaft stünden. In diesem Zusammenhang macht der Vorsitzende keinen Hehl daraus, dass er sich durch die Unterstützung des öffentlichen Angebotes auch Zulauf für die eigene Nachwuchsabteilung erhofft.

Über den Verein "Baskets 4 Life" soll das Projekt entgegen erster Gedankenspiele jedoch nicht abgewickelt werden. Davon rät Niemeyer mit Blick auf Lizenzgebühren ab. Ihm schwebt die Gründung eines gemeinnützigen Vereins vor, um auch Spenden akquirieren zu können. Der Unternehmer will sich um Sponsoren kümmern und auch selbst einen finanziellen Beitrag leisten, wie er in der öffentlichen Sitzung ankündigt.

"Mein Ziel ist es, in dem Verein eine hauptamtliche Person zu beschäftigen, die sportliche Grundlagen vermitteln kann und auch Sozialkompetenz hat.“Rasta-Klubchef Stefan Niemeyer

"Mein Ziel ist es, in dem Verein eine hauptamtliche Person zu beschäftigen, die sportliche Grundlagen vermitteln kann und auch Sozialkompetenz hat", sagt der Initiator. Die Betreuung der Kinder und Jugendlichen könnte über die Stadtgrenzen hinaus Schule machen. Auch für andere Orte im Landkreis Vechta seien solche Angebote denkbar. Dann ließen sich sogar Wettbewerbe veranstalten.

Wichtig ist für den Rasta-Boss, dass eine hochwertige Anlage entsteht und auch die Pflege durch entsprechendes Personal gesichert ist. Diese Arbeit könnte der Hausmeister der Schule übernehmen. Nach ersten Schätzungen der Verwaltung beläuft sich die Investition auf 125.000 Euro inklusive Planungskosten. Aus dem Integrationsfonds des Landes Niedersachen ließen sich eventuell Fördergelder generieren.

Der Ausschuss für Jugend und Sport steht voll und ganz hinter dem Projekt. Dem kann sich Bürgermeister Kristian Kater (SPD), selbst im Beirat von Rasta Vechta, nur anschließen. Auf die lange Bank sollen die Pläne nicht geschoben werden. Niemeyer hofft auf eine möglichst schnelle Umsetzung. Für den Bodenbelag des Spielfeldes schwebt dem Rasta-Chef sogar schon eine geeignete Farbe vor: "Natürlich Orange."

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