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Spielplätze, Teil II: Kreative Welten, bespielbare Kunstobjekte

Kolumne: Das Leben als Ernstfall – Spielplätze müssen keine Hunderttausende von Euro kosten. Einfallsreiches genügt oft genug – auch im Oldenburger Münsterland.

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Vor knapp einem Monat ging es an dieser Stelle um Spielplätze und ihre mitunter lieblose Gestaltung. Dazu noch 2 Ergänzungen mit Bezug auf Steinfeld: Auf dem Spielplatz Sudetenstraße gibt es doch noch eine Seilbahn. Das Urteil "in die Jahre gekommen" besteht meinerseits aber weiterhin. Zweitens informierte mich ein Anwohner, dass es dem Wasserverband Steinfeld-Süd als Eigentümer der Fläche zu verdanken sei, dass an der Barbarastraße überhaupt 3 Geräte und ein Hinweisschild stehen. Spielende Kinder habe ich dort nichtsdestotrotz noch nie erblickt. Aber sei's drum.

Das Thema birgt auch so genügend Stoff für eine Fortsetzung. Kennen Sie zum Beispiel Hans-Georg Kellner? Der Chef von Kellner Steckfiguren aus Tabarz im nordwestlichen Thüringer Wald – Gärtnermeister Tulpe war ein Klassiker in vielen DDR-Kinderzimmern – gilt als einer der bedeutendsten deutschen Spielplatzbauer.

Seinem Atelier hat der gelernte Werkzeugmacher, der Holzgestaltung sowie angewandte Kunst studiert hat, den Beinamen "Institut für spielbedingte Lärmentwicklung" gegeben. Geschätzt 500 Spielplätze weltweit hat er in demnächst 3 Jahrzehnten gestaltet.

"Etwas fürs Auge, Kunst im öffentlichen Raum – und mit großen Spielwert für Kinder: So kann ein Spielplatz die Aufenthaltsqualität einer Stadt oder Gemeinde gleich doppelt steigern."Andreas Timphaus, Reporter

Seine Entwürfe sind mehr als Schaukel, Rutsche oder Klettergerüst. Sie sind kreative Welten für Kinder, die sich harmonisch in die Umgebung einfügen – es ist egal, ob in Tokio, Stockholm oder Locarno, in Westercelle oder Sonnenberg. 0815 kennt Kellner nicht. Seine Schöpfungen sind allesamt Unikate. Kellner sagt: "Letztlich ist es mein Ziel, dass ein Spielplatz nicht aussieht wie ein Spielplatz, sondern dass er vielmehr ein Akzent im Freiraum ist, der auch Erwachsenen guttut." Ein Spielplatz als bespielbares Kunstobjekt – das ist eine Idee, der ich viel abgewinnen kann.

Eine Idee wäre eine Spielplatzwelt in der Schemder Bergmark

Etwas fürs Auge, Kunst im öffentlichen Raum – und mit großen Spielwert für Kinder: So kann ein Spielplatz die Aufenthaltsqualität einer Stadt oder Gemeinde gleich doppelt steigern. Das muss auch nicht unbedingt Hunderttausende von Euro kosten. Den Spielplatz "Heuhaufennadeln" in Wesercelle haben der thüringische Spielplatzbauer und sein Team im Jahr 2013 beispielsweise für 60.000 Euro entwickelt.

Wie wäre es wiederum mit Blick auf Steinfeld, wenn am Rathausplatz ein solcher Spielplatz entstehen würde? Als Oberthema schwebt mir – der Gedanke liegt nahe – das Pferd vor. Es könnte gleichsam der Auftakt zur Wiederbelebung der Steinfelder Pferdestraße sein, die sich einige CDU-Ratsmitglieder ohnehin wünschen.

Oder wie wäre es – um gleich etwas größer zu denken – mit einer Spielplatzwelt in der Schemder Bergmark; eine Verbindung von Naherholung und Tourismus. Zur Finanzierung ließen sich bestimmt rasch einige Firmen mit ins Boot holen. Es geht schließlich um einen Spiel(mehr)wert für Kinder. Es ist eine Vision. Aber wenn man will, ist fast alles möglich.


Zur Person:

  • Andreas Timphaus ist Redakteur der OV.
  • Den Autor erreichen Sie unter info@ov-online.de

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