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Spielplätze in Steinfeld: Schluss mit lieblos!

Das Leben als Ernstfall: Besonders kreativ gehen Kommunen bei der Gestaltung von Spielplätzen nicht vor. Ein Beispiel ist die Gemeinde Steinfeld.

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Spielen – das ist das Ausprobieren aller Möglichkeiten, an Grenzen gehen, Erfahrungen sammeln, lernen. Während früher die Natur der bevorzugte Ort zum Toben, Turnen, Tollen war, so ist heute der Spielplatz an ihre Stelle getreten. Rutsche, Schaukel und Co. gehören fest zum Bild einer Kommune.

Aber: Besonders kreativ gehen Städte und Gemeinden bei der Gestaltung dieser Entwicklungs-, Bewegungs- und Rückzugsräume meistens nicht vor. Oft sind Spielplätze standardisiert und stehen unter einem ständigen Sicherheits- und Kontrollwahn. Dabei gehört das kalkulierte Risiko zum Spielen dazu. Doch auf modernen Spielplätzen gilt vielfach: Sicherheit hat Freiheit abgelöst.

Noch weitaus ärgerlicher ist es aber, wenn Spielplätze einfach lieblos in die Siedlung gepflanzt werden. In Steinfeld gibt es beispielsweise etwa 30 Spielplätze. Doch bei genauer Betrachtung haben wohl nur etwas mehr als eine Handvoll diese Bezeichnung wirklich verdient.

"Als junger Vater habe ich einige Spielplätze in Steinfeld besucht. Wirklich wohlgefühlt habe ich mich nur selten."Andreas Timphaus

Als junger Vater habe ich in der jüngeren Vergangenheit einige Spielplätze in der Gemeinde besucht. Wirklich wohlgefühlt habe ich mich nur selten.

Da ist zum Beispiel der Standort an der Sudetenstraße. Über zwei Pattwege erreichbar war dies in meiner Kindheit das Nonplusultra. Doch heute sind die Seilbahn abgebaut, der Kletterturm in die Jahren gekommen. Die Anlage, eigentlich erstklassig gelegen, wirkt teilweise ungepflegt. Oder im Schwalbeneck: Dort gibt es zwar neue, bunte Spielgeräte. Dennoch wirkt alles trist. Die Bank ist viel zu weit von den Geräten entfernt. Es gibt keinen Schatten spendenden Baum. Ein schlechter Witz ist die Fläche an der Barbarastraße: 3 Geräte auf Rasen. Dort habe ich noch nie jemanden spielen gesehen. Aber zumindest gibt's ein Schild, das auf die Regeln hinweist.

Doch man sollte nicht nur meckern: Der Spielplatz in der Kreuzberg-Siedlung ist in Ordnung, wenngleich die Spielgeräte ein Sammelsurium aus verschiedenen Generationen sind. Auch schön ist der Standort an der Annette-von-Droste-Hülshoff-Straße. Dort gibt es Hecken zum Verstecken, Bäume und eine Schaukel für Kleinkinder.

Es ist kein Wunder, dass sich Familien eine riesige Spiellandschaft im heimischen Garten zulegen, wenn Städte und Gemeinden diesem Thema so wenig Herz schenken. Spielplätze sind das Reich der Kinder. Warum dürfen sie nicht bei der Gestaltung mitbestimmen? Für meine Heimat rufe ich jedenfalls aus: Schluss mit lieblos!

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