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Spendensammlung der Feuerwehr Fladderlohausen für Flutopfer stößt auf Riesen-Resonanz

Drei Stunden lang rollte ein Fahrzeug nach dem anderen an. Drinnen saßen Menschen, die jede Menge hochwertige Hilfsgüter wie Kleidung und Hygieneartikel dabei hatten.

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Alle Hände voll zu tun hatten (von links) Mario Stickfort, Klaus Meyer, Fabian Kolbeck und weitere Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr Fladderlohausen mit den zahlreichen Hilfsgütern. Foto: Berg

Alle Hände voll zu tun hatten (von links) Mario Stickfort, Klaus Meyer, Fabian Kolbeck und weitere Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr Fladderlohausen mit den zahlreichen Hilfsgütern. Foto: Berg

Solch ein Verkehrsaufkommen hat die kleine Verbindungsstraße zwischen dem Dorfplatz und dem Feuerwehrgerätehaus in Fladderlohausen wohl selten gesehen: Stellenweise standen am Sonntagnachmittag mehr als 10 Autos Schlange. Gab es etwas umsonst? Nein, ganz im Gegenteil: Die Menschen kamen, um zu geben. Die Autos, zum Teil auch Fahrräder, waren vollbepackt mit hochwertigen Hilfsgütern, die den leidgeplagten Opfern der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zugute kommen sollen.

Die örtliche Feuerwehr hatte die Bevölkerung darum gebeten, gut erhaltene Bekleidung, Hygieneartikel, Haushaltsgegenstände und Spielzeug abzugeben. Das ließen sich die Menschen - sowohl aus der Gemeinde Holdorf als auch der Umgebung - nicht zweimal sagen: Drei Stunden lange rollte Fahrzeug um Fahrzeug vor das Feuerwehrgerätehaus. Abgeladen wurden Kartons, Säcke und Kunststoffboxen, deren Inhalt in den Flutgebieten dringend benötigt wird.

„Uns geht es gut und die Leute dort haben nichts mehr. Da müssen wir doch helfen", sagte Anita Pille, die mit ihrem Ehemann Ewald aus Damme angereist war. „Wenn man die schrecklichen Bilder aus den Flutgebieten sieht … Das hat uns dazu bewegt, hierher zu fahren“, fügte ihr Ehemann an. Vor allem gut erhaltene Schuhe und Bettwäsche hatte das Ehepaar an Bord.

Und wieder eine Schubkarre voll mit Hilfsgütern. Die Spendenaktion der Feuerwehr Fladderlohausen stieß auf große Resonanz. Foto: BergUnd wieder eine Schubkarre voll mit Hilfsgütern. Die Spendenaktion der Feuerwehr Fladderlohausen stieß auf große Resonanz. Foto: Berg

Auch Nadine und Manuel Hürkamp hatten alleine 16 Paar Schuhe dabei - und reichlich Spielzeug. „Wir haben Zwillinge und so viele Sachen übrig, dass wir sie doch am besten spenden können“, sagte Nadine Hürkamp

Aus Steinfeld angefahren war Laura Rolfsen. „Das ist eine tolle Aktion“, lobte sie die Kameradinnen und Kameraden. Denn: Rolfsen ist selbst Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Mit der Abgabe von Hilfsgütern ist es für sie aber womöglich noch nicht getan. Vater und Bruder seien bereits in eine der Krisenregionen, nach Wuppertal, aufgebrochen. „Vielleicht mache ich mich auch noch auf den Weg“, erklärte sie.

Feuerwehrmann Fabian Kolbeck ist der Ideengeber

Etwa 20 Feuerwehrkräfte nahmen die zahlreichen Waren in Empfang und brachten sie mit Schubkarren in und vor das Gerätehaus, wo sie vorsortiert wurden. Mittendrin war Fabian Kolbeck, Gruppenführer und in diesem speziellen Fall vor allem Ideengeber. Er habe sich am Samstag mit vielen Menschen unterhalten. Immer sei es darum gegangen, wie man helfen könne, sagte er im Gespräch mit OM Online.

Dabei sei auch die Sammelaktion der Malteser am Montag (19. Juli) in Alfhausen zur Sprache gebracht worden. Problem: Montags müssen viele Menschen arbeiten. Also kam Kolbeck die Idee, den Menschen im Kreis Vechta anzubieten, dass die Feuerwehr Fladderlohausen ihre Hilfsgüter annimmt und sie später weiterleitet. Gesagt, getan: Schnell waren weitere Mitstreiter gefunden und die Aktion konnte beginnen.

"In Absprache mit den Helfern vor Ort werden wir zunächst die Dinge losschicken, die am dringendsten gebraucht werden."Mario Stickfort, Sprecher der Feuerwehr Fladderlohausen

Am Ende kamen ein Pferdeanhänger mit Damenbekleidung, zwei Pkw-Anhänger mit Herren- und Kinderbekleidung, ein großer Kofferraum mit Hygieneartikeln und ein Raum mit Spielzeug zusammen. Am Montag, so kündigte der Pressesprecher der Feuerwehr Fladderlohausen, Mario Stickfort, an, sollen die meisten der gesammelten Hilfsgüter nun also zunächst nach Alfhausen und von dort in die Flutgebiete gebracht werden.

Alles zusammen würde die Kapazitäten in Alfhausen jedoch sprengen. Daher nahmen die Feuerwehrkräfte aus Fladderlohausen Kontakt zu weiteren Hilfseinrichtungen und gemeinnützigen Organisationen auf. „In Absprache mit den Helfern vor Ort werden wir zunächst die Dinge losschicken, die am dringendsten gebraucht werden“, so Stickfort.

Tobias Wissen und Roberta Czirjak (links) nehmen die Hilfsgüter von Nadine und Manuel Hürkamp entgegen. Foto: BergTobias Wissen und Roberta Czirjak (links) nehmen die Hilfsgüter von Nadine und Manuel Hürkamp entgegen. Foto: Berg

Güter, die verderblich, für den Weitertransport ungeeignet oder schlichtweg zu viel sind, sollen - dem sozialen Gedanken folgend - an die Tafeln, soziale Kaufhäuser oder die Kleiderkammer in Holdorf weitergereicht werden, kündigte Ortsbrandmeister Klaus Meyer an.

Wie umfassend die Hilfsbereitschaft im Oldenburger Münsterland ist, beweist auch Folgendes: Während des Auftritts des Comedians Markus Krebs am Samstagabend in Damme wurde spontan ein Sammelhut für die Geschädigten herumgereicht. Organisator Matthias Stöver verbürgte sich dafür, dass jeder gesammelte Cent die Opfer der Naturkatastrophe tatsächlich erreichen werde.

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