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Spendensammeln in Thüle: "Positive Überraschung statt negativer Einschläge"

Noch bis Ende Oktober klingeln die Vertreter der Kirchengemeinde an den Türen, um für die Sanierung des Gotteshauses zu sammeln. Die ersten Bauarbeiten haben bereits begonnen.

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Estrich trocknet: An zentraler Stelle soll künftig das Taufbecken und der Namenspatron stehen. Fotos: Claudia Wimberg

Estrich trocknet: An zentraler Stelle soll künftig das Taufbecken und der Namenspatron stehen. Fotos: Claudia Wimberg

Die erste Baustelle in St.-Johannes Baptist ist eingerichtet. Im Mittelschiff der Thüler Kirche sind rot-weiße Bänder gespannt sowie Bänke und Fliesen entfernt worden. Estrich trocknet zurzeit. An diese zentrale Stelle soll künftig das Taufbecken rücken, auch der Namenspatron wird aus einer eher unscheinbaren Ecke ins rechte Licht gerückt. Sicherheitsmängel sind im Bereich des Gewölbes bereits behoben und in wenigen Tagen soll ein auf die einzelnen Gewerke abgestimmter Terminplan vorliegen.

„Wenn du kein Ziel hast, kannst du keines erreichen“, lautet der Leitspruch von Antonius Rolf-Wittlake. Das Mitglied des Bau- und Kirchenausschusses der Friesoyther St.-Marien-Gemeinde zeigt sich deshalb überzeugt davon, dass das Vorhaben gelingt und die dringend erforderliche Sanierung Ende November abgeschlossen ist.

Gesamtkosten wurden mit 300.000 Euro veranschlagt

Kapitulieren kam auch angesichts des immensen Investitionsvolumens, das der 1.000-Einwohner-Ort stemmen muss, nie infrage. Wie berichtet, wurden Gesamtkosten in Höhe von 300.000 Euro kalkuliert. 70.000 Euro übernimmt das Offizialat, die verbleibenden 230.000 Euro müssen die Thüler aus eigener Tasche bezahlen. Abgezogen werden können noch 40.000 Euro, die aus dem Topf des 2015 gegründeten Fördervereins stammen.

Schwarze Schlieren: verursacht durch die defekte Heizungsanlage.Schwarze Schlieren: verursacht durch die defekte Heizungsanlage.

„Unsere Kirche muss im Dorf bleiben“: Mit diesem Motto werben die Verantwortlichen nicht nur auf einem großen Banner vor dem Gotteshaus um Unterstützung, sondern gehen auch von Haus zu Haus. „Wir sind gut unterwegs“, zieht Rolf-Wittlake eine Zwischenbilanz. Es habe viele „positive Überraschungen statt negativer Einschläge“ und somit nur wenige Absagen gegeben.

Finanziell fehle zwar noch einiges, ein 6-stelliger Betrag sei jedoch schon verzeichnet, „und wir setzen auf eine weitere Spendenfreudigkeit“, betonte der Thüler als Motor und Mitorganisator auch im Namen seiner Mitstreiter Elisabeth Westendorf (Gemeindeausschuss) und Georg Glup, Vorsitzender des Fördervereins. In Gruppen machen sie sich mit weiteren Helfern auf den Weg und klingeln noch bis Ende Oktober für ein persönliches Gespräch an allen Türen. „40 Prozent der Haushalte haben wir schon besucht.“

Auf eine Schließung der Kirche soll möglichst lange verzichtet werden

Über die Notwendigkeit der Instandsetzung gibt es keine zwei Meinungen, die Mängel im Gebäude sind offensichtlich: Dabei spielen Heizung, Technik, Akustik und Beleuchtung eine entscheidende Rolle. Der gesamte Innenraum wird darüber hinaus farblich aufgefrischt und die Orgel renoviert.

Möglichst lange soll auf eine Schließung der Kirche verzichtet werden. Wenn sie sich aufgrund der Bauarbeiten jedoch abzeichnet, werden die Einwohner, von denen sich einige auch mit Hand- und Spanndiensten an der Sanierung beteiligen, rechtzeitig darüber informiert.

Im viel zitierten neuen Glanz soll das Gotteshaus dann zum 100. Kirchweih-Jubiläum erstrahlen, das der Ort dann Pfingsten 2022 feiern will. Erbaut wurde seine Kirche 1921, eingeweiht 1922 und erweitert 1952.

Werbetrommel: Vor der Kirche steht ein Transparent, Flyer wurden verteilt und die Verantwortlichen klingeln an den Haustüren.Werbetrommel: Vor der Kirche steht ein Transparent, Flyer wurden verteilt und die Verantwortlichen klingeln an den Haustüren.

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