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Spaß trotz harter Arbeit: Jugendliche aus 6 Ländern helfen beim Moorschutz in Vrees

Der Workshop hat es in sich. Täglich schuften die jungen Leute in der freien Natur und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Der Dank des Bürgermeisters ist ihnen gewiss.

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Fleißige Truppe: Bürgermeister Heribert Kleene (links) besuchte die Jugendlichen im Moor.  Foto: G. Meyer

Fleißige Truppe: Bürgermeister Heribert Kleene (links) besuchte die Jugendlichen im Moor.  Foto: G. Meyer

Sie kommen aus Frankreich, Polen, Italien, Spanien, Serbien und Deutschland: Gut ein Dutzend Jugendliche und junge Erwachsene schwitzen zurzeit freiwillig in den Moorgebieten rund um Vrees. Die Gruppe nimmt an einem internationalen Umweltworkshop teil, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Renaturierung der Bockholter Dose und des Leegmoores voranzubringen.

Untergekommen sind die jungen Leute im Sportlerheim. Einige zelten auch auf dem Gelände. Gemeinsam mit Ranger Christian Starkloff und FÖJlerin Hannah Vohrs brechen sie jetzt täglich nach dem Frühstück ins Moor auf. Dort wartet viel Arbeit auf die Naturschützer. Unter anderem haben sie in einem Polder Totholz verteilt. "Es dient als Wellenbrecher, damit  die Wasserflächen schneller mit Torfmoosen besiedelt werden", erklärt Starkloff. Weil  die moortypischen Pflanzen und Tiere oft auch Jahrzehnte nach der Wiedervernässung nicht ins Moor zurückgekehrt sind, greifen die Klimaschützer selbst zum Spaten und pflanzen die Kohlendioxid speichernden Moose eigenhändig an. Starkloff freut sich über die Hilfe. "Eigentlich bräuchten wir noch viel mehr Leute, die Motivation ist aber hoch", lobt der Landschaftsingenieur. Von den ganz heißen Tage blieb die Gruppe bislang verschont. Nach Feierabend wird gemeinsam gekocht und mit den Vreesern gefeiert. Vom Dorf fühlen sich alle sehr gut aufgenommen.

Gemeinde setzt früh auf regenerative Energien

Das freut auch Bürgermeister Heribert Kleene, der die Jugendlichen vor Ort besuchte. Seine Gemeinde setze bereits seit fast 30 Jahren auf regenerative Energien, erklärte Kleene den internationalen Gästen. Dass die ersten Haushalte ab 1994 Wärme aus einem Hackschnitzelheizwerk bezogen, sei bei den Energieunternehmen zunächst gar nicht gut angekommen. "Inzwischen wissen wir, wie richtig wir damit lagen." 2005 kamen 2 Biogasanlagen hinzu, so dass heute ein großer Teil der Haushalte mit Fernwärme heizen könne und nicht mehr auf fossile Energieträger angewiesen sei. "Das, was 'Fridays for Future' will, machen wir schon lange", betont der Bürgermeister.

Für die weltweite bekannteste Klimabewegung hat sich auch die 17-jährige Laura aus Barcelona schon engagiert. "Ich habe Angst vor den Folgen des Klimawandels", sagt die Schülerin. Ihren Einsatz im Moor findet sie deshalb sinnvoll. Ähnlich geht es auch den anderen Teilnehmern, die häufig in Großstädten leben. Der 21-jährigen Anna aus Belgrad macht die gemeinsame Arbeit Spaß. In ihrer Heimat spiele der Umweltschutz bislang nur eine untergeordnete Rolle. Ihre neue Freundin Elisa, die in der Nähe von Marseille am Mittelmeer lebt, hilft dagegen regelmäßig beim Säubern der Strände. Auch Clemens aus Thüringen wollte etwas tun und entschied sich für den Einsatz im Nordwesten. Angereist ist er mit dem 9-Euro-Ticket. Die Fahrt habe sich gelohnt, sagt der 17-Jährige. "Die Arbeit ist zwar anstrengend, aber du siehst hier, was du am Tag geschafft hast."

Der Workshop ist Teil des Projekts "Vielfalt in Geest und Moor", das auch vom Landkreis Cloppenburg unterstützt wird. Er endet am 10. August. Organisiert wird der Aufenthalt von der Naturschutzstiftung Emsland.

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