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Spaß im Wohnmobil ersetzt die Kreuzfahrt

Mehr als 100 Besucher kommen zum ersten Campertreffen bei "Holla die Waldfee" in Vechta. An Kontaktfreudigkeit mangelt es in der Szene nicht.

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Begegnung bei Bier und Berlinern: Jessi und Markus Hackstette (von rechts) genießen den Aufenthalt in Vechta. Die Leidenschaft zum Campen teilen sie mit Norbert Heister und Ehefrau Swetlana. Die Paare aus Friesoythe haben sich bei einem Urlaub am Bodensee kennengelernt und sind seither häufig gemeinsam unterwegs. Foto: Speckmann

Begegnung bei Bier und Berlinern: Jessi und Markus Hackstette (von rechts) genießen den Aufenthalt in Vechta. Die Leidenschaft zum Campen teilen sie mit Norbert Heister und Ehefrau Swetlana. Die Paare aus Friesoythe haben sich bei einem Urlaub am Bodensee kennengelernt und sind seither häufig gemeinsam unterwegs. Foto: Speckmann

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie sind Wohnmobil-Dinner schwer in Mode. Vechta scheint ein beliebter Standort für solche Angebote zu sein. Bereits während des Lockdowns im März 2021 haben sich mehrere hundert Camper in der Innenstadt niedergelassen. Am vergangenen Wochenende stationierten nun erneut gut 100 Besucher mit etwa 50 Wohnmobilen in der Kreisstadt.

Die Initiative ging diesmal nicht etwa vom Stadtmarketingverein "Moin Vechta" aus, sondern lag in den Händen von Gastronom Hanns Heyng. Er richtete das Campertreffen bei seinem Restaurant "Holla die Waldfee" aus. Die Gastgeber lockten mit einer Wanderung durch die idyllische Umgebung, servierten anschließend ein deftiges Grünkohlessen und boten Glühwein am Lagerfeuer.

"Man darf ja momentan noch nicht viel machen. Das ist eine nette Abwechslung", freute sich Oliver Sieverding über das Angebot in der Pandemie. Dass der Familienvater aus Lohne seinen Wohnwagen aus dem Winterschlaf holte, kam vor allem bei den beiden Kindern gut an. Sie lieben den Aufenthalt in dem rollenden Nachtquartier. "Das ist für die beiden ein Abenteuer", berichtete Mutter Tanja.

Deftige Stärkung nach der Wanderung: Servicekraft Susanne Knake (rechts) serviert den Grünkohl zur Freude der Gäste direkt in die Wohnmobile. Foto: SpeckmannDeftige Stärkung nach der Wanderung: Servicekraft Susanne Knake (rechts) serviert den Grünkohl zur Freude der Gäste direkt in die Wohnmobile. Foto: Speckmann

Die ersten Camper waren schon am Samstagmorgen in Vechta angereist. Viele Teilnehmer kamen aus dem Oldenburger Münsterland, andere nahmen deutliche weitere Wege auf sich. Gegen Mittag war der Parkplatz vor dem Restaurant gefüllt. Die Gäste holten ihre Klappstühle aus den Fahrzeugen, tranken Kaffee und genossen die Sonnenstrahlen. Dabei kamen die Teilnehmer schnell ins Gespräch.

Gäste kommen sogar aus Brandenburg

"Wir wollten eine Nacht im Wohnmobil verbringen, wenn es draußen noch kalt ist", erzählten Christian und Petra Tredder aus Minden. Sie waren durch die sozialen Netzwerke auf die Aktion aufmerksam geworden. Auf dem Weg nach Oldenburg waren sie schon oft an Vechta vorbeigekommen. Nun kehrten sie erstmals in der Kreisstadt ein. Dabei durfte ihr Mischling "Theo" nicht fehlen.

Der kontaktfreudige Vierbeiner stellte sich gleich bei den neuen Nachbarn aus Potsdam vor. Kay und Manuela Domschke waren schon am Freitag aufgebrochen, verbrachten eine Nacht in Bremen und fuhren am nächsten Morgen weiter nach Vechta. "Früher waren wir immer auf Kreuzfahrt. Durch die Pandemie ist das schwierig geworden", berichtete das Ehepaar. Vor eineinhalb Jahren hätten sie sich ein Wohnmobil zugelegt. Seither seien sie fast jedes Wochenende mit ihrem "Chausson" unterwegs.

Etwa 400.000 Deutsche haben in der Pandemie ein Wohnmobil oder einen Wohnwagen gekauft

Die Gäste aus Brandenburg sind ein gutes Beispiel dafür, warum die Pandemie den ohnehin schon bestehenden Trend zum Urlaub auf Rädern verstärkt hat. Laut einer aktuellen Studie des "Instituts für Demoskopie Allensbach" haben sich etwa 400.000 Deutsche in den beiden vergangenen Corona-Jahren erstmals ein Wohnmobil oder einen Wohnwagen gekauft. Rund 3,8 Millionen solcher Gefährte gab es damit Ende 2021 in Deutschland, rund ein Viertel mehr als Ende 2019.

Fotos: Speckmann
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Auch Alexander Bödecker und seine Frau Malin findet zunehmend Gefallen am Caravaning. Das Paar aus Visbek hat sich bisher ein Wohnmobil bei einem Händler gemietet, wenn es mit der Clique auf Tour ging. Nun sind sie stolze Eigentümer eines Multivan, der nicht nur für alltägliche Fahrten dient, sondern dank des handwerklichen Geschicks des Ehegatten auch für Wohnmobil-Treffen ganz gut geeignet ist.

Der gelernte Tischler öffnete am Samstag die Heckklappe und präsentierte einen mechanischen Auszug mit Holzaufbau, der sich bei Bedarf innerhalb weniger Minuten demontieren lassen soll. Die Eigenkonstruktion verfügt über Kühlfach, Wassertank und Stauraum. Wie es sich im vorderen Bereich nächtigen lässt, mussten die Eheleute noch herausfinden: "Das ist das erste Mal, dass wir in dem Wagen schlafen."

Veranstalter stellt Wiederholung in Aussicht

Aber vor der Bettruhe wurde auf dem Parkplatz gefeiert. Viele Camper suchten die Gemeinschaft und genossen den Grünkohl. Das Essen wurde direkt in die Fahrzeuge geliefert. Ein Service ganz nach dem Geschmack von Markus und Jessi Hackstette, die schon an vielen Wohnmobil-Dinnern teilgenommen haben. In Papenburg ließe sich das Angebot sogar mit einer Besichtigung der Werft verbinden, berichteten die Friesoyther.

Gastgeber Hanns Heyng zog nach dem abschließenden Frühstück am Sonntag eine positive Bilanz. Das Wetter hatte mitgespielt, die Stimmung war gut. Was ihn besonders beeindruckte, war das harmonische Miteinander unter den Campern. "Das ist für uns Neuland gewesen", sagte der Veranstalter. Er stellte eine Wiederholung in Aussicht, möglicherweise schon zur Spargelzeit.

Einen festen Termin gibt es bereits für das nächste Wohnmobil-Dinner, das der Stadtmarketingverein "Moin Vechta" in Kooperation mit vier Gastronomen veranstaltet. Es findet am 5. März (Samstag) in der Innenstadt statt. Dabei soll die Große Straße, ähnlich wie bei der Premiere im vergangenen Frühjahr, zum "Restaurant auf vier Rädern" werden. Anmeldungen sind ab Dienstag (15. Februar) ab 10 Uhr unter www.moinvechta.shop möglich.

Gut gerüstet für künftige Ausflüge: Alexander Bödecker und seine Frau Malin haben ihren neuen Multivan mit einer Holzkonstruktion inklusive Kühlfach und Wassertank ausgestattet. Foto: SpeckmannGut gerüstet für künftige Ausflüge: Alexander Bödecker und seine Frau Malin haben ihren neuen Multivan mit einer Holzkonstruktion inklusive Kühlfach und Wassertank ausgestattet. Foto: Speckmann

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