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Soziales Kaufhaus bereitet sich auf den Winter vor

Noch ist das Geschäft in Löningen coronabedingt geschlossen. Wann es weitergeht, wissen die Mitarbeiterinnen noch nicht.

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Gut sortiert: Der SkF-Laden in der Löninger Innenstatdt bietet ein fast vollständiges Sortiment. Foto: Meyer

Gut sortiert: Der SkF-Laden in der Löninger Innenstatdt bietet ein fast vollständiges Sortiment. Foto: Meyer

Seit mehr als einer Woche hat das Soziale Kaufhaus geschlossen. Nachdem Löningen zum Corona-Hotspot mutierte, entschlossen sich die Mitarbeiterinnen, den Laden vorerst zuzumachen. „Viele von uns sind schon älter und gehören einer der Risikogruppen an“, begründet Mechthild Engstenberg die Entscheidung.

43 Frauen helfen regelmäßig mit

Das Engagement für den Second-Hand-Laden ist riesig. 43 Frauen helfen regelmäßig mit. Sie nehmen Neuware in Empfang, sichten und sortieren sie und machen sie verkaufsfertig. Nicht alles, was sie geliefert bekommen, ist gut genug. „Wichtig für uns ist, dass die Sachen noch tragbar und gereinigt sind“, sagt Engstenberg. Manchmal  allerdings liegen auch blaue Säcke mit  dreckiger Wäsche vor der Tür. Die landen dann im Müll. Die Nachfrage nach gut erhaltenen Altkleidern ist nach wie vor groß. Das Angebot reicht von Oberbekleidung über Kinderwäsche bis zu Schuhen.

Jeder Interessierte kann kommen und wie in einem ganz normalen Bekleidungsgeschäft nach Herzenslust stöbern. Denn äußerlich unterscheidet sich der SkF-Laden kaum davon.   Dass die erneute Schließung notwendig wurde, ärgert die Frauen deshalb ganz besonders. „Wir hatten den Lockdown im Frühjahr eigentlich ganz gut überwunden“, berichtet Mechthild Engstenberg. „Es lief wieder gut.“ Auf den ehrenamtlichen Einsatz ist der Laden auch wirtschaftlich angewiesen. Das Geld, das nach Abzug der Miete übrig bleibt, erhalten bedürftige Familien. In diesem Coronajahr dürfte allerdings kaum Gewinn zu machen sein. Dafür war das Geschäft schon zu lange zu.

Und wann es wieder weitergehen wird, wissen die Frauen auch noch nicht. Mechthild Engstenberg hofft, dass es in etwa zwei Wochen soweit sein wird. „Aber das hängt natürlich von der Situation ab.“ Während der Verkauf also fürs Erste auf Eis liegt, nimmt der SkF-Laden weiterhin  gute gebrauchte Ware an. Gefragt sind jetzt vor allem Wintersachen, Jacken, Hosen, Pullover und Schuhe. „Wir treffen uns immer freitags im kleinen Kreis. Dann können wir die Sachen annehmen“, sagt Engstenberg.

Elektrogeräte sind nicht erwünscht

Ganz wichtig: Es sollten keine Textilien einfach vor der Ladentür abgestellt werden. Und auch Elektrogeräte sind nicht erwünscht. „Wir finden trotzdem immer wieder welche, meistens liegen sie ganz unten in den Kisten.“ Für Mechthild Engstenberg  hat die Kleiderbörse neben dem sozialen auch einen ökologischen Wert. „Alle sprechen ja heute von Nachhaltigkeit. Und trotzdem werden Kleidungsstücke oftmals verramscht, sei es in Billigläden oder im Internet.“ Der Gang zum SkF-Laden sei deshalb eine echte Alternative - und hoffentlich auch bald wieder möglich.

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