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Soziale Angebote reichen in Emstek vom Baby bis zum Rentner

Einige Gruppen organisieren sich selbstständig, andere Projekte werden von Fachleuten begleitet. Die Gemeinde unterstützt dabei die unterschiedlichen Programme finanziell.

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Ab in den Bürgerpark: Das Jufo hat im vergangenen Sommer die Aktivitäten an die frische Luft verlegt.   Archivfoto: Vorwerk

Ab in den Bürgerpark: Das Jufo hat im vergangenen Sommer die Aktivitäten an die frische Luft verlegt.   Archivfoto: Vorwerk

Einen umfangreichen Bericht zur Sozialarbeit gab es in der jüngsten Emsteker Sitzung des zuständigen Fachausschusses. Statistiken des  Familienbüros, der Migrationsberatung, der Schulsozialarbeit an den Grundschulen und an der OBS sowie des Jugendforums wurden dabei vorgestellt.

Gut etabliert hat sich das Emsteker Forum, wie Melanie Thoben und Nancy Menke den Ausschussmitgliedern erklärten. Ziel des Hauses an der Halener Straße ist es, für Menschen aller Generationen einen Treffpunkt und zielgruppengerechte Beratung und Veranstaltungen anzubieten. Corona hat auch die Arbeit in diesem Bereich komplizierter gemacht.

Familienhebamme kommt alle 14 Tage

Zwei Eltern-Kind-Gruppen mit festen Zeiten haben sich dort etabliert und in einer Gruppe hat sich sogar eine Tagesmutter mit ihren Tageskindern angeschlossen. Die Gruppen organisieren sich zum größten Teil selber. Den Parens-Kurs gab es im Frühjahr 2021 zunächst nur digital, doch im Verlauf des Jahres, als sich die Corona-Zahlen auf einem niedrigen Niveau eingependelt hatten, gab es auch ein Präsenzangebot. Neu ist seit April 2021 die Familienhebammensprechstunde, die alle 14 Tage angeboten wird und sich insbesondere an Frauen richtet, die keine Hebamme haben, die sie persönlich betreut.

Für die Familienbesucherinnen ist die Arbeit ebenfalls nicht einfacher geworden. Dennoch sind Walburga Meyer und Stephanie Block aktiv, und statt des Besuchs in den Häusern übergeben sie allerlei Info-Material zum Thema "Kind und Familie". Gespräche zwischen "Tür und Angel" sind dennoch möglich und wichtig, wie beide betonen. Im Herbst startete kurzfristig mit finanzieller Unterstützung der Bürgerstiftung und in Kooperation mit dem Bildungswerk Cloppenburg ein Deutschkurs für zugewanderte Frauen.

Treff der Alleinstehenden hat sich etabliert

Dass das Forum sich an alle Altersschichten richtet, beweist nicht zuletzt der "Alleinstehenden-Treff". Er habe sich etabliert und findet montags von 19 bis 21 Uhr statt. Die Gruppe ist selbst organisiert und bestand Anfang Herbst aus acht Frauen und Männern im Alter von Ende 50 bis Anfang 70 Jahren. Nach Kontaktbeschränkungen treffen sich die ersten Teilnehmer wieder und es wird im Frühjahr mit weiteren Personen gerechnet. Überdies hat das Forum Kontakt zur Seniorengemeinschaft aufgenommen.

"Wir haben das geschafft", meinte Biljana Behrens zur Flüchtlingsbetreuung und lehnte sich dabei an die damalige Kanzlerin Angela Merkel an, die 2015 mit Beginn der Flüchtlingskrise sagte "Wir schaffen das". Das Fazit der Migrationsberaterin: "Nach 7 Jahren Flüchtlingsbetreuung sind alle Personen anerkannt." Damals waren es 23 Familien mit 137 Personen, die zu versorgen waren und nun seit Januar ihre eigenen Wege gehen. "Sie haben entweder eigene Wohnungen in Emstek angemietet oder sind verzogen." Dennoch steht Behrens mit ihnen weiterhin in Kontakt und unterstützt bei Bedarf.

Kinder benötigen wegen Corona mehr Unterstützung

Corona hinterlässt auch bei den Grundschülern Spuren. Das merkt Nadine Meyer bei ihrer täglichen Arbeit in den vier Einrichtungen der Gemeinde. "Im Jahr 2021 wurden mehr als 60 Fälle von der Schulsozialarbeit unterstützt, gefördert oder durch sozialpädagogische Methoden erreicht", so Nadine Meyer. Wenn sie von einem "Fall" spricht, dann ist dies kein Einzelgespräch, sondern es gehen mindestens drei Kontakte dieser Einstufung voraus. Im Jahr vor der Pandemie waren es gut 40 Fälle. "Eine kontinuierliche, zuverlässige wöchentliche Unterstützung für diese Kinder konnte nicht immer gewährleistet werden. Viele Fälle, die sonst ebenfalls in den Bereich der sozialen Arbeit gefallen wären, wurden von den Lehrkräften bestmöglich aufgefangen."

Kinder würden vermehrt psychische Auffälligkeiten, Ängste und gerade im 1. Schuljahr deutliche Defizite in allen Entwicklungsbereichen zeigen. Besonders die soziale Isolation, fehlende Aktivitäts- und Ausgleichsmöglichkeiten und fehlende Entwicklungsanreize durch Corona-Maßnahmen bei gleichzeitig erhöhter Belastung der Eltern werden als schwerwiegend eingeschätzt. Zur Verbesserung starteten zwei Projekte im vergangenen Herbst. In Emstek werden die 1. Klassen montags abwechselnd über ein Projekt gefördert und in Halen wurden zusätzliche Sozialarbeiterstunden eingekauft.

Für Präventionsarbeit gibt es ein Budget

Mit einem Dank an die Gemeindeverwaltung startete Sandra Meyer ihren Bericht über die Schulsozialarbeit an der Oberschule. "Sie stellt uns ein Präventionsbudget zur Verfügung. Ohne diese finanzielle Unterstützung könnten Präventionsangebote in dem Ausmaß nicht an der OBS Emstek stattfinden. Angefangen beim gesunden Frühstück in den 5. Klassen und den rechtlichen Aspekten von Mobbing im Internet und dem Recht am eigenen Bild, über den Aufbau von Medienkompetenzen bei den Sechstklässlern bis hin zur sinnvollen Mediennutzung reicht bei den beiden ersten Jahrgängen die Bandbreite. Die Eltern werden dabei an eigenen Abenden mitgenommen.

In engem Kontakt steht die Schule dabei mit der Polizei, die ihre Angebote kostenlos macht, allerdings fallen bisweilen Buskosten an. Nicht nur aus dem Rathaus gibt es Unterstützung, auch die Bürgerstiftung der Gemeinde Emstek übernimmt teilweise die Kosten von Veranstaltungen. In Zusammenarbeit mit dem Sozialdienst katholischer Frauen gibt es auch ein "Elternpraktikum" in den 9. Klassen. Dabei nehmen auf freiwilliger Basis die Jugendlichen an einem Wochenende die Versorgung einer computergesteuerten Baby-Puppe, die die Teenager vom Füttern bis zum Wickeln auf Trab hält. Eine lehrreiche Lektion, wie Sandra Meyer berichtet.  

Osterbastelei war auf fünf Teilnehmer begrenzt

Das Jugendforum (Jufo) musste sein Programm im Jahr 2021 den Umständen anpassen, wie Franziska Diekmann ausführte. An der Osterbastelei durften maximal fünf Kinder teilnehmen, die Schnitzeljagd "to go", bei der man auf Abstand bleiben konnte, lockte hingegen 60 Kinder an. Neben den festen Angeboten zu den bekannten Öffnungszeiten gab es auch eine Ferienbetreuung, an der zwischen 12 und 14 Kinder teilgenommen haben. Für die Sommermonate wurde in den Bürgerpark gewechselt, nicht zuletzt, um das Jufo-Angebot noch mehr Jugendlichen bekannt zu machen.

Am Gebäude des Jugendforums zeigten sich zuletzt einige Mängel. So lassen sich nicht alle Fenster öffnen beziehungsweise schließen. Auch einige Geräte müssen repariert oder ausgetauscht werden, wie Musikboxen oder das Ecksofa. Im Jubiläumsjahr 2022 – 20 Jahre nach dem Start – soll es am 13. März (Forsythiensonntag) ein besonderes Programm geben. Es ist unter anderem ein Graffiti-Workshop mit DJ und Fotobox geplant. Anmeldungen sind dafür nicht erforderlich. Jeder soll kommen und gehen können, wie er mag.

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