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Sophia Lange führt den Kinderthron in Mühlen an

Der neue König des Schützenvolks ist Oskar Wegener (3. Kompanie). Karl-Heinz Funke überzeugte als Festredner beim Kommers.

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Der neue Kinderthron um Kinderkönigin Sophia Lange und Kinderkönig Till Prekel. Foto: Schützenverein Mühlen

Der neue Kinderthron um Kinderkönigin Sophia Lange und Kinderkönig Till Prekel. Foto: Schützenverein Mühlen

Der neue König von Mühlen und Kroge/Ehrendorf heißt Oskar Wegener (3.Kompanie). Zu seiner Königin erkor er Gaby Schlarmann. In einem spannenden Stechen setzte sich Wegener mit 30 Ringen gegen Jochen Westermann von der IV. Kompanie durch. Das teilte der Schützenverein am Sonntagabend mit. Den Kinderthron führt als Kinderkönigin Sophia Lange an. Der Kinderkönig an ihrer Seite ist Till Prekel.

Bereits am Freitagabend beendeten die Mühlenerinnen und Mühlener mit einem bravourösen Festkommers ihre mehr als 1000 Tage dauernde Durststrecke, um endlich wieder ihr Schützenfest in der mittlerweile 103-jährigen Geschichte des Schützenvereins Mühlen/Kroge-Ehrendorf von 1919 feiern zu können.

Karl-Heinz Funke sorgte für einige Lacher

Festredner Karl-Heinz Funke, der von 1998 bis 2001 Bundeslandwirtschaftsminister unter der Gerhard-Schröder-Regierung war, polarisierte wie von ihm gewohnt gleich zu Beginn in seiner Begrüßung. Der 76 Jahre alte Politiker war dankbar, dass Schützenpräsident Reinhard Böckmann zunächst seinen Lebenslauf dem Publikum vorgestellt hatte und dabei sein abgeschlossenes 1. und 2. Staatsexamen für das Höhere Lehramt darlegte.

Rockte“ den Festsaal: Festredner Karl-Heinz Funke am Rednerpult beim Kommers. Foto: Röttgers„Rockte“ den Festsaal: Festredner Karl-Heinz Funke am Rednerpult beim Kommers. Foto: Röttgers

„Heute wird bis zum 22. Semester Soziologie herumstudiert, das Studium ergebnislos und ohne Abschluss abgebrochen, man geht dann in die Politik, wird auf die Menschheit losgelassen, ohne jemals zuvor richtig gearbeitet und einen Beruf erlernt zu haben“, kritisierte der Friese den heute vorherrschenden Zeitgeist, „um sich dann ausschließlich der dringendsten Menschheitsfrage des richtigen Genderns zu widmen!“ Schließlich arbeiteten solche Leute dann auch noch an der Gesetzgebung für das Volk mit. „Das erschließt sich mir nicht“, kritisierte Funke die fehlende Lebenserfahrung. Das sei ihm einfach „zu viel Theorie und zu wenig Praxis“, bemängelte der ehemalige SPD-Spitzenpolitiker.

Die Traditionspflege des Schützenwesens lobte der Vareler hingegen in den höchsten Tönen, da es die praktische „Verbindung von Jung und Alt“ sei und ein Schützenfest ganz konkret Menschen zusammenführe und so eine Spaltung der Gemeinschaft vermeide. „Der Schützenverein ist ein Fundament unserer Gesellschaft“, was es zu stärken und zu stützen gelte, so der Festredner, der dafür viel Anerkennung und Beifall erntete. Den Festsaal „rockte“ Funke schließlich mit seinen humorvollen Worten: „Lasst uns von Zeit zu Zeit lieber einen Schnaps genießen, als zu Hause alleine zu verdrießen. Das rechte Maß zur rechten Zeit mit Glückseligkeit: Da ist Mühlen Nummer 1, das sagt Euch Funkes Karl-Heinz!“, was ihm stehende Ovationen einbrachte.

Schützenfest als Friedensfest

Zuvor hatte Schützenpräsident Böckmann das von Tobias Ortmann von der 1. Kompanie kreierte Schützenfestmotto feierlich und offiziell verkündet: „Das Schützengefühl spürt man zu jeder Zeit, alle freuen sich auf Mühler Geselligkeit!“ Böckmann ging auch darauf ein, wie man zu Kriegszeiten überhaupt feiern könne. „Unser Schützenfest sendet die Botschaft, dass wir ein großes Fest aller Generationen, aller Nationalitäten und aller Glaubensrichtungen friedlich miteinander feiern wollen“, so Böckmann. „Unser Schützenfest ist ein Friedensfest.“

Ehrenmitglieder mit Ehrendamen: (von links) Michael und Stefanie Wolking, Ludger und Maria Vagelpohl, Felix und Doris Kolbeck. Foto: RöttgersEhrenmitglieder mit Ehrendamen: (von links) Michael und Stefanie Wolking, Ludger und Maria Vagelpohl, Felix und Doris Kolbeck. Foto: Röttgers

Die höchsten Ehrungen auf Vereinsebene nahm Bataillonskommandeur Hugo Fröhle vor und verlieh den Majoren Felix Kolbeck, Michael Wolking und Ludger Vagepohl für ihre langjährigen Tätigkeiten im Vorstand die Ehrenmitgliedschaft. Außerdem gab es für das Trio den höchsten Orden des Schützenvereins, den es neben der Königswürde überhaupt gibt: Den Orden für Treue und besondere Verdienste erhielten die „leidenschaftlichen Kümmerer“, die in den letzten 20 Jahren dafür gesorgt hätten, dass es „dem Verein so gut“ gehe, lobte Hugo Fröhle. Alle drei erhielten auch vom Kreisschützenbund Vechta, vertreten durch die 1. Präsidentin Andrea Möhlmann sowie ihrem Amtsvorgänger und Ehrenpräsidenten Walter Thie, die „Große Goldene Ehrennadel“. Alle drei hätten sich auch um den Schießsport im Kreis Vechta in höchstem Maße verdient gemacht.

Für den besten Schützen mit 315 Ringen im Kleinkaliber 100 Meter Auflage, Uwe Böckenstette, sowie für Ralf Böckenstette mit 309 Ringen gab es Urkunden und Ehrennadeln vom Kreissportleiter des Schützenkreises Vechta, Bernd Tapke-Jost.

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