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Sonja Schmidt gesteht: "Ich bin ein Kumpeltyp und manchmal etwas schusselig"

Sehr persönliche Ansichten – immer dieselben 10 Fragen. Dieses Mal: Sonja Schmidt. Sie organisiert seit 2015 den Garreler Freimarkt. Dafür opfert sie viel Zeit.

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Engagiert: Sonja Schmidt ist die Hauptorganisatorin des Garreler Freimarkts. Foto: Dieker

Engagiert: Sonja Schmidt ist die Hauptorganisatorin des Garreler Freimarkts. Foto: Dieker

Und? Wie ging es in letzter Zeit?
Grundsätzlich geht es mir eigentlich ganz gut. Ein wenig viel um die Ohren und somit etwas zu wenig Zeit für mich und meine Lieben, zu wenig Zeit, um den Sommer zu genießen, der gefühlt so an mir vorbeigerast ist, aber sonst gut. 

Was haben Sie sich einmal so richtig gegönnt?
Oh, da kommt mir direkt unser Kurztrip im Juli in den Sinn. Nach Wangerooge, unsere zweitliebste Insel. Ein Zimmer mit Blick auf das Meer, alles inklusive, wir mussten uns um nichts kümmern, kein Einkauf, kein Kochen, einfach nur URLAUB machen. 10 Schritte bis zum Strand und herrliches Sonnenwetter. Ohne Umgebungslärm, weil es ja eine autofreie Insel ist, nur das Meeresrauschen, der Wind und Möwengeschrei. Einfach herrlich! Es waren nur 3 Nächte, aber es war einfach wunderschön und kam uns vor wie eine ganze Woche.

Wenn Sie König von Deutschland wären: Was gehört als Erstes abgeschafft?
Im Grunde genommen alles, was die Gesellschaft weiter spaltet, soziale Ungerechtigkeit fördert und dazu beiträgt, dass Menschen Hass, Neid und Vorurteile fühlen und verbreiten können. Hier fällt mir als Erstes die große und immer größer werdende Kluft zwischen Reichen und Armen ein, aber darum hat sich ja bereits der König der letzten Woche, Sebastian Möller, gekümmert. Ich glaube, ich würde mich der immer mehr steigenden Energiepreise annehmen. Die Menschen haben Angst vor dem Winter, ja sogar Angst vor der Zukunft, und viele wissen nicht mehr, wie sie ihr Leben bezahlen sollen. Die jetzige Preisfindung für Strom ist nicht korrekt aufgebaut, weil er danach berechnet wird, wer den teuersten Strom produziert, dieser Preis wird dann beim Ankauf von Strom an alle ausgezahlt beziehungsweise für alle angewendet, auch für die, die wesentlich günstigeren Strom produzieren können. So profitieren einige wenige, darunter leiden müssen jedoch viele, nicht nur im privaten, sondern auch im gewerblichen Bereich.

Welchen Traum werden Sie sich als nächsten erfüllen (können)?
Schon Ende vergangenen Jahres haben wir unseren Jahresurlaub gebucht. Das war vielleicht auch ganz gut so, dann wenn wir gewartet hätten, hätten wir bei der aktuellen Entwicklung wahrscheinlich nicht mehr gebucht. So wird es uns im Herbst für 10 Tage zu unserer Lieblingsinsel verschlagen, nach Föhr. Das Meer genießen, die wunderschönen, reetgedeckten Häuser bewundern, in den gepflasterten Straßen spazieren gehen und Fahrradtouren machen, Sonnenuntergänge bewundern und viel zu viele Fotos machen, von denen mindestens 50 Prozent doppelt und dreifach sind. Ich freu’ mich schon.

Was tun Sie am liebsten?
Zeit mit meinem Partner und meiner Familie verbringen. Leider ist das in diesem Jahr viel zu kurz gekommen. Denn was auch eines meiner größten Hobbys ist, ist die Veranstaltungsorganisation. Seit 2015 organisiere ich zum Beispiel den Freimarkt in Garrel. Das war in diesem Jahr allerdings leider ein besonders schweres und Zeit raubendes Unterfangen, Corona sei Dank. Ich glaube, so viele Telefonate und E-Mails führe ich sonst nicht mal in 2 Jahren. Trotzdem ist es schön, zu sehen, was dabei herauskommt, und ich freue mich schon jetzt riesig auf dieses Wochenende. Und danach wird es auch endlich wieder ruhiger, und ich habe wieder mehr Zeit für meinen Partner und die Familie, meine Freunde und für gemeinsame Quassel-Abende. Und vielleicht warten sogar noch ein paar schöne Spätsommerabende auf dem Balkon mit einem Gläschen Lillet auf mich.

Welche Eigenschaften mögen Sie an sich selbst? Und welche nicht?
Ich glaube, ich habe einen tollen Humor, ich lache sehr gerne und bin immer für ein Späßchen zu haben. Ich bin ein Kumpeltyp, und man kann sich auf mich verlassen. Außerdem bin ich ein wahres Organisationstalent und sehr kreativ. Ich bin aber manchmal auch ein wenig schusselig und vergesse schon gerne mal was oder verwechsle Termine, weil ich sie mir extra (zur Erinnerung) früher in den Kalender gespeichert habe. Dann stehe ich plötzlich eine Stunde zu früh in der Tür – einen ganzen Tag zu früh kam auch schon vor, wenn auch erst einmal. Und manchmal kann ich auch ein wenig miesepetrig und motzig sein, das ist tagesformabhängig.

Welche TV-Sendung mögen Sie am liebsten?
Oh, das geht querbeet. Deutsche Serien, die auf Inseln oder an der Küste gedreht werden, etwa "Praxis mit Meerblick", "Nord bei Nordwest" oder "Nord, Nord Mord" oder "Friesland" stehen ganz hoch im Kurs. Aber es dürfen auch gerne mal englische Serien sein und einmal im Jahr sogar auch mal etwas aus der Kinderzeit, wie die "Schwarzwaldklinik". Wer schwelgt nicht auch gerne mal in Kindheitserinnerungen? Auch wenn man es nicht unbedingt öffentlich in der Zeitung zugibt. Hauptsache nicht ständig herumzappen, das mag ich gar nicht.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal treffen?
Leider ist das nicht mehr möglich, aber ich hätte unheimlich gerne Lady Di kennengelernt. Sie war nicht nur eine beeindruckende und mutige Frau, sie hat viel Gutes getan und sich für Wichtiges stark gemacht. So hat sie zum Beispiel für das Verbot von Landminen gekämpft oder auch intensiv Spenden für Leprakranke, Aids- und Krebspatienten und Kinder in Not gesammelt. Um dafür Geld zu sammeln, hat sie sogar ihre Roben versteigert oder auch Plätze auf ihrer Tanzkarte, was im Königshaus selber eher gar nicht gerne gesehen wurde. Auch 25 Jahre nach ihrem Tod wird sie noch schmerzlich vermisst.

Was würden Sie gerne einmal wieder essen?
Lasagne. Ich liiiiiebe Lasagne. Aber so wirklich gute (nach meinem Geschmack) ist schwer zu finden. Die meines Erachtens beste Lasagne gab es seinerzeit hier in Garrel im „Cha Cha“ (später war dort das Restaurant "Saloniki"). Ich kann mich noch genau erinnern, dass eine Portion dort damals 4 Mark kostete. Direkt darauf folgen wohl gut gemachte Spareribs.

Welches Thema in der MT hat Sie am meisten beschäftigt?
In den vergangenen Wochen waren das tatsächlich die Berichterstattungen über den Freimarkt und das Street Food Festival. Voller Stolz habe ich diese Berichte verschlungen. Aber natürlich habe ich auch voller Interesse das Geschehen in der Welt verfolgt. Es ist erschreckend, was in den letzten Jahren alles so los ist, was unsere uns bekannte Welt so auf den Kopf stellt. Ob nun Corona, der Krieg in der Ukraine oder der Klimawandel – und die jeweiligen Folgen davon. Das lässt einen manchmal sehr nachdenklich stimmen.

  • Sonja Schmidt organisiert seit 2015 hauptverantwortlich den Garreler Freimarkt. Auch der Garreler Weihnachtszauber trägt ihre Handschrift.
  • Im Zuge der Freimarktsorganisation hat die Garrelerin die erfolgreiche „Onkel-Wenzel-Revival-Party“ ins Leben gerufen, die sich schnell als fester Bestandteil des Samstagabends etabliert hat.
  • Im März dieses Jahres initiierte die Föhr-Liebhaberin die Aktion „Steine für den Frieden“, bei der Garreler viele Steine mit Friedens-Botschaften gestalteten, die vor dem Rathaus zu einem großen Peace-Zeichen zusammengelegt wurden (wir berichteten).

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