Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Sonderaktion: Landkreis visiert 10.000 zusätzliche Impfungen in 7 Tagen an

Die Termine vom 17. bis 23. Dezember können online gebucht werden. Dabei gibt es keine Altersbegrenzung mehr und auch der Mindestabstand zur zweiten Impfung von 6 Monaten entfällt.

Artikel teilen:
Erläutern die Strategie: Professor Dr. Joachim Schrader (links) und Landrat Johann Wimberg stellten die Sonderaktion vor. Foto: Hermes

Erläutern die Strategie: Professor Dr. Joachim Schrader (links) und Landrat Johann Wimberg stellten die Sonderaktion vor. Foto: Hermes

10.000 zusätzliche Impfungen in 7 Tagen: Der Landkreis startet am Freitag mit einer Sonderaktion vor Weihnachten, sie wird bis zum 23. Dezember andauern. Die Pläne stellten Landrat Johann Wimberg und der Professor Dr. Joachim Schrader am Dienstagmittag offiziell vor. "Das ist ein ambitioniertes Vorgehen und wir sind Herrn Schrader dankbar für die Unterstützung dabei", sagte Wimberg.

Wichtig ist, dass es keine Altersbeschränkung mehr gibt, auch der zeitliche Abstand von 6 Monaten zur zweiten Impfung entfällt. "Es gibt Moderna für die über 30-Jährigen. Bei Biontech wissen wir noch nicht, wie viel Impfstoff in der kommenden Woche geliefert wird. Dieser ist hauptsächlich für jüngere Menschen gedacht", erklärte Dezernent Ansgar Meyer.

Neue Infrastruktur mit mehreren Stützpunkten

Das gesteckte Ziel soll mit acht weiteren mobilen Impfteams erreicht werden, zurzeit sind bereits zwei Teams des Deutschen Roten Kreuzes im Landkreis unterwegs. Nach Angaben von Wimberg wird die neue Infrastruktur mit Stützpunkten in Löningen, Bethen und Altenoythe genutzt. "Dort sind jeweils zwei Teams tätig, die übrigen zwei Teams werden in Absprache mit den Städten und Gemeinden eingesetzt", erklärte der Landrat.

Landrat Johann Wimberg. Foto: HermesLandrat Johann Wimberg. Foto: Hermes

Für die Aktion werden Termine vergeben, gebucht werden können diese über das Online-Portal www.impfung-clp.de. Am Mittwoch sollen die Termine von Freitag bis Sonntag freigeschaltet werden, an diesen Tagen wird ausschließlich Moderna verimpft. "Das Portal erleichtert die Arbeit und Interessierte müssen nicht stundenlang in einer Schlange stehen", erklärte Wimberg. Als zusätzliches niedrigschwelliges Angebot besteht in der jeweils letzten Stunde von 17 bis 18 Uhr die Möglichkeit, ohne Termin vorbeizukommen. "Das ist dann allerdings ohne Gewähr. Wir wissen nicht, ob am Abend noch Impfstoff verfügbar ist", so der Landrat weiter. Einfacher und sicherer sei es, wenn man einen Termin bucht.

Wie Schrader erklärte, seien die Impfstoffe und auch Kreuzimpfungen sehr gut. "Zu keiner Impfung gibt es so viele Daten, die ist gut erforscht", sagt der Mediziner, der damit auch Ängste abbauen will. Auch bei der neuen Variante Omikron sei es besser, wenn mehr Menschen bereits geboostert sind. Der Mediziner hofft, mit der Aktion vor die Welle zu gelangen: "Wir wollen damit auch einen positiven Aufbruch schaffen und zeigen, dass im Landkreis etwas getan wird". Gleichzeitig dankte er den Hausärzten, die bereits viele Termine anbieten, sowie auch den Verwaltungshelfern und dem medizinischen Personal, die sich in ihrer Freizeit bei dieser Sonderaktion engagieren. 

Ziel: Die Impfquote verbessern

Die Aktion sei in den vergangenen Tagen aus dem Boden gestampft worden, um die immer noch unter dem Bundesdurchschnitt liegende Impfquote zu verbessern. Es sei ein weiterer Aufschlag und der Aufruf, sich impfen zu lassen. Im Anschluss werde man sondieren, welche Möglichkeiten noch ausgeschöpft werden können. Um möglichst vielen Menschen die Möglichkeit zu geben, bittet die Verwaltung nochmals darum, nicht mehr benötigte Termine wieder abzusagen.

"Ich weiß nicht, wie lange unsere Gesellschaft das noch aushält. Die Belastungsgrenze ist mindestens erreicht, wenn nicht schon in Teilen überschritten"Landrat Johann Wimberg

Im Zuge dieser Sonderaktion sagt Wimberg aber auch deutlich: "Ich hoffe, dass es schnell eine allgemeine Impfpflicht gibt und nicht nur für bestimmte Berufsgruppen". Denn nur so könne man gewisse Gruppen noch erreichen, die sich bislang gegen die Impfung entschieden hatten. Er denke dabei auch schon an eine fünfte Welle. "Wir müssen dann so weit sein, dass wir die Einschnitte nicht mehr brauchen. Ich weiß nämlich nicht, wie lange unsere Gesellschaft das noch aushält. Die Belastungsgrenze ist mindestens erreicht, wenn nicht schon in Teilen überschritten", so Wimberg.

Er könne gut verstehen, dass sich diese Zeit für Branchen wie Einzelhandel, Gastronomie oder andere fast wie ein Lockdown anfühle. "Das kann auch keine Dauerschleife sein, die wir für die nächsten 2 bis 3 Winter aushalten können". Schrader warnte zudem, dass ohne eine gewisse Impfquote nicht nur die Intensivstationen voll seien. Viele andere Erkrankte blieben auf der Strecke, wenn die Vorsorge weniger werde oder Operationen verschoben werden müssen. 

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Sonderaktion: Landkreis visiert 10.000 zusätzliche Impfungen in 7 Tagen an - OM online