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Sommer, Sonne, Halloween

Kolumne: Die Generation Z zeigt's Ihnen – Trotz sommerlicher Temperaturen entdecke ich ein paar gruselige Kürbisse im Oldenburger Münsterland. Doch was hat es mit der Tradition eigentlich auf sich?

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Kalt, regnerisch und grau stelle ich mir den Start des Novembers vor. Die letzten Tage hatten wohl aber eher mehr vom Sommer- als vom Winteranfang. Sonntagmorgen, 20 Grad und strahlender Sonnenschein. Der Herbstblues ist mir ferner denn je, und ich springe hoch motiviert aus dem Bett, um eine Runde laufen zu gehen.

Beim Laufen durch die Felder denke ich an die bevorstehende Halloween-Party für heute Abend. Mein Plan war es, mich als den berühmt-berüchtigten Captain Jack Sparrow zu verkleiden. Meine kostümaufwertenden Teile sind jedoch nicht rechtzeitig angekommen. Ich muss also improvisieren. 

Bei 20 Grad und Sonne kann ich mir nicht wirklich vorstellen, heute Abend Halloween zu feiern. Auf dem Weg zurück durch die Straßen merke ich, dass ich dabei wohl auch nicht die Einzige bin. Kaum ein verzierter Kürbis findet Platz vor den Haustüren im Oldenburger Münsterland. Nun ist die Frage, liegt es an dem wohl eher sommerlichen Wetter oder einfach daran, dass viele Deutsche mit dem Fest eher weniger anfangen können?

Nach meiner (nicht) Kürbis-Beobachtung frage ich mich, wieso ich mich überhaupt heute verkleide und auf eine Party gehe. Was genau feiere ich da eigentlich? 

Nachdem ich zu Hause den Laptop anschmeiße, werde ich eines Besseren belehrt. Bisher nahm ich an, dass Halloween ein Brauch aus Amerika ist. Doch verschiedene Artikel klärten mich auf, dass Halloween ursprünglich von den christlichen Kelten in Irland gefeiert wurde. Mit dem sogenannten "Samhain" feierten die Kelten den Beginn der kalten Jahreszeit und den Start in das neue Kalenderjahr. Doch wo kommt jetzt der Grusel-Faktor ins Spiel?

"Wenn man den Geschichten glaubt, dann suchen sich an diesem Tag die Toten die Lebenden aus, die im nächsten Jahr sterben sollten."Lisa Bernhardt

Wenn man den Geschichten glaubt, dann suchen sich an diesem Tag die Toten die Lebenden aus, die im nächsten Jahr sterben sollten. Kurzerhand verkleideten sich also die schlauen Kelten selbst mit gruseligen Kostümen, um die bösen Geister abzuschrecken. Vor den Häusern standen demnach Gaben, die die Dämonen zusätzlich positiv stimmen sollten. 

Aber woher kommt die Tradition mit den Kürbissen vor der Haustüre? Hier kommt ein irischer Hufschmied namens Jack Oldfield ins Spiel. Er trickste laut Legende zweimal den Teufel aus, als der ihn holen wollte. Nach seien Tricksereien schwor der Teufel, ihn bis in alle Ewigkeit in Ruhe zu lassen. Als Oldfield starb, wurde ihm aufgrund seines Lebensstils der Einlass in den Himmel verweigert. Doch auch in der Hölle wurde ihm der Eintritt aufgrund des Versprechens des Teufels verwehrt. Nun musste er dahin gehen, wo er hergekommen war. Und weil der Weg so dunkel und kalt war, gab ihm der Teufel ein Stück glühende Kohle aus der Hölle mit, welche Oldfield in eine Rübe steckte. Seitdem wandelt Jack Oldfield und seine verdammte Seele der Legende nach an Halloween mit seiner Laterne durch die Dunkelheit.

Irländer, die im 19. Jahrhundert nach Amerika einwanderten, machten dann aus der Rübe denn sinnbildlichen Halloween-Kürbis – auch Jack O’Laterne genannt. Nun weiß ich endlich, was ich heute Abend eigentlich genau für ein Fest feiere. 


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