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Sogar mit den Indianern hat sie schon getanzt

Brigitta Sprünken aus Neuenkirchen ist eigentlich im Ruhestand. Doch ihre vielfältigen Hobbys und Engagements lassen sie kaum zur Ruhe kommen.

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Auf vielfältige Weise engagiert: Brigitta Sprünken bringt unter anderem Geflüchteten die deutsche Sprache bei. Foto: Ebenthal

Auf vielfältige Weise engagiert: Brigitta Sprünken bringt unter anderem Geflüchteten die deutsche Sprache bei. Foto: Ebenthal

Brigitta Sprünken ist die Vorsitzende der jungen Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) Neuenkirchen-Vörden. Nicht ihr einziges Ehrenamt. Die äußerst umtriebige Neuenkirchenerin erzählt unserer Redaktion wie sie in vieles „so reingerutscht“ ist.

Denn Brigitta Sprünken wurde in Straelen am Niederrhein geboren. Seit rund 32 Jahren wohnt die 65-Jährige in Neuenkirchen. Seit zwei Jahren Rentnerin ist sie gerade zum 14. Mal Großmutter geworden. Die Mutter von vier Kindern hat als Erzieherin mit sonderpädagogischer Zusatzausbildung von 1976 bis 2018 bei der Heimstatt Clemens-August als Klassenleitung gearbeitet. In ihrer Freizeit befasste sie sich intensiv mit Kinesiologie und Schamanismus. Nach ersten Kursen im eigenen Haus, führte sie zusätzlich zu ihrer Angestelltentätigkeit „als die Kinder groß waren“ rund zehn Jahre lang eine externe Praxis. Wie kam sie an diese Tätigkeit?

Ein Hang zum Außergewöhnlichen

Für esoterische Themen hat Brigitta Sprünken sich immer schon interessiert, erzählt sie. Eine „Touch for health“-Ausbildung in der angewandten Kinesiologie hat sie damals absolviert. Zur alternativmedizinischen Kinesiologie gehören Elemente der Bewegungslehre, Akupressur, Chiropraktik und der Chinesischen Medizin- und Ernährungslehre (TCM). Angeboten habe sie damals Trommelabende, Meditationen auch für Kinder und Einzelsitzungen. Zusätzlich hat Brigitta Sprünken in den Schamanismus hineingeschnuppert. Grob erklärt beruht der Schamanismus auf spirituellen Praktiken verschiedener Naturvölker, erklärt sie.

Besuche der „Schwitzhütte nach Lakota Art“ in Leipzig genießt die Neuenkirchenerin seither regelmäßig. „Vier Tage im Wald ohne Nahrung“ gehören dazu, berichtet sie, das sei quasi „wie der Jakobsweg“. 2012 hat sie zum ersten Mal ein Flugzeug bestiegen – die Reise führte zu den Lakota-Indianern nach Amerika. Dort durfte sie die Ureinwohner „beim Sonnentanz unterstützen“, der nur einmal jährlich im August stattfindet, berichtet Brigitta Sprünken begeistert. Wie gerne würde sie wieder hinfahren, auch wenn die zwei bis drei Wochen dort „mit Arbeit verbunden“ seien. So half sie damals unter anderem mit, für rund 70 Leute täglich zu kochen, wobei die Indianer beim Essen stets Vorrang gehabt hätten.

Plötzlich Sprachlehrerin

2016 ließ sich Brigitta Sprünken überreden, einen Sprachkurs für Geflüchtete zu übernehmen. Daraus wurden bald insgesamt vier Kurse. Bis heute unterrichtet die Pädagogin jede Woche einmal in Vörden und einmal in Neuenkirchen ausländische Mitbürger. Zu Beginn habe es kein Material dafür gegeben, erzählt sie. Es wurde mit Kopien gearbeitet. „Wir haben alle nicht gedacht, wie viel Arbeit dahintersteckt“, erzählt sie. Inzwischen werde das „Hamburger ABC“ verwendet. Manche ihrer Schützlinge mussten zuerst überhaupt lesen und schreiben lernen. Neben einigen Schülern, die häufig fehlten, gebe es auch sehr Fleißige. So erinnert sie sich an eine junge Mutter aus dem Irak, die zuvor nie zur Schule gegangen sei und inzwischen sogar gut Deutsch gelernt habe.

Das Nähen ist eine weitere Leidenschaft von Brigitta Sprünken. So war es naheliegend, dass sie auch in die Integrationsangebote Nähcafé Neuenkirchen und Nähtreff Vörden „reingerutscht“ ist. Am liebsten näht sie nach wie vor Kinderkleidung, mit der sie auch ihre Enkelkinder versorgt. Mit den Kleinsten geht es sonst auch zum Kinderturnen oder zur Musikschule, wenn sie „Omadienst“ hat. Das Begegnungscafé in der Alten Molkerei hat sie ebenfalls mitorganisiert. Langeweile ist also für Brigitta Sprünken auch im Ruhestand ein absolutes Fremdwort. Seit vielen Jahren Mitglied im Naturschutzbund, organisierte sie im Herbst 2019 einen Stand beim Apfelfest in Wahlde. Im Januar wurde sie vom Nabu-Kreisvorsitzenden gefragt, ob sie Vorsitzende der neuen Nabu-Ortsgruppe werden möchte. Auch hier ist sie also wieder „so reingerutscht“ und erneut kommt mehr auf sie zu als gedacht. Eine umfangreiche Nistkastenaktion war das erste Projekt, weitere Naturschutzaktionen sind in Arbeit.

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