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So will der neue Rektor Stefan Fiebig das Profil der Oberschule schärfen

"Die ideale Schule bereitet bestmöglich auf die Berufswelt vor", sagt der Schulleiter im Interview mit OM Online. Der gebürtige Cloppenburger wechselt aus Hamburg nach Dinklage.

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Neuer Hausherr an der Oberschule: Stefan Fiebig ist seit diesem Schuljahr Rektor in Dinklage. Foto: Röttgers

Neuer Hausherr an der Oberschule: Stefan Fiebig ist seit diesem Schuljahr Rektor in Dinklage. Foto: Röttgers

Gebürtig stammt er aus Cloppenburg, jetzt wohnt er in Addrup. Er ist 49 Jahre „jung“, wie er selber bei seiner ersten Vorstellung gegenüber dem Kollegium der Oberschule Dinklage verraten hat. Seine Fächer sind Chemie und Geographie. Die Rede ist vom neuen Schulleiter Stefan Fiebig. Er ist als Dozent vom Lehrerfortbildungsinstitut Hamburg nach Dinklage gewechselt. Im Interview mit OM Online erzählt Stefan Fiebig, welche Pläne und Ziele er bei der Bildungseinrichtung hat.

Herr Fiebig, wie ist Ihr erster Eindruck von der Oberschule Dinklage mit gymnasialem Zweig und von der Stadt Dinklage?
Einen ersten Eindruck von der Oberschule konnte ich mir bereits vor mehr als 1 Jahr während eines Informationsgesprächs mit dem damaligen Schulleiter,  Josef Kalvelage, verschaffen. Besonders in Erinnerung blieb mir das äußere Erscheinungsbild, was eindeutig den einladenden Charakter der Schule widerspiegelt. Aus Hamburg bin ich da leider weniger saubere Schulgebäude gewohnt. Auch die ersten Gespräche mit Mitarbeitern in der Schule stimmen mich positiv. Das gilt im Übrigen auch für die Stadtvertreter, die ich bis jetzt treffen durfte. Ich habe das Gefühl, dass die Stadt Dinklage die Oberschule gut unterstützt. Von der Millionenstadt Hamburg nach Dinklage ist es natürlich ein großer Sprung. Was mir an Dinklage schon jetzt gut gefällt, sind die kurzen Wege. Alles Weitere werde ich im Laufe der Zeit kennenlernen.

Was hat Sie dazu bewogen, zunächst Lehrer und jetzt Schulleiter zu werden?
Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen hatte mich schon zu meiner Jugendzeit in Cloppenburg interessiert. Damals habe ich diverse Fußball-Jugendmannschaften beim BV Cloppenburg trainiert. So fiel mir der Entschluss, nach dem Abitur am CAG meine Lieblingsfächer Chemie und Geografie auf Lehramt zu studieren, auch nicht schwer. Als didaktischer Leiter an meiner alten Schule und als Dozent im Lehrerfortbildungsinstitut Hamburg habe ich die vergangenen Jahre mit viel Freude gearbeitet.

Irgendwann entwickelte sich jedoch der Wunsch, dieses sicherlich interessante Arbeitsfeld gegen eine noch reizvollere Herausforderung einzutauschen, und ich bewarb mich auf die Schulleiterstelle an der Oberschule Dinklage. Natürlich bleibt immer ein Restzweifel, ob man solch einer Aufgabe gewachsen ist. Nicht zuletzt aber die Unterstützung meines alten Schulleiters und meines privaten Umfeldes bestärkten mich, diesen beruflichen Entwicklungsschritt zu gehen.

Wenn keine Dienstbesprechungen und Konferenzen anstehen, wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
Meine Freizeit verbringe ich gerne mit sportlichen Aktivitäten wie Joggen, Tennisspielen oder Mountainbikefahren sowie mit gemeinsamen Aktivitäten mit Freunden, wie Restaurantbesuche, Musikkonzerte oder Sportveranstaltungen. Längere Urlaubszeiten nutzte ich in der Vergangenheit sehr gerne für Wanderungen oder zum Skifahren.

Mit wem würden Sie warum gerne mal ein gemeinsames Abendessen verbringen wollen?
Mit Hape Kerkeling, ich liebe seinen Humor.

Was möchten Sie als neuer Schulleiter bewegen, was sind Ihre persönlichen Ziele?
Ein Ziel einer modernen Schule muss es sein, die Voraussetzungen zu schaffen, dass digitale Lernformate das erfolgreiche Lernen aller Schülerinnen und Schüler unterstützt. Dies dient nicht zuletzt auch der Berufs- und Studienvorbereitung.

Was werden Ihre ersten Amtshandlungen sein?
Mit Hilfe des Schulleitungsteams und den schulischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werden die notwendigen Maßnahmen zum Infektionsschutz so umgesetzt, dass die Oberschule möglichst als Lern- und Lebensort im neuen Schuljahr für alle Schülerinnen und Schüler erhalten bleiben kann. Zusammen mit der Stadt Dinklage und dem Landkreis Vechta werden wir zeitnah die technischen Voraussetzungen schaffen, dass für die angeschafften Schul-Tablets ein funktionsfähiges WLAN-Netz vorhanden sein wird.

Welche Veränderungen haben Sie bei den Schülergenerationen im Laufe Ihres Berufslebens beobachtet?
Leider hat sich die Dauer von Konzentrationsphasen bei vielen Schülerinnen und Schülern verringert. Dies gilt zum Teil für die Bereitschaft, Potenziale auszuschöpfen, was oftmals einen höheren Arbeitseinsatz erfordert. Auch sind bestimmte Wertevorstellungen, wie Toleranz, respektvoller Umgang miteinander und Pünktlichkeit, im Zuge gesellschaftlicher Veränderungen nicht mehr so ausgeprägt. Dafür staune ich, welches Wissen zur Nutzung technischer Geräte vorhanden ist.

Was ist Ihnen am Schulleben wichtig?
Eine Schule kann sich aus meiner Sicht nur dann in die richtige Richtung entwickeln, wenn sich die Schüler- und Lehrerschaft, die Eltern und der Schulträger aktiv in den Schulentwicklungsprozess im Rahmen der verschiedenen Schulgremien und Arbeitsgruppen einbringen. Gemeinschaftliche Veranstaltungen, wie zum Beispiel Sportfeste, Schulfeste, musikalisch-kulturelle Darbietungen, bereichern das Schulleben.

Wie sieht für Sie der „ideale Schüler" aus?
Nach meiner Vorstellung kommt der „ideale“ Schüler mit Freude zur Schule, nimmt seine Lehrkräfte als Unterstützer wahr, und hat die Bereitschaft, aktiv auf seinem individuellen Leistungsniveau zu lernen.

Wie sieht für Sie die „ideale Schule“ aus?
Meine Vision ist ein Ort, an dem gemeinsam und angstfrei gelernt wird, an dem das Fordern und individuelle Fördern als Grundprinzip gelebt wird. Darüber hinaus können sich alle Mitgliederinnen und Mitglieder der Schulgemeinschaft mit der Schule identifizieren.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Oberschule Dinklage?
Dass die Schule weitere Schritte in Richtung dieser idealen Schule macht.

Wie wollen Sie das Profil der Schule stärken, wie es die Politik einfordert?
Diese Frage ist momentan für mich schwierig zu beantworten, weil mir der aktuelle Stand und die konkreten Wünsche vonseiten der Lokalpolitik noch nicht umfassend bekannt sind. Klar ist aber, dass die Oberschule Dinklage ihre Schülerinnen und Schüler bestmöglich auf die Berufswelt vorbereiten muss, was auch eine starke Verzahnung mit dem lokalen Handel und dem lokalen Gewerbe beinhaltet, und ihnen individuelle Lernangebote machen sollte. In diesem Schuljahr wird es zudem darum gehen, vorhandene Lernrückstände, insbesondere in den Kernfächern Mathematik und Deutsch, zu verringern.

Welche Maßnahmen ergreifen Sie zum Erhalt und zur Stärkung des gymnasialen Zweiges?
Zunächst einmal bin ich glücklich, dass wir dieses Schuljahr insgesamt 91 Anmeldungen, davon 18 im gymnasialen Zweig. Das ist ein Indikator dafür, dass die Schule eine gute Arbeit leistet. Ich konnte bisher wahrnehmen, dass der Gymnasialzweig in den vergangenen Jahren von Teilen der Dinklager Elternschaft noch nicht in der Form angenommen wurde, wie sich die Schule und der Schulträger dies wünschen. Hier gilt es für mich und meine Kolleginnen und Kollegen anzusetzen und eine noch überzeugendere Alternative zu den umliegenden Gymnasien zu etablieren.

Ihr Vorgänger Josef Kalvelage wünscht Ihnen als Nachfolger „den Mut, Dinge zu hinterfragen oder zu ändern, wenn nötig, aber auch einen gehörigen Anteil an Gelassenheit, es einfach mal laufenzulassen und für Entwicklung Zeit zu geben“. Was wünschen Sie ihm?
Dass er seine wohlverdiente Pensionszeit noch viele Jahre ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen erleben kann.

Was wünschen Sie Ihrem Kollegium, der Eltern- und Schülerschaft?
Für die Schülerinnen und Schüler, Eltern und dem Kollegium der Oberschule Dinklage wünsche ich mir, dass es im Verlauf der Corona-Pandemie zu keinen weiteren Schulschließungen kommt und schnell ein normales Schulleben möglich wird.

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