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So will der Löninger Rat Wege aus der Klimafalle finden

Neue Konzepte sollen Einsparmöglichkeiten ausloten und regenerative Energien fördern. Auch für die Innenstadt gibt es Fortschritte.

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Ungewohnter Tagungsort: Der Stadtrat kam im Dorfgemeinschaftshaus in Wachtum zusammen. Foto: G. Meyer

Ungewohnter Tagungsort: Der Stadtrat kam im Dorfgemeinschaftshaus in Wachtum zusammen. Foto: G. Meyer

Dass sich die Politik auch in Löningen auf neue Zeiten vorbereitet, ist während der Stadtratssitzung am Montag deutlich geworden. Gleich mehrere Anträge beschäftigten sich mit Ideen für mehr Klimaschutz. Sie wurden allesamt angenommen.

So soll die Stadt jetzt ein Konzept für klimaneutrale Baugebiete erstellen. Dabei geht es unter anderem um Möglichkeiten für Häuslebauer, auf fossile Brennstoffe zu verzichten. Außerdem dürften gering verschmutzte Abwässer, etwa aus der Dusche, nicht ungenutzt in der Kanalisation verschwinden, hieß es. Die Verwaltung soll auch prüfen, welche öffentlichen Gebäude mit Photovoltaikanlagen ausgerüstet werden können. Angenommen wurde zudem der Vorschlag, ein Konzept für die Installation von E-Ladestationen im gesamten Stadtgebiet zu entwickeln. Alle drei Anträge waren von der Gruppe UFL/FDP gestellt worden.

Um das Klima, vor allem aber um die Sicherheit geht es beim Thema Tempo 30: Wo diese Geschwindigkeitsbegrenzung gelten soll, müsse die Stadt selbst entscheiden dürfen, findet die SPD-Grünen-Gruppe. Rund 100 Städte, von Aachen bis Wuppertal, machen bereits mit. Auch der Deutsche Städtetag plädiert dafür, Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit außerhalb von Hauptstraßen auszuprobieren. Der Antrag wird jetzt im zuständigen Fachausschuss näher diskutiert.

Mehr Geld für Sozialen Briefkasten und Bildungswerk

Verabschiedet hat der Stadtrat die Erhöhung der jährlichen Förderung für den Sozialen Briefkasten. Statt bisher 4000 soll die Einrichtung jetzt 12.000 Euro erhalten. Das katholische Bildungswerk bekommt ebenfalls mehr Geld. Der Zuschuss steigt von 14.400 auf 20.000 Euro pro Jahr. Das Bildungswerk leiste als Ausrichter von Sprachkursen wichtige Arbeit bei der Integration geflüchteter Ukrainer, lobte Bürgermeister Burkhard Sibbel.

Vertagt wurde dagegen die Entscheidung über einen Zuschuss für die Deutsche-Schäferhunde-Ortsgruppe Löningen. Sie feiert 2023 ihr 40-jähriges Bestehen, kann die geplante Jubiläumsfeier aber nicht aus eigenen Mitteln finanzieren. Der Antrag über 3000 Euro Förderung fand bereits im zuständigen Fachausschuss keine Mehrheit. Die CDU-Fraktion hat dies zum Anlass genommen, die Überarbeitung der Förderrichtlinien für Vereine anzuregen.

Ein zusätzliches Klassenzimmer wird die Gelbrink-Grundschule erhalten. Dafür soll ein bisher für den Sachunterricht genutzter Raum umgebaut werden. Sibbel wies auf die steigenden Schülerzahlen hin. Unter anderem müssten nach den Ferien weitere Kinder aus Flüchtlingsfamilien beschult werden.

Mit zwei Enthaltungen hat auch die Änderung des Bebauungsplans „Zwischen Tabbenstraße und Am Kamp“ den Rat passiert. In dem beschleunigten Verfahren wird die dort geltende geschlossene Bauweise teilweise aufgehoben. Hintergrund ist der Neubau eines Wohn- und Bankgebäudes an der Tabbenstraße.

Antrag: Stadt soll Miete für neuer Einzelhändler übernehmen

Wer ein Ladengeschäft in Löningen aufmacht, könnte demnächst damit rechnen, dass die Stadt die Miete ein Jahr ganz oder teilweise übernimmt. „Dies würde das Risiko von Gründerinnen und Gründern minimieren und Löningen als Standort für den Einzelhandel attraktiver machen“, sagte Egbert Schäpker (SPD/Grüne), dessen Gruppe den Antrag eingebracht hat. Eine Entscheidung folgt später.

Um mehr Touristen in die Stadt zu locken, werden demnächst zwei neue Schilder an der B213 aufgestellt. Sie weisen auf die St.-Vitus-Kirche hin, bei der es sich immerhin um die „größte pfeilerlose Saalkirche Deutschlands“ handelt. Der ADAC habe herausgefunden, dass ein Sechstel aller Fahrer ähnlichen Tafeln mit Sehenswürdigkeiten folgen würde, erklärte Ratsherr Taku Samuriwo (UFL). Die übrigen behielten den Hinweis zumindest im Kopf.

Zu Beginn hatten Mitglieder des Löninger Jugendparlaments sich und ihre Arbeit vorgestellt. Burkhard Sibbel verpflichtete außerdem Nachrücker Holger Ricken (SPD) als neues Ratsmitglied. Ricken nahm den Platz von Jessica Heister ein, die aus persönlichen Gründen auf ihr Mandat verzichtet hatte. Die Sitzung fand ausnahmsweise in Wachtum statt. Den Dörflern hatte Sibbel eine gute Nachricht mitgebracht: Für den Umbau der örtlichen Grundschule gibt es deutlich mehr kfw-Fördermittel als erwartet. Statt 113.000 Euro seien der Verwaltung 429.000 Euro zugesagt worden. „Das gibt uns Sicherheit, falls es zu unerwarteten Kostensteigerungen kommen sollte“, freute sich der Bürgermeister. Bisher fehlt allerdings die Baugenehmigung. Die Statik müsse noch geprüft werden, hieß es.

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