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So stellen sich Gerd Steting und Cappelns Bürgermeister die Arbeit des Behindertenbeirats vor

Das Gremium soll noch in diesem Jahr gegründet werden. Wer dort mitarbeiten möchte, kann sich bis zum 15. August melden.

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Hoffen auf viele Interessenten: Bürgermeister Marcus Brinkmann (rechts) und Gerd Steting. Foto: Thomas Vorwerk

Hoffen auf viele Interessenten: Bürgermeister Marcus Brinkmann (rechts) und Gerd Steting. Foto: Thomas Vorwerk

Der Gründung eines Inklusions- und Behindertenbeirats ist die Gemeinde Cappeln einen großen Schritt näher gekommen. Dem Antrag der UWG vom Februar folgte im April die Entscheidung, eine Satzung zu entwerfen. Dieses Papier liegt jetzt vor, und nun soll aktiv nach Mitgliedern gesucht werden. "Wir wollten aber keine Satzung vorlegen. Der neue Beirat soll sich den Entwurf anschauen und gerne auch eigene Ideen einbringen", sagte Bürgermeister Marcus Brinkmann in dieser Woche. Zusammen mit Gerd Steting aus Sevelten ruft er dazu auf, sich bei Interesse an einer Mitarbeit zu melden.

Steting ist selber sehbehindert und hat in den vergangenen Wochen den Entscheidungsprozess begleitet. Er weiß aus seiner Arbeit im Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen, dass es noch an vielen Stellen Verbesserungspotenzial gibt. Nicht nur für Menschen, die das Augenlicht verloren haben. "Auch auf Sportplätzen kommt es vor, dass Rollstuhlfahrer einen beschwerlichen Weg zur Tribüne haben, und wenn sie dort angekommen sind, ist die Bande genau in ihrem Blickfeld", nennt er ein Beispiel. In seinem Heimatort hebt er die Ampel an der Kreuzung als positives Beispiel hervor, weil akustische Signale ihm die Überquerung erleichtern. Anders an der Grundschule in Sevelten. Die Dunkelampel erzeugt keine Geräusche, an denen sich Blinde orientieren können. "Es ist nicht alles schlecht in der Gemeinde, es gibt aber Dinge, die verbessert werden können."

An der Neugestaltung der Ortsmitte mitwirken

"Wir wollen die Teilhabe verbessern, auch wenn es auf kommunaler Ebene keine Verpflichtung gibt, einen Beirat zu installieren", so Brinkmann. Bisher habe man in Einzelfällen entschieden, auch wenn nicht immer Lösungen gefunden wurden. Das Rathaus ist das beste Beispiel. Das Standesamt ist nicht barrierefrei zu erreichen, in Einzelfällen können nicht alle Familienmitglieder an einer Trauung teilnehmen. Bei der geplanten Neugestaltung der Ortsmitte kann sich Brinkmann die Mitwirkung eines Beirats unbedingt vorstellen. "Wir sind für jeden Hinweis dankbar."

Es geht aber nicht nur um bauliche Defizite in der Gemeinde. "Menschen mit Handicap sollen ihr Recht bekommen", stellt Steting klar. "Viele wissen gar nicht, welche Hilfen ihnen zustehen", sagt der 69-Jährige, der sich auch auf Bundesebene engagiert. Er selber ist seit 10 Jahren sehbehindert und gibt unter anderem Unterricht in Krankenpflege- und Optikerschulen.

Im Behindertenbeirat können sich Einwohner der Gemeinde Cappeln engagieren, die mindesten 16 Jahre alt sind und einen Behinderungsgrad von mindestens 30 Prozent haben. Erziehungsberechtigte und gerichtlich bestellte Betreuer können ebenfalls mitmachen. Der Beirat soll bis zu elf Personen umfassen und Vertreter dieses Gremiums können als beratende Mitglieder im Rat der Gemeinde Cappeln sowie den Fachausschüssen mitwirken. Wer Interesse hat, kann sich unter Telefon 04478/94840 bis zum 15. August im Rathaus melden. Anschließend wird der Rat über die Gründung abstimmen, und es folgt die konstituierende Sitzung des Inklusions- und Behindertenbeirats.

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