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So soll dem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden

Ein neues Format mit frischen Impulsen: Die Firma Friedrich-Haug-Messen plant mit Kooperationspartnern Handwerkstage in Oberschulen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Start ist in Cappeln.

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Warben für den Handwerkstag (von links): Petra Brokamp (OBS Cappeln), Bürgermeister Marcus Brinkmann, Ann-Kathrin Raker (Kreishandwerkerschaft), Peter Trenkamp (BBS Technik), Martin Vorwerk (Haug Ausstellungen), Simone Siemer (BBS Technik) und Ruby Tangelder (PACE). Foto: Kramer

Warben für den Handwerkstag (von links): Petra Brokamp (OBS Cappeln), Bürgermeister Marcus Brinkmann, Ann-Kathrin Raker (Kreishandwerkerschaft), Peter Trenkamp (BBS Technik), Martin Vorwerk (Haug Ausstellungen), Simone Siemer (BBS Technik) und Ruby Tangelder (PACE). Foto: Kramer

Dass der Fachkräftemangel im Handwerk immer größer wird und die Betriebe zunehmend Probleme haben, Ausbildungsplätze zu besetzen, ist Fakt. Zum Überblick ein paar Zahlen: Die aktuelle Studie des Kompetenzzentrums für Fachkräftesicherung aus dem Januar 2021 betitelt knapp 65.000 fehlende Fachkräfte, davon 54.000 zu besetzende Stellen bei Gesellinnen und Gesellen. Die Anzahl der unbesetzten Ausbildungsstellen steigt seit 10 Jahren kontinuierlich an und übersteigt seit 2017 die Anzahl der theoretisch verfügbaren Bewerber.

Aus diesem Grund plant die Molberger Firma Friedrich-Haug-Messen, gemeinsam mit mehreren Partnern, ein neues Veranstaltungsformat, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Denn: "Eine Ausbildung und die Tätigkeit im Handwerk ist krisenfest", ist sich Geschäftsführer Martin Vorwerk sicher.

Angebot soll landkreisweit ausgeweitet werden

An den Oberschulen in Cappeln und Emstek findet daher im Herbst jeweils ein Handwerkstag unter dem Motto "Deine Zukunft: Handwerk" statt. Im nächsten Jahr soll das Angebot im gesamten Landkreis durchgeführt werden. Die Veranstaltungen werden in Kooperation mit dem Landkreis Cloppenburg, der Kreishandwerkerschaft, der Agentur für Arbeit, dem Pro-Aktiv-Center der Caritas und der BBS Technik durchgeführt.

Die Schirmherrschaft für den Handwerkertag an der Oberschule Cappeln am 30. September hat Bürgermeister Marcus Brinkmann übernommen, der damit das Interesse der Kommune bekunden möchte, die ortsansässigen Handwerksunternehmen bei der Suche nach Auszubildenden zu unterstützen. Die 9.- und 10.-Klässler werden an den jeweiligen Veranstaltungstagen (in Emstek am 18. November) in den beiden ersten Schulstunden auf den Handwerkstag vorbereitet und können sich anschließend von 9.30 bis 12 Uhr gemeinsam mit den Eltern an den Messeständen der Teilnehmer informieren.

"Mit dem Handwerkstag führen wir die Schüler und die örtlichen Unternehmen zielgerichtet zusammen."Martin Vorwerk

Der Clou: Präsentieren werden sich in diesem neuen Format ausschließlich Handwerksfirmen aus dem jeweiligen Veranstaltungsort. Einen Stand müssen die Unternehmen nicht aufbauen, sie bekommen Stellwände gestellt. Die Aufteilung bleibt auch gerecht, jeder Firma wird die gleiche Fläche zur eigenen Präsentation zur Verfügung gestellt.

"Mit dem Handwerkstag führen wir die Schüler und die örtlichen Unternehmen zielgerichtet zusammen. An einem Vormittag werden Vorträge und Workshops in Schulen zum Thema 'Ausbildung im Handwerk' angeboten, sodass die Jungen und Mädchen ein besseres Bild der handwerklichen Ausbildung und den Chancen in diesen Berufen erhalten. Örtlich ansässige Handwerksbetriebe präsentieren ihr Handwerk und ihre offenen Praktikums- und Ausbildungsstellen", berichtet Vorwerk.

Beide Seiten profitieren vom Handwerkstag

Die Ziele liegen klar auf der Hand: Mit der Aktion soll dem Fachkräftemangel entgegengewirkt, das Bild von Handwerksberufen verbessert und das Handwerk in der Schule erlebbar gemacht werden. Zudem sollen die Schüler in der Berufswahl und der Suche nach Ausbildungsstellen sowie örtliche Handwerksbetriebe bei ihrer Suche nach Nachwuchskräften unterstützt werden und auch kleineren Handwerksbetrieben eine Präsentations-Möglichkeit geboten werden.

Letztlich profitierten beide Seiten von den Handwerkstagen, ist sich Vorwerk sicher. Die Schüler erhielten umfangreiche Informationen, es ergebe sich eine niedrigschwellige Möglichkeit der ersten Kontaktaufnahme für Praktika und Ausbildungsstellen, das Konzept ermögliche eine passgenaue Berufsorientierung, die Firmen erhielten einen direkten Kontakt zu potenziellen Auszubildenden, und auf diesem Weg erreiche man eine örtliche Bindung von zukünftigen Fachkräften.

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