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"So recht nach alter Weise": Steinfeld feiert 100 Jahre Krötenzug

Der Heimatverein würdigt das ureigene Ritual im "Kunstraum" mit einer Ausstellung historischer Fotos. Initiator Stephan Honkomp hat alle Aufnahmen mit einem erläuternden Satz "up platt" versehen.

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Die Initiatoren vom Heimatverein Steinfeld beim Aufbau: Helmut Sprehe (links) und Stephan Honkomp. Foto: Wehring

Die Initiatoren vom Heimatverein Steinfeld beim Aufbau: Helmut Sprehe (links) und Stephan Honkomp. Foto: Wehring

"So recht nach alter Weise" – unter diesem Motto starten alljährlich Steinfelds Schützen am Morgen des Schützenfestmontags, um kreativ und bunt verkleidet zum scheidenden Königspaar zu ziehen. Dieses ureigene Steinfelder Ritual feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Grund genug für den Heimatverein Steinfeld, historische Fotos rund um diese Tradition der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Diese Ausstellung wird im Rahmen einer Vernissage am Freitag (17. Juni) um 19 Uhr in der Galerie "Kunstraum" am Marktplatz mit geladenen Gästen eröffnet. Die Schau ist dort bis zum 2. Juli (Samstag) zu sehen. Der Heimatverein Steinfeld und die Galeristin Sonja Sprehe würden sich über einen Besuch freuen.

Initiator Stephan Honkomp legt bei allen Exponaten Wert auf die regionalen Wurzeln: "Alle Fotos sind mit einem erläuternden Satz 'up platt' näher beschrieben. Dadurch bekommen sie eine besondere lokale Note", erläutert der Vorsitzende des Heimatvereins Steinfeld. Um es möglichst für alle verständlich zu machen, wurden die Beschreibungen sprachlich an das 2020 erschienene "Plattdeutsche Wörterbuch für das Oldenburger Münsterland" angelehnt.

Zu den Kröten der ersten Stunde gehörte Heinrich Deters

Ein Blick zurück: In den Morgenstunden des Schützenfestmontags im Jahr 1922 zogen die noch übrig gebliebenen Feiergäste vom Schützenplatz auf den Schemder Höhen zum scheidenden König Johannes Nüvemann mit dem Ziel, dort noch ein letztes Abschiedsbier zu trinken. Mit im Gepäck waren die Fahne vom Schützenverein und eine Trompete, um auf dem Weg durch die Straßen Steinfelds auch akustisch auf sich aufmerksam zu machen.

Stephan Honkomp kennt die Details, die die Quellen ihm verrieten: "Die durstigen Kröten zogen ihre Jacken 'auf links', krempelten die Hosenbeine hoch und nahmen für den beschwerlichen Weg zur Verpflegung Würste und Butterkuchen mit. Den Proviant schnallten sie an eine Leiter." Zu den Teilnehmern gehörte damals unter anderem der Uhrmachermeister und frühere Gemeindevorsteher Steinfelds, Heinrich Deters. Dessen Porträt ist nicht nur Teil der Ausstellung, sondern gleichzeitig auch deren Titelbild.

Das Erscheinungsbild des Krötenzugs hat sich kaum geändert

Ein Wiedersehen gibt es auch mit einigen bekannten Steinfelder Originalen, die sich erfolgreich beim Tragen der Krötenzug-Leiter betätigten: "Gnotten Jan" (Hans Nieberding), "Mieglämmken" (Siegbert Rolfes), "Onkel" (Leo Bitter), "Bungen" (Anton Bunge), "Pöter Gerd" (Georg Böckmann) oder "Ordings Opa" (August Bergmann). Seit 2004 wird die Leiter von "Jupp" und "Didi" (Josef Lahrmann und Dietmar Hülsmann) getragen.

Das Erscheinungsbild des Krötenzuges hat sich in den vergangenen 100 Jahren kaum verändert: Ähnlich sehen die Schützen auch heute noch aus, wenn sie sich am Montagmorgen in Begleitung des Kolpingorchesters Steinfeld auf den Weg zur königlichen Residenz machen. Franz Honkomp, der den Krötenzug seit dem Jahr 2000 führte, hat die Leitung mittlerweile an seinen Sohn Philipp weitergegeben.

Nach "Falkes große Fußballer" im Oktober 2021 ist "100 Jahre Krötenzug" die zweite Ausstellung ihrer Art in der Galerie "Kunstraum". Annähernd 500 Besucher wollten im vergangenen Jahr die alten Fotos der Steinfelder Sportgrößen sehen. Jetzt erhoffen sich die Initiatoren vom Heimatverein Steinfeld eine ähnliche Resonanz.


Fakten:

  • Die Ausstellung "100 Jahre Krötenzug" läuft vom 17. Juni bis 2. Juli im "Kunstraum" am Marktplatz in Steinfeld.
  • Die Schau ist donnerstags und freitags von 17 bis 20 Uhr sowie samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet.
  • Der Eintritt ist frei.
  • Wer Interesse an den Fotos hat, kann Stephan Honkomp gerne ansprechen: Mail stephan.honkomp@ewetel.net oder Telefon 0151/28816014.

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