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So nachhaltig ist die Gemeinde Holdorf aufgestellt

Soldardachkataster, Hundekotbeutel, Balkonkraftwerke: Die neue Nachhaltigkeitsmanagerin Katharina Belz informiert die Politik darüber, wie die Gemeinde aufgestellt ist – und wo es noch Potenzial gibt.

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Die Nachhaltigkeit selbst in die Hand nehmen: Dafür hat die Gemeinde Holdorf eine eigene Managerin eingestellt. Foto: pixabay

Die Nachhaltigkeit selbst in die Hand nehmen: Dafür hat die Gemeinde Holdorf eine eigene Managerin eingestellt. Foto: pixabay

Seit dem 2. Mai hat die Gemeinde Holdorf mit Katharina Belz eine Nachhaltigkeitsmanagerin. Doch um welche Aufgaben kümmert sich die studierte Architektin eigentlich in ihrer 20-Stunden-Woche? Wie nachhaltig ist die Gemeinde in Holdorf in bestimmten Bereichen aufgestellt? Wo kann sie klimafreundlicher werden? Darüber informierte Katharina Belz die Mitglieder des zuständigen Nachhaltigkeitsausschusses in der jüngsten Sitzung.

Solardachkataster: Welche Dächer der Gebäude im Eigentum der Gemeinde Holdorf eignen sich für eine Photovoltaikanlage? Wie hoch sind die Energieverbräuche? Wie wird geheizt und wie alt sind die Heizgeräte? Welche Förderungen sind möglich? Diese umfangreiche Aufgabe untersucht derzeit Katharina Belz. Hintergrund ist ein Antrag der Interessengemeinschaft Holdorf, alle gemeindeeigenen Gebäude bis 2035 klimaneutral zu machen. Stromfressende Energiegeräte sollen ersetzt werden, um die Gebäude mit Blick auf die Energie autark zu machen. Belz soll ein Solardachkataster erstellen. Mit dem Solardachkataster des Landkreises Vechta und dem dazugehörigen Tool sollen alle Dächer mit Blick auf Größe, Statik und Kosten-Nutzen-Verhältnis auf ihre Tauglichkeit für PV-Anlagen geprüft werden.

Balkonkraftwerke: Eigenen Strom produzieren? Das geht unter anderem mit Balkonkraftwerken, "der einfachsten Form von Photovoltaik für Mieter", erklärte Katharina Belz. Die Stadt Friesoythe fördert etwa (bei einem Budget von 25.000 Euro) die Installation einer Mini-Solaranlage mit 200 Euro pro Mieter. Ein Modell, das sich der Nachhaltigkeitsausschuss auch für die Gemeinde Holdorf vorstellen könnte. Die Nachhaltigkeitsmanagerin soll deshalb in den nächsten Sitzungen des Fachausschusses Beispiele von Balkonkraftwerken, kleinen Windkraftanlagen und anderen Energieerzeugern mit Blick auf Kosten sowie Vor- und Nachteile vorstellen.

Bauhof: "Der Bauhof arbeitet schon nachhaltig", hat Katharina Belz nach ihren ersten Wochen im Dienst der Gemeinde festgestellt. Denn: Alle Geräte, die mit einem Akku versorgt werden müssen, arbeiten mit einem einheitlichen Akku-System. Für die Spielgeräte auf den Spielplätzen werden nach Möglichkeit recycelbare Materialien eingesetzt. Treibstoff soll möglichst umweltfreundlich sein. Bei künftigen Fahrzeugen im Bauhof soll auf E-Mobilität geachtet werden. Eine Photovoltaik-Anlage und eine Wallbox auf dem Gelände des Bauhofs seien zukünftig sinnvoll, erklärte Belz.

Hundekotbeutel: Wie umweltfreundlich sind eigentlich die Hundekotbeutel in der Gemeinde? Wollte Ute Rybka-Beckermann (Igeho) wissen. Katharina Belz erklärte: Kompostierbare Hundekotbeutel wiesen eine schlechte Ökobilanz auf. Sie zersetzten sich schnell und seien auch nicht geruchsdicht. Gefüllte Hundekotbeutel dürften aus hygienischen und gesundheitlichen Gründen sowieso nicht kompostiert werden. Daher seien die recycelbaren Hundekotbeutel, die die Gemeinde Holdorf nutze, gut. Belz ergänzte: Am wichtigsten sei es, die Bürger über die richtige Entsorgung von Hundekot zu schulen und zu informieren.

Energiemanagement: Unabhängig vom Solardachkataster möchte die Gemeinde Holdorf einen Überblick über die Energieverbräuche und Emissionen ihrer Liegenschaften gewinnen – und gleichzeitig die Pflicht, Energiebilanzen aufzustellen, erfüllen. Das funktioniert – statt in Papier in dynamischer EDV-Form – zum Beispiel mit dem Programm Limbo der EWE. Mit diesem Energiemanagement hat die Gemeinde die Möglichkeit, die laufenden Verbräuche zu kontrollieren, zu bewerten und zu optimieren. Die Entscheidung, ob sie das Angebot des heimischen Energieversorgers annimmt, möchte sie zu einem späteren Zeitpunkt treffen.

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