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So lief der Probe-Alarm im Oldenburger Münsterland

Mit dem Warntag sollte der Ernstfall geprobt werden. Die Kreise Cloppenburg und Vechta geben eine erste Zusammenfassung. Und: Hier sind Tipps, was Sie tun sollten, wenn Sie nichts mitbekommen haben.

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Foto: dpa

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Ein Probealarm hat am bundesweiten Warntag in Deutschland um 11 Uhr viele Handys schrillen lassen. Auch die Landkreise Cloppenburg und Vechta haben sich an dem Warntag beteiligt. 

Ausgelöst wurde die Warnung vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Bürgerinnen und Bürger erhielten erstmals zusätzlich auch über das Cell-Broadcast-System eine Warnung. Verbreitet wurde der Probealarm auch über Radio- und Fernsehsender. Wer Warn-Apps wie Nina oder Katwarn auf seinem Smartphone installiert hat, bekam auch auf diesem Weg einen Hinweis.

An einer Stelle hat es dann doch noch gehakt

Sascha Sebastian Rühl, Pressesprecher für den Landkreis Cloppenburg, zog am Donnerstag ein positives Fazit. "Der Warntag lief super. Bei einer echten Katastrophe hätte der Großteil der Bevölkerung gewarnt werden können." Es habe eine große Verbesserung zum letzten Mal gegeben. Das liege besonders am neuen Cell-Broadcast-System. Auch alle 30 Sirenen des Landkreises seien ausgelöst worden. 

Eine Störung hätte es nur bei den Warn-Apps gegeben. Dort seien die Benachrichtigung zwar herausgegangen, doch beim Öffnen der Meldung sei es zu Verzögerungen gekommen, berichtet Rühl. 

Auch Eva-Maria Dorgelo, Pressesprecherin des Landkreises Vechta, ist zufrieden. "Im Kreisgebiet wurden alle 20 Sirenen rechtzeitig ausgelöst. Auch die Entwarnung hat hervorragend funktioniert."

Sie haben gar nichts mitbekommen? Dann sollten Sie diese Dinge prüfen

Für die Menschen, die keine Benachrichtigung auf ihrem Handy erhalten haben und auch kein Sirenenheulen gehört haben, empfehlen beide Landkreise dieBürger Info & Warn App „Biwapp“. "In der App geben wir auch andere wichtige Informationen wie Großeinsatzlagen oder beispielsweise einen Bombenfund heraus", erklärt Dorgelo.

Der Landkreis Cloppenburg hat zudem das erste Mal die Internetseite "kein Notfall.de" getestet. Die Seite soll bei Extremwetterphänomenen und den dadurch ausgelösten Großschadenslagen freigeschaltet werden. Dort können alle, die bei sich keine medizinische Notwendigkeit sehen, eine Meldung absetzen. Damit soll gewährleistet werden, dass lebensbedrohliche Notfälle durch die überlasteten Leitungen kommen und die Einsatzleitstelle erreichen können. 

Erster Text vom Cell-Broadcast-System lief offenbar wie gewünscht

Mit dem bundesweiten Warntag wollte die Behörde herausfinden, wie viele Menschen eine Warnung vor Gefahren im Ernstfall erreichen würde. Beim Cell-Broadcast-Verfahren geht eine automatische Benachrichtigung an jedes Handy, das zu diesem Zeitpunkt eingeschaltet ist, Empfang hat und mit einer aktuellen Software läuft. Allerdings funktioniert das System bei einigen älteren Handy-Modellen nicht. Da es sich nur um einen Test handelt, müssen die Menschen, die die Warnung empfangen, nichts tun.

Beim ersten bundesweiten Warntag am 10. September 2020 war einiges schiefgelaufen. Unter anderem kam die Meldung der Warn-Apps Nina und Katwarn erst mit einer guten halben Stunde Verspätung auf den Smartphones an. Wäre es tatsächlich ein Ernstfall gewesen, hätten viele Bürger nichts mitbekommen. Das Bundesinnenministerium hatte den Probealarm deshalb damals als "fehlgeschlagen" bezeichnet.

Aus Sicht von Vodafone war der erste Test des neuen Katastrophen-Warnsystems Cell Broadcast "ein voller Erfolg". Das Unternehmen teilte mit: "Wir werden nun alle Erkenntnisse aus dem Warntag auswerten und für die weitere Optimierung des neuen Warnsystems bis zum Start des Regelbetriebs in 2023 nutzen. Dann sollen auch mehr ältere Endgeräte in das Warnsystem einbezogen werden als heute bei der ersten Testwarnung."

Lesen Sie dazu einen Kommentar von Max Meyer (Redakteur).

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