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So ist die Lage für ukrainische Schüler in Cloppenburg

Die Jugendlichen, die aus der Ukraine geflüchtet sind, besuchen jetzt hier die Schule. Dabei gibt es immer wieder Erfolge, aber auch einige Hürden und offene Fragen.

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Haben sich über die Situation der geflüchteten Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine ausgetauscht: (von links) Dr. Annette Puckhaber, Katrin Collmann von Schattenburg, Ludmilla Vdovychenko, Yulia Poloziuk, Beatrix Brüning, Andreas Weber und Franziska Seebass. Im Bildvordergrund drei ukrainische Schülerinnen. Foto: Dickerhoff

Haben sich über die Situation der geflüchteten Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine ausgetauscht: (von links) Dr. Annette Puckhaber, Katrin Collmann von Schattenburg, Ludmilla Vdovychenko, Yulia Poloziuk, Beatrix Brüning, Andreas Weber und Franziska Seebass. Im Bildvordergrund drei ukrainische Schülerinnen. Foto: Dickerhoff

Schule ist nicht immer einfach. Mal ist der Unterrichtsstoff zu kompliziert, mal ist das Pensum zu hoch. Und manchmal fehlt es auch einfach an Motivation, früh aufzustehen. Diese Probleme kennen wohl fast alle, ob noch im schulpflichtigen Alter aus dem Alltag oder doch längst erwachsen aus der Erinnerung. Aber deutlich darüber hinaus gehen die Herausforderungen, denen sich die geflüchteten Jugendlichen aus der Ukraine gegenübersehen, die jetzt in den hiesigen Schulen unterrichtet werden.

Darüber haben sich jetzt auch Verantwortliche der Liebfrauenschule Cloppenburg (ULF) und des Clemens-August-Gymnasiums (CAG) mit Dr. Annette Puckhaber und Beatrix Brüning von der Landesschulbehörde Osnabrück ausgetauscht. Im Gespräch mit den beiden ukrainischen Lehrerinnen Yulia Poloziuk und Ludmilla Vdovychenko ging es vor allem darum, wie man die ukrainischen Schülerinnen und Schüler in die Lage versetzen kann, sich in Deutschland zu verständigen und sich möglichst schnell zu integrieren. Die Sprache ist dabei natürlich das wichtigste Thema. "Wir setzen auf das Deutsche", erklärt Andreas Weber, Schulleiter am ULF. Hier nehmen die Jugendlichen aus der Ukraine am Regelunterricht teil, erhalten aber auch von den beiden ukrainischen Lehrkräften Deutschunterricht. In kleinen Gruppen, nach Jahrgängen aufgeteilt. 

So solle eine möglichst schnelle Integration gelingen. Die Sprachkenntnisse der verschiedenen Jugendlichen sind dabei sehr unterschiedlich, sagt Franziska Seebass. Sie ist zuständige Ansprechpartnerin für die ukrainischen Flüchtlinge an der Liebfrauenschule. "Das ist schon Wahnsinn, was einige da bereits geleistet haben." Von der Möglichkeit, sich zu verständigen, hängt natürlich auch die Integration in den einzelnen Klassen ab. "Die hiesigen Schüler sind da aber sehr offen. Auch die Russischstämmigen helfen immer wieder sprachlich aus", so Seebass. "Unsere Schule bietet da insgesamt schon sehr gute Möglichkeiten und Perspektiven."

Es klappt nicht immer alles

Aber natürlich ist auch nicht alles eitel Sonnenschein. "Es klappt nicht alles", gibt Schulleiter Andreas Weber zu. Aufgrund der sprachlichen Probleme – viele der Geflüchteten fangen schließlich bei null an – ist es für die älteren Jahrgänge kaum machbar, einen deutschen Schulabschluss zu erlangen. Und dann ist da noch die Frage, ob die betroffenen Schülerinnen und Schüler alle auf einem Gymnasium am besten aufgehoben sind. "Da müssen wir irgendwann schauen, ob wir die richtige Schule sind", meint Weber. Franziska Seebass glaubt schon, dass sich die Ukrainer an der Liebfrauenschule gut aufgehoben fühlen. Über allem schwebt aber natürlich die Ungewissheit. "Viele sitzen auf glühenden Kohlen", so die Lehrerin. Doch ob und wann es für die jungen Ukrainer und ihre Familien wieder zurück in die Heimat gehen kann, ist nicht abzusehen. Aber bis es soweit ist, wird an den Schulen – nicht nur in Cloppenburg – alles Mögliche gegeben, um ihnen die Sprache und Bildung allgemein näherzubringen.

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