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So haben sich die Testzahlen im Landkreis Cloppenburg entwickelt

Im Dezember ist vom Gesundheitsamt deutlich weniger auf Corona getestet worden als in den Vormonaten. Der größte Anteil bei den positiven Ergebnissen stammt mittlerweile von Fremdlaboren.

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Symbolfoto: dpa

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Die Feiertage haben sich wie erwartet sehr deutlich auf die Testzahlen des Cloppenburger Gesundheitsamtes ausgewirkt. Gleichzeitig ist die Positivrate der beim Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) ausgewerteten Proben gestiegen. Das geht aus einer Anfrage von OM online an die Cloppenburger Kreisverwaltung hervor.

"Der Landkreis Cloppenburg hat im Dezember insgesamt 1405 Proben zur Untersuchung auf das Coronavirus an das Laves weitergeleitet", erklärt Kreissprecher Frank Beumker. Das ist deutlich weniger als im November (5017 Proben) und Oktober (5028). Diese geringe Zahl kommt allerdings nicht überraschend. Schon Mitte Dezember hatte OM online über die Änderungen bei der vom Robert-Koch-Institut empfohlene Teststrategie berichtet: Im November hatte das RKI neue Kriterien veröffentlicht, nach denen getestet werden soll.

Ein Punkt: Ein Abstrich wird nur bei engen Kontaktpersonen, die im selben Haushalt des Infizierten leben, genommen. An diesen Vorgaben hält sich auch weiterhin das Cloppenburger Gesundheitsamt, wie Beumker bestätigte: "Bei K1-Kontaktpersonen außerhalb des eigenen Haushalts wird nach der Empfehlung des Robert-Koch-Instituts und der entsprechenden Allgemeinverfügung des Landkreises in der Regel kein Abstrich durch den Landkreis veranlasst." Sollte eine dieser Kontaktpersonen Krankheitssymptome entwickeln, sei "eine Testung zum Nachweis einer Infektion unverzüglich insbesondere beim Hausarzt zu veranlassen". Heißt: Der Test wird auch in diesem Fall nicht nicht vom Gesundheitsamt durchgeführt, sondern von einem Fremdlabor ausgewertet.

Zusätzlich haben die Feiertage im Dezember dazu geführt, dass deutlich weniger getestet wurde, als in den Vormonaten. Wie bereits berichtet, hatten deutschlandweit die meisten Labore geschlossen. Das zeigt sich bei den Cloppenburger Zahlen: Zwischen Heiligabend und dem 27. Dezember sowie vom 30. Dezember bis 4. Januar ist kein einziger Abstrich durch das Gesundheitsamt genommen worden.

1138 Tests waren negativ, 267 fielen positiv aus

Während die Zahl der Tests im Dezember deutlich sank, ist die Positivrate der vom Gesundheitsamt beim Laves in Auftrag gegebenen Auswertung angestiegen. Während sie im November noch bei 13% (4361 negative Ergebnisse und 656 positive Ergebnisse) lag, ist sie im Dezember auf 19% (1138 negative Ergebnisse und 267 positive Ergebnisse) geklettert. Anhand der Positivrate kann man einschätzen, ob es eine hohe Dunkelziffer beim Infektionsgeschehen geben könnte. Je höher die Positivrate liegt, desto wahrscheinlicher ist es, dass es ein diffuses also schwer nachvollziehbares Infektionsgeschehen gibt.

Aufgrund der Feiertagssituation ist die Positivrate bundesweit im Dezember angestiegen - sie liegt aber deutlich unterhalb von 19 Prozent. Laut Angaben des Berufsverbandes der Akkreditierten Medizinischen Labore (kurz: ALM) bewegte sich die Positivrate in den Dezemberwochen zwischen 11 und 13 Prozent. In seinen Wochenberichten berücksichtigt der ALM eine Datenanalyse aus 169 Laboren in ganz Deutschland. Schon eine Positivrate von über 13 Prozent bezeichnet der ALM als "sehr hoch". Die Positivrate ist für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein wichtiger Indikator dafür, ob das Infektionsgeschehen in einem Land unter Kontrolle ist. Als Richtwert gibt die WHO 5% an. 

Ist die Positivrate im Landkreis Cloppenburg also viel zu hoch? Das lässt sich nur schwer beantworten. Denn dafür müssten auch die negativen Testergebnisse von Fremdlaboren berücksichtigt werden - die werden allerdings nicht dem Gesundheitsamt gemeldet. Wer sich eigeninitiativ testen lässt - also zum Beispiel beim Hausarzt oder einem privaten Anbieter - wird nur bei einem positiven Ergebnis behördlich erfasst. Und die Fremdlabore spielen mittlerweile im Landkreis Cloppenburg eine ausschlaggebende Rolle, wie Frank Beumker gegenüber OM online bestätigt.

Dem Landkreis Cloppenburg seien im Dezember insgesamt 1260 positive Befunde auf das Coronavirus übermittelt worden - davon 950 (75,4%) Befunde aus Fremdlaboren. "24,6% der positiven Befunde sind das Ergebnis von Abstrichen aus unserem Testzentrum", erklärt Beumker. Der Anteil der positiven Ergebnisse durch Fremdlabore hat sich darüber hinaus im Januar noch weiter erhöht - auf über 84 Prozent. Das ergibt eine Auswertung der Testergebnisse vom 1. bis 21. Januar. Von 794 positiven Befunden stammen 671 aus Fremdlaboren - nur 123 sind das Ergebnis von Abstrichen durch das Gesundheitsamt. Dass der Anteil von Fremdlaboren so hoch ist, liegt unter anderem daran, dass in den Alten- und Pflegeeinrichtungen viel getestet wird. Außerdem führen immer mehr Arbeitgeber in Eigenregie Abstriche bei ihren Belegschaften durch. 

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