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So finden Senioren und Impfpaten zueinander

Ab Donnerstag können sich in Niedersachsen Senioren ab 80 Jahren für die Corona-Schutzimpfung anmelden. In den Gemeinden Bakum, Goldenstedt und Visbek sind die ersten Impfpaten schon vermittelt.

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Symbolfoto: dpa

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Ab Donnerstag (28. Januar) können sich Senioren ab 80 Jahren, die nicht in einem Pflegeheim wohnen, für einen Termin für eine Corona-Schutzimpfung anmelden. Das Anmeldeverfahren läuft zentral über das Land Niedersachsen. Impfwillige melden sich deshalb ab Donnerstag unter Telefon 0800/9988665 oder können im Internet über die Plattform www.impfportal-niedersachsen.de einen Termin vereinbaren. Die Impfung findet schließlich im Impfzentrum des Landkreises Vechta statt. Das befindet sich am Motorpark in Lohne.

Doch gerade für Hochbetagte können sich auf dem Weg zur Impfung einige Hürden ergeben. Einige könnten die Terminvereinbarung als Herausforderung empfinden. Andere überlegen, wie sie überhaupt zum Impfzentrum nach Lohne kommen sollen. Denn nicht jede oder jeder kann auf ein zuverlässiges Netzwerk im Verwandten- und Bekanntenkreis zurückgreifen. Deshalb organisieren die Städte und Gemeinden im Landkreis Vechta Hilfsangebote für die impfwilligen Senioren. In den vergangenen Tagen haben die derzeit Impfberechtigten ein Anschreiben von ihrer Gemeinde bekommen, in dem das weitere Vorgehen erläutert wird. Sogenannte Impfpaten sollen die Älteren bei etwaigen Problemen unterstützen.

In Visbek helfen bewährte soziale Dienste

So kümmert sich in der Gemeinde Visbek das Familienbüro um die Vermittlung dieser Impfpaten. Die waren vor Ort auch schnell gefunden. Das Team um den Familienbeauftragten Wolfgang Niehaus kann auf bestehende Netzwerke zurückgreifen.

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für das Familienbüro sind Petra Blome von den Maltesern, Petra Pohlmann von den Selbstgestaltern, Franz-Josef Lamping von der Kolpingsfamilie Visbek sowie Herbert Warnke von Fokus Mensch. Diese können aus ihren eigenen Reihen die Impfpaten vermitteln. „Es haben sich aber auch schon Privatpersonen gemeldet, die helfen wollen“, sagt Niehaus. An möglichen Impfpaten wird es in der Gemeinde Visbek also nicht mangeln.

Für jedes Problem gibt es den passenden Impfpaten

Wie finden der Hilfesuchende und der Impfpate zueinander? Ab Donnerstag, wenn die Terminvergabe des Landes Niedersachsen beginnt, können sich impfwillige Senioren oder auch Angehörige beim Familienbüro Visbek melden. Wenn gewünscht, kümmert sich das Familienbüro um die Terminvergabe. Wer Hilfe beim Zusammenstellen der erforderlichen Unterlage brauche oder jemanden suche, der ihn zum Termin schließlich fährt, könne sich ebenfalls melden. Für jede Herausforderung werde an den passenden Impfpaten vermittelt, erklärt Niehaus.

Das Familienbüro Visbek ist unter Telefon 04445/950521 oder Telefon 04445/950561 zu erreichen. Auch wer sich noch als Impfpate engagieren möchte, kann sich dort melden.


In Bakum haben sich die vergangenen Tage mehrere Personen gemeldet, die sich als Impfpaten zur Verfügung stellen möchten. Mehr als 25 Impfpaten seien schon gefunden, sagt Ludger Grafe, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters. Aber: Manchmal stelle sich im Gespräch heraus, dass nicht jeder oder jede als Impfpatin oder Impfpate geeignet ist, sagt Grafe.

„Teilweise sind die Personen nicht vollumfänglich verfügbar.“ Es gebe Anfragen von Leuten, die beispielsweise berufstätig seien und zeitlich deshalb nicht so flexibel seien, wie es womöglich gebraucht wird. „Nehmen wir an, der Senior hat seinen Termin freitags um 8.30 Uhr und er braucht seinen Impfpaten als Fahrer. Wenn der zu der Zeit aber arbeiten muss, funktioniert das nicht“, erklärt Grafe. Deshalb seien einige durchaus geknickt, wenn sie nicht als Impfpaten eingesetzt werden können. „Den Leuten muss bewusst sein, dass sie vollumfänglich zur Verfügung stehen müssen“, macht Grafe noch einmal deutlich. Was sollte ein Impfpate also mitbringen, um geeignet zu sein? „Ein Auto, Internetkenntnisse und vor allem Zeit“, beantwortet Grafe.

Die meisten Bakumer erhalten Hilfe von ihrer Familie

Nach dem Anschreiben der Gemeinde an die Senioren, hätten sich auch schon 4 Personen gemeldet und ihr Interesse an einem Impfpaten bekundet. Einige Impfpaten sind schon vermittelt. Im Grunde gehe Grafe aber davon aus, dass die meisten älteren Bakumer auf ihr familiäres Umfeld bauen können. „Wir schätzen, dass etwa 10 bis 15 Prozent der rund 300 Senioren Unterstützung von einem Impfpaten brauchen“, sagt Grafe.

Impfwillige Senioren über 80, die das Angebot der Gemeinde in Anspruch nehmen möchten, melden sich unter Telefon 04446/8925. Dann wird der passende Impfpate vermittelt. Wer sich zudem selbst als Impfpate zur Verfügung stellen möchte, kann sich unter Telefon 04446/8923 melden.


Bei Waltraud Varelmann im Mehrgenerationen- und Familienbüro in Goldenstedt seien ebenfalls schon mehrere Anfragen von möglichen Impfpaten wie Senioren eingegangen. Etwa 16 Impfpaten hätten sich bereits zur Verfügung gestellt, sagt Varelmann. Vermittelt werden diese aber erst, wenn der Termin für Impfung feststeht. Hilfe bei der Anmeldung und Terminvergabe leistet Varelmann vom Mehrgenerationenbüro.

Die Impfpaten werden vorrangig als Fahrer und Begleitpersonen benötigt. Sie sollten außerdem dafür sorgen, dass der Impfwillige alle Unterlagen für den Termin dabei hat. Wenn Unterstützung bei der Zusammenstellung der Unterlagen gebraucht wird, steht ebenfalls der Impfpate helfend zur Seite, versichert Varelmann.

Einige Goldenstedter sind überfordert

Rund 20 Senioren hätten sich am Montag und Dienstag schon beim Mehrgenerationenbüro gemeldet. „Meist ging es um allgemeine Fragen rund um die Terminvergabe“, sagt Varelmann. Viele seien mit der Anmeldung, der Terminvergabe und den Unterlagen überfordert. Auch konkrete Wünsche hinsichtlich der Impfpaten seien schon geäußert worden. Varelmann schätzt, dass sich ab Donnerstag, wenn das Anmeldeverfahren beginnt, vermehrt Senioren mit Fragen bei ihr melden werden.

Wer sich als Impfpate engagieren möchte, kann sich im Mehrgenerationen- und Familienbüro Goldenstedt unter Telefon 04444/204300 melden. Auch Senioren, die Hilfe benötigen, können sich dort melden.

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