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Skiclub Vechta kommt dem goldenen Stern ganz nah

Die Winter- und Erholungsreisen für an Krebs erkrankte Kinder und Jugendliche erfahren große Wertschätzung beim Wettbewerbsfinale in Berlin. Der Bundespräsident würdigt das Engagement der Vereine.

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Gute Laune in den Bergen: Bei den Winter- und Erholungsreisen des Skiclubs Vechta, wie hier zuletzt vor 2 Jahren im italienischen Madonna di Campiglio, erleben die jungen Menschen und ihre Betreuer ein besonderes Gemeinschaftsgefühl. Foto: Skiclub Vechta

Gute Laune in den Bergen: Bei den Winter- und Erholungsreisen des Skiclubs Vechta, wie hier zuletzt vor 2 Jahren im italienischen Madonna di Campiglio, erleben die jungen Menschen und ihre Betreuer ein besonderes Gemeinschaftsgefühl. Foto: Skiclub Vechta

Für den ersten Platz sollte es zwar nicht reichen, aber die Anerkennung von höchster Stelle war allen Wettbewerbsteilnehmern sicher: Bei der Verleihung des „Großen Sterns des Sports in Gold" würdigte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ausgewählte Vereine aus ganz Deutschland für ihr gesellschaftliches Engagement. Dazu zählt auch der Skiclub Vechta, der Winter- und Erholungsreisen für an Krebs erkrankte Kinder und Jugendliche organisiert.

Der Vorstand um Almute Klein wäre gerne zur Feierstunde nach Berlin gefahren, um persönlich nach dem „goldenen“ Stern zu greifen, aber die Preisverleihung musste am Montag wegen der Corona-Pandemie in digitaler Form über die Bühne gehen. Publikum war nicht zugelassen. Die heimischen Vertreter trafen sich in der Volksbank in Vechta und waren bei der Veranstaltung, moderiert von Katrin Müller-Hohenstein, im Live-Stream zugeschaltet.

Der Skiclub Vechta war bereits im vergangenen Dezember auf Landesebene mit einem silbernen Stern ausgezeichnet worden und durfte nun mit 16 weiteren Bewerbern auf die höchste Auszeichnung im Wettbewerb „Sterne des Sports“ hoffen, die der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) sowie die Volksbanken und Raiffeisenbanken jährlich für herausragendes gesellschaftliches Engagement in Sportvereinen übergeben.

Skiclub-Vorsitzende Almute Klein (2. von rechts) und ihre Mitstreiter trafen sich am Montag in der Volksbank in Vechta, um gemeinsam mit den Vorständen Herbert Hermes (links) und Dr. Martin Kühling (rechts) das Wettbewerbsfinale im Live-Stream zu verfolgen. Foto: VolksbankSkiclub-Vorsitzende Almute Klein (2. von rechts) und ihre Mitstreiter trafen sich am Montag in der Volksbank in Vechta, um gemeinsam mit den Vorständen Herbert Hermes (links) und Dr. Martin Kühling (rechts) das Wettbewerbsfinale im Live-Stream zu verfolgen. Foto: Volksbank

Den ersten Platz beim Bundesfinale, dotiert mit 10.000 Euro, belegte der Verein „congrav new sports“, der einen Treffpunkt für Trendsportarten in Halle an der Saale aufbauen will. Das Preisgeld hätten auch die Vechtaer gerne eingestrichen. Aber Grund zur Enttäuschung gab es nicht. „Schon die Nominierung ist eine tolle Auszeichnung. Sie würdigt die große ehrenamtliche Arbeit, die wir in unser Projekt stecken“, erklärte die Clubvorsitzende.

"Diese Auszeichnung richtet sich an die vielen Ehrenamtlichen in den Vereinen, die auch jenseits des Sporttreibens etwas für die Gesellschaft tun – und das war vielleicht nie so wichtig wie in den vergangenen 2 Jahren."Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

„Diese Auszeichnung richtet sich an die vielen Ehrenamtlichen in den Vereinen, die auch jenseits des Sporttreibens etwas für die Gesellschaft tun – und das war vielleicht nie so wichtig wie in den vergangenen 2 Jahren“, erklärte Bundespräsident Steinmeier mit Blick auf die Pandemie. Er bezeichnete die Ehrenamtlichen als „Menschen, die die Gesellschaft mit großer Selbstverständlichkeit am Laufen halten“.

Seit 2009 organisiert der Skiclub Vechta alle 2 Jahre eine Reise

DOSB-Präsident Thomas Weikert fügte in seinem Grußwort hinzu, dass der Breitensport erneut ein herausforderndes Jahr hinter sich habe und gratulierte den Teilnehmern des Bundesfinales: "Mit Ihrer ehrenamtlichen Arbeit und der Initiierung kreativer Projekte haben Sie in dieser schwierigen Zeit einen enormen Beitrag für die Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhaltes geleistet.“

Die lobenden Worte dürften auch für Almute Klein und ihre Mitstreiter eine Motivation sein, ihre erfolgreiche Arbeit fortzusetzen. Bereits seit 2009 organisiert der Skiclub Vechta alle 2 Jahre eine Winter- und Erholungsreise für an Krebs erkrankte Kinder und Jugendliche. Das Projekt wird komplett durch Spenden finanziert. Auch Skitrainer und Betreuer stellen sich ehrenamtlich zur Verfügung.

Die jungen Teilnehmer können bei dem Ausflug ihre Sorgen im Tal lassen. Sie haben während der mehrtägigen Skifreizeit die Chance, Kraft zu tanken und Lebensfreude zu spüren. Diese Erfahrung hat auch Robin bei dem vergnüglichen Zeitvertreib in den schneebedeckten Bergen gemacht: „Man vergisst alles da oben, man ist ein neuer Mensch“, erklärt der 17-Jährige im Interview mit einem Filmteam.

Was die Organisatoren neben der Wertschätzung und dem Selbstvertrauen, das die jungen Teilnehmer während der Winter- und Erholungsreisen erfahren können, immer wieder beeindruckt, ist der vertrauensvolle Umgang in der Gemeinschaft. Die Kinder und Jugendlichen würden zusammen lachen und auch weinen, sich im Gespräch mit anderen Krebskranken öffnen und über ihre Ängste sprechen.

Gruppendynamik wird auch auf der Piste deutlich

Diese Gruppendynamik wird auch auf der Piste deutlich. „Es ist es nicht schlimm, falls man irgendwas nicht schafft“, sagt der 21-jährige Tobias. Auch ihm sei das Skifahren anfangs nicht so leicht gefallen, weil er aufgrund seiner Krankheit weniger Kraft und Ausdauer gehabt habe. Inzwischen sei er schon mehrfach mitgefahren. Alle Teilnehmer würden mit einem Lächeln einbezogen, niemand ausgeschlossen.

Laut Almute Klein, die auch Vorsitzende im Verein „Hilfe für krebskranke Kinder Vechta“ ist und somit ein wichtiges Bindeglied bei dem Projekt darstellt, haben schon mehrere hundert Kinder und Jugendliche an den Reisen des Skiclubs teilgenommen. In diesem Winter muss die Tour ins italienische Madonna di Campiglio wegen des Infektionsrisikos ausfallen. Aber dafür soll es im nächsten Jahr wieder auf die Piste gehen.

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