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Silvia Breher traut sich Amt als Ministerin zu

Die CDU-Bundestagsabgeordnete aus Lindern bewirbt sich erneut um ein Direktmandat. Ihre Fachbereiche sind die Familien- und die Agrarpolitik.

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Setzt auf Experten vor Ort: Die CDU-Abgeordnete und stellvertretende Parteivorsitzende Silvia Breher in Lindern. Foto: Tzimurtas

Setzt auf Experten vor Ort: Die CDU-Abgeordnete und stellvertretende Parteivorsitzende Silvia Breher in Lindern. Foto: Tzimurtas

Hier ein „Hallo“ für eine Radlerin, da ein „Moin“ für einen Passanten. Silvia Breher muss immerfort Grüße erwidern, wenn sie in Lindern unterwegs ist. Die Dorfbewohner kennen sie oft von klein auf. Breher ist hier aufgewachsen, auf einem Bauernhof im Ortsteil Garen. Die 48-jährige Mutter von drei Kindern lebt auch heute in Lindern – und ist inzwischen eine bedeutende Politikerin.

Dennoch: Die regionale Bundestagsabgeordnete und stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Breher ist trotz ihrer politischen Blitzkarriere für die Leute die Silvia aus Lindern geblieben. Nah am Menschen zu sein, das ist ebenso ein Grundsatz ihrer politischen Arbeit. Sie habe ein „breites Netz aufgebaut“ mit Vertretern verschiedener Fachbereiche.

Der Austausch mit den Experten aus ihrem Wahlkreis Cloppenburg-Vechta helfe ihr, „Dinge zu verändern“, sagt sie. Und das bezieht sich nicht nur auf ihre eigentlichen Politikfelder „Familie“ und „Landwirtschaft“.

Breher sieht sich als Anwältin der Region. Einer der Erfolge ihrer Basisarbeit in einem Gesetzgebungsverfahren: Die 100-prozentige Refinanzierung der Tarifsteigerungen beim Lohn für Pflegekräfte durch die Krankenkassen gilt auch für Fachkräfte in der ambulanten Pflege.

Breher, die zuvor als selbstständige Rechtsanwältin gearbeitet hat und Geschäftsführerin des Kreislandvolkverbandes Vechta war, gehört dem Bundestag seit 2017 an. Bereits bei ihrer Wahl sorgte sie für bundesweite Schlagzeilen. Denn Breher war die Stimmenkönigin. Sie errang mit 57,7 Prozent das deutschlandweit höchste Ergebnis für ein Direktmandat.

Sie sprach Klartext mit Laschet, Merz und Röttgen

Nun blickt sie auf vier turbulente Jahre politischer Tätigkeit zurück: Die Drohung der CSU, die Unionsfraktion wegen Unterschieden zur CDU in der Flüchtlingspolitik zu verlassen. Die Bauernproteste, die sich auch gegen die Politik der großen Koalition richteten. Das Ringen in der CDU zwischen Armin Laschet, Friedrich Merz und Norbert Röttgen um den Parteivorsitz. Die Frage der Kanzlerkandidatur in der Union.

Breher, die noch im Dezember 2018 unter dem CDU-Vorsitz von Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK) zur Partei-Vizechefin gewählt wurde, betont: „Für mich ist immer wichtig, dass jeder weiß, was ich denke.“

Sie nennt dieses Beispiel: Als es um die Nachfolge von AKK ging, da habe sie mit Laschet, Merz und Röttgen Einzelgespräche geführt, allen drei Bewerbern erläutert, wo sie deren Stärken und Schwächen sieht.

"Es geht nicht um mich, sondern darum, wie wir als Union ein bestmögliches Ergebnis bekommen."Silvia Breher

Breher hat derweil in der Partei immer mehr tragende Rollen erhalten. In Niedersachsen gibt sie im Wahlkampf der CDU landesweit ein Gesicht. Der CDU-Bundesvorsitzende und Unionskanzlerkandidat Laschet hat sie in sein „Zukunftsteam“ berufen.

Wird Breher, die zudem Chefin des CDU-Landesverbandes Oldenburg ist, im Fall eines Wahlsieges oder einer Regierungsbeteiligung der Union Ministerin? Traut sie sich solch ein Amt zu? „Ich bin mir sicher, dass ich das kann“, sagt sie. Aber die entscheidende Frage sei, wie die Union nach der Bundestagswahl dastehe. „Es geht nicht um mich, sondern darum, wie wir als Union ein bestmögliches Ergebnis bekommen.“ Das sei von großer Bedeutung, um inhaltliche Ziele umzusetzen.

Gerechte Bezahlung für Landwirte gehört zu ihren Zielen

Dazu gehören diese: Um eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen, tritt Breher für ein Familienzeitkonto ein. Das Modell dazu hat sie mit ausgearbeitet. Demnach sollen Eltern auf Konten angesparte Arbeitszeiten - etwa Überstunden – einsetzen können, um in der Familienphase ohne finanzielle Abstriche weniger zu arbeiten.

Für Landwirte will sie eine gerechte Bezahlung für mehr Leistungen beim Tierwohl erreichen. Hier hat sie an einer Fondslösung mit anderen CDU-Politikern mitgewirkt.

Und wie sieht es beim Klimaschutz aus? Sie plädiert beispielsweise für Förderinstrumente, damit Gebäude energetisch saniert werden können und Photovoltaikanlagen auf die Dächer kommen. Sie setzt auf Innovationen, die zugleich für neue Jobs sorgen. „Unser Ziel ist, Industrieland zu bleiben und klimaneutral zu werden“, sagt sie.

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