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Sie liebt lebhafte Diskussionen und hält Fernsehen für Zeitvergeudung

Sehr persönliche Ansichten – immer dieselben 10 Fragen: Dieses Mal: die in Bühren lebende Geschäftsführerin des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) in Vechta, Christiane Priester.

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Hätte gerne mit Astrid Lindgren gesprochen und vermisst das Hühnerfrikassee ihres Vaters: Christiane Priester. Foto: Berg

Hätte gerne mit Astrid Lindgren gesprochen und vermisst das Hühnerfrikassee ihres Vaters: Christiane Priester. Foto: Berg

Und? Wie ging es in letzter Zeit?
Durchwachsen nennt man das wohl: Mit der Geschäftsführung habe ich beim SkF Vechta vor ein paar Monaten eine tolle neue berufliche Aufgabe übernommen. Das ist auch für mich persönlich eine Bereicherung und ein generell spannendes Thema. Aber leider sind aktuell viele Menschen in meinem beruflichen und privaten Umfeld von den zahlreichen Infektionskrankheiten betroffen. Die berufstätigen Mütter sind bei uns enorm gefordert. Mich hatte im Dezember auch eine Grippe erwischt. Aber alle unterstützen sich gegenseitig. Das tut gut. Eine Freundin hat für mich Suppe gekocht. Gute Freunde und Kollegen sind immer unersetzlich.

Was haben Sie sich einmal so richtig gegönnt?
Meine materiellen Ansprüche sind nicht besonders ausgeprägt. Mein ältester Sohn bezeichnet mich darum immer wieder als die vernünftigste Person, die er kennen würde. Ich gönne mir aber regelmäßig schönes Essen mit lieben Menschen in guten Restaurants hier in der Region. Mein höchstes Luxusgut ist allerdings geschenkte Zeit, die ich dann gerne mal für mich ganz allein nutze. Das habe ich mir in der Woche vor Weihnachten gegönnt.

Wenn Sie Königin von Deutschland wären: Was gehört als Erstes abgeschafft?
Ich würde gerne eine Sache abschaffen und eine Sache herstellen. Beides gehört in wesentlichen Teilen zusammen. Herstellen würde ich Gleichberechtigung zwischen allen Menschen. Da geht es mir natürlich besonders um die Gleichberechtigung von Frauen und Männern. Aber ebenso wichtig ist es, dass Menschen wegen ihrer Herkunft, ihrer Religion, ihrer sexuellen Orientierung nicht benachteiligt werden dürfen. Und abschaffen würde ich soziale Ungerechtigkeit, vor allem in Bezug auf Familien, Bildung und gesellschaftliche Teilhabe. Ich würde es dann wohl so einrichten, dass die Königin von Deutschland mit Zauberkräften ausgestattet sein sollte, damit das dann auch ganz schnell umgesetzt werden kann.

Welchen Traum werden Sie sich als nächsten erfüllen können? 
Im kommenden Sommer werde ich mein zweites Masterstudium abgeschlossen haben. Vor 12 Jahren hätte ich mir im Traum nicht vorstellen können, dass ich überhaupt in meinem Leben ein Studium beginnen würde. Heute fühlt sich die Erinnerung an das erste Semester im Bachelorstudiengang der Sozialen Arbeit wie ein vergangener Traum an.

Was tun Sie am liebsten?
Am allerliebsten verbringe ich Zeit mit anderen Menschen. Ich liebe Gespräche und auch lebhafte Diskussionen. Ich freue mich darüber, wenn ich durch mein ehrenamtliches Engagement helfen kann. Ich bin davon überzeugt, dass Kommunikation das wichtigste Element für persönliche und gesellschaftliche Entwicklung ist. Besonders intensive Freude habe ich aber an den Gesprächen mit meiner kleinen Enkelin, die 22 Monate alt ist. Sie nimmt jedes Wort und jede Erzählung mit allen Sinnen auf.

Welche Eigenschaften mögen Sie an sich selbst? Und welche nicht? 
Meine besten Freundinnen kritisieren an mir schon mal, dass ich gerne recht haben möchte und dass es unfair wäre, dass ich dann auch noch häufig Recht bekommen würde. Aber sie sagen auch, dass man sich auf mich verlassen könne und dass ich für viele Dinge eine Lösung wüsste oder finden könne.

Welche TV-Sendung mögen Sie am liebsten?
Zum Thema Fernsehprogramm muss ich leider völlig passen. Mein alter Röhrenfernseher ist vor 10 Jahren kaputtgegangen. Seitdem habe ich keinen Anlass gesehen, mir ein neues Gerät zuzulegen. Ich schaue also kein TV. Ehrlich gesagt, empfinde ich es als eine Form von Zeitvergeudung. Für mich hat TV keinen positiven Sinn. Ich bin in der Zeit, die ich für mich habe, lieber analog unterwegs. Ich mag auch sehr gerne Stille, wenn ich allein bin.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal treffen?
Ich würde gerne mit Astrid Lindgren sprechen. Sie war zu ihrer Zeit eine sehr emanzipierte Frau. Sie war sehr klug. Ihre Bücher haben Kinder und Eltern gelehrt, dass Kinder Kinder sein sollten und Erwachsene das kindliche Denken nicht aufgeben sollten: Mutig sein! „Das haben wir noch nie probiert, also geht es sicher gut.“ (Pippi Langstrumpf)

Was würden Sie gerne einmal wieder essen?
Wir hatten in meiner Kinderzeit noch am Samstag Schule. Das würden sich sicher viele Eltern heute noch wünschen. Wenn wir mittags nach Hause kamen, hatte mein Vater für uns Mittagessen gekocht, weil meine Mutter samstags arbeiten musste. Das wunderbare Hühnerfrikassee meines Vaters würde ich gerne einmal wieder essen. Leider ist mein Vater schon vor 10 Jahren gestorben.

Welches Thema in OV und MT hat Sie am meisten beschäftigt?
Regionalpolitische Themen sind bei mir ein Dauerbrenner. Ich informiere mich gerne darüber, was politische Gremien gerade beschäftigt und worüber sie beschließen. Ich bin auch selbst in der Regionalpolitik aktiv. In den letzten Wochen habe ich besonders interessiert die vielen Berichte über die zahlreichen Hilfs- und Spendenaktionen gelesen.


Zur Person:

  • Christiane Priester lebt in Bühren, ist 54 Jahre alt, geschieden, hat drei erwachsene Söhne und eine Enkeltochter.
  • Berufliche Qualifikationen: Examinierte Krankenschwester mit 20 -jähriger Berufserfahrung, Sozialarbeiterin (MA), Sozial- und Pflegeberaterin.
  • Beruflicher Werdegang beim SkF Vechta: Sozialarbeiterin für rechtliche Betreuungen (seit 2017), Fachbereichsleitung des Betreuungsvereins (seit 2018), Geschäftsführerin (seit September 2022).
  • Hobbys: Familie, Ehrenamt, Politik (Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Cloppenburg), Singen, Sauna, Lesen, Kartenspiele.

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