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Shoppen statt Schule

Immer lauter fordern Lobbyvertreter und lokale Politiker Lockerungen in Handel und Gastronomie – unabhängig von den Infektionszahlen. Für die Schulen aber bleiben sie wichtig. Logisch ist das nicht.

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Wer am lautesten schreit, der hat nicht immer recht. Aber er wird gehört. Deshalb sei durch diese Zeilen ein lauter Schrei abgesetzt für alle Kinder von Klasse 5 an, die im Oldenburger Münsterland leben. Sie werden ihre Schule bis Ostern nicht von innen sehen. Und ob es nach den Ferien mit Präsenzunterricht weitergeht, ist äußerst ungewiss. Seit Wochen ist die 7-Tage-Inzidenz über 100. Warum sollte sie plötzlich sinken?

Laute Schreie hören wir von den kommunalen Spitzenverbänden. Sie schlagen vor, nachts eine Ausgangssperre zu verhängen und tagsüber die Läden zu öffnen. Auch die Landräte vor Ort wurden unlängst sehr laut, um dem Handel zu helfen. Und nun folgt unter anderem die CDU im Kreis Vechta, die auf Basis des Tübinger Modells denen mehr Freiheit bieten will, die verbrieft negativ getestet sind. Alle schreien für die Wirtschaft, keiner für die Kinder.

Was ist nun mit den Schulen? Für die kann der Inzidenzwert anscheinend weiter gelten, auch wenn er ansonsten zu Recht als problematisch empfunden wird. Wir haben ja den „Distanzunterricht“ als digitale Alternative. 

Erwachsene gehen ins Homeoffice. Aber seien wir ehrlich: Homeoffice ist cool, wenn es uns lange Wege erspart und wir uns die Zeit am PC frei einteilen können. Wenn wir die Kollegen vermissen, das Internet kollabiert oder alles nervt, wollen wir schnell wieder zurück ins Büro. Corona hin, Pandemie her.

Homeschooling ist für Kinder noch anstrengender. Sie brauchen den Lehrer oder die Lehrerin fürs Lernen und die Klassengemeinschaft für ihre sozialen Kontakte. Kinder sind nicht nur genervt; sie leiden. Sie warten jetzt weiter – auf unbestimmte Zeit. Zum Trost können wir ja mit ihnen shoppen gehen.

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