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Seniorenhof Visbek: Die Bewohner sind da, das Leben beginnt

Im Juni letzten Jahres zogen die ersten Bewohner ein. Im Frühsommer soll alles fertig sein. Die Geschäftsführer berichten von den ersten Erfahrungen.

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Wollen Senioren ein möglichst eigenständiges Leben ermöglichen: Die Visbeker Stephanie und Erdal Zurhake-Gümüs. Foto: E. Wenzel

Wollen Senioren ein möglichst eigenständiges Leben ermöglichen: Die Visbeker Stephanie und Erdal Zurhake-Gümüs. Foto: E. Wenzel

Wie eine kleine Siedlung wirkt der Seniorenhof Visbek. Direkt an einer Ortseinfahrt Visbeks ist er zu finden. Im Juni soll alles auf der 1,8 Hektar großen Fläche fertig sein, sagen die Geschäftsführer Stephanie und Erdal Zurhake-Gümüs.

Im Juni 2021 hatte das Paar ein erstes Etappenziel erreicht: Damals zogen die ersten Bewohnerinnen und Bewohner ein. 44 sind nun im Seniorenhof zuhause. Sie leben in fünf der sechs Wohnhäuser. In jedem Objekt sind zwölf Wohneinheiten à 40 bis 45 Quadratmeter zu finden – teils mit Terrasse oder Balkon.

Dazu kommen je ein Gemeinschaftsraum, Wäscherei und Küche  sowie ein Kleingarten. Treffen können sich die Bewohnerinnen und Bewohner auch in der Parkanlage in der Mitte der oval-förmig angelegten Häuser. Das Gebäude der Tagespflege wird noch gebaut. Es soll im Juni fertig sein.

Für das Betreiber-Paar ist es das Highlight der Anlage: In das Gebäude der Tagespflege sollen ein Friseur, eine Fußpflege und eine Podologie ziehen. Die Seniorinnen und Senioren seien vielleicht gesundheitlich eingeschränkt, aber keine "kleinen Kinder", erklärt Stephanie Zurhake-Gümüs. Ihr Anspruch sei, die Selbstständigkeit der Hof-Bewohnerinnen und Bewohner so weit wie möglich zu erhalten.

Hier entsteht ein Dorf im Dorf: In dem Seniorenhof leben die Bewohner wie Mitbewohner zusammen – nur mit Betreuung. Foto: E. WenzelHier entsteht ein "Dorf im Dorf": In dem Seniorenhof leben die Bewohner wie Mitbewohner zusammen – nur mit Betreuung. Foto: E. Wenzel

Gleichzeitig werde dort Hilfe angeboten, wo es nötig sei – sei es über die 24-Stunden-Betreuung oder die Tagespflege. Dafür sorgen 45 Mitarbeiter.

Einziehen könnten Menschen mit einem Pflegegrad von 1 bis 5, sagt Erdal Zurhake-Gümüs. Um die Demenzkranken zu schützen, sei das Gelände eingezäunt. Es liege sehr zentral; ein Spaziergang nach Visbek sei daher immer möglich.

Die gesamte Anlage sei barrierefrei. Die Bewohner könnten vor dem Einzug ihre Zimmer selbst einrichten; die Aufenthaltsräume seien es bereits. Die vielen großen Fenster sollen helfen, dass diejenigen, die nicht mehr so mobil sind, sich nicht eingesperrt fühlen. Aktuell etwa, erzählt Stephanie Zurhake-Gümüs, sind die Bauarbeiten der "Blickfang". 

Den Bewohnern und Pflegerinnen gefällt das Konzept der Visbeker

Einer der Bewohner ist der 90-jährige Hans Kröger. Er wohne seit 4 Monaten im Seniorenhof, erzählt er. Er sei mit seiner Frau eingezogen. Sie sei dement, pflegebedürftig, brauche Hilfe. Die Umstellung sei ihm nicht leicht gefallen. Er sei sein ganzes Leben lang selbstständig gewesen. Doch er könne sich nichts Besseres vorstellen, als jetzt im Seniorenhof zu leben. Ihm gefalle besonders die Gemeinschaft in den Einheiten. 

Auch die Pflegerinnen sehen Unterschiede zu anderen Wohnprojekten. Der Umgang mit den Bewohnern sei sehr familiär und viel persönlicher als sonst, berichtet Patricia Huber. Sie arbeitet seit der Eröffnung als Pflegehilfskraft im Seniorenhof. Seit 30 Jahren sei sie Pflegehelferin.

„Wir wollen uns aus dem Dorf nicht ausklinken“Stephanie Zurhake-Gümüs

Ein weiterer Punkt, der dem Visbeker Betreiber-Ehepaar wichtig ist: "Wir wollen uns aus dem Dorf nicht ausklinken", erklärt Stephanie Zurhake-Gümüs. Es sei geplant, mit den Kindergärten und Grundschulen in der Gemeinde zusammenarbeiten. Letzte Woche habe ein Kurs der Benedikt-Schule den Seniorenhof besichtigt.  Aktuell arbeiten einige Schüler als Hilfskräfte am Wochenende in den Häusern.

Der Visbeker Seniorenhof hat einen Modellcharakter. Deswegen erhielten die Zurhake-Gümüs eine Förderung des Landes Niedersachsen für innovative Wohnformen im Alter. Wie viel das Projekt sie insgesamt kostet, wollten die Geschäftsführer nicht verraten. Es sei aber durch steigende Preise im Bausektor teurer geworden.

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