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Senioren-Lebenshelferin assistiert im Alter

Die Goldenstedterin Claudia Munke will Senioren ein möglichst eigenständiges Leben ermöglichen. In fast allen Bereichen des Alltags steht sie zur Seite.

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Als Lebenshelferin will sie Senioren ein würdevolles Leben ermöglichen: die Goldenstedterin Claudia Munke. Foto: E. Wenzel

Als Lebenshelferin will sie Senioren ein würdevolles Leben ermöglichen: die Goldenstedterin Claudia Munke. Foto: E. Wenzel

Die Hecke ist zu hoch, das Kochen zu anstrengend, die Versicherungsunterlagen werden immer komplizierter – das Leben wird im Alter nicht leichter. Viele Senioren wollen trotzdem so lange wie möglich zu Hause leben. Dort, wo Probleme aufkommen, hilft Claudia Munke. Sie ist eine Senioren-Lebenshelferin. 

In der Corona-Zeit hat sich die 44-jährige Goldenstedterin selbstständig gemacht. Dabei arbeitet sie zusammen mit dem Berliner Franchise-Unternehmen SeniorenLebenshilfe. Dort habe sie auch eine Online-Schulung gemacht, die sie auf den Beruf vorbereitet hat, berichtet sie.

"Eigentlich mache ich alles", scherzt Claudia Munke. Sei es putzen, organisatorische und Postangelegenheiten, das Begleiten zu Terminen oder die Freizeitgestaltung. Ihre Aufgaben seien von den Wünschen der Senioren abhängig. Bei einem älteren Mann koche sie, bei einer Frau putze sie, woanders gehe sie hauptsächlich mit der Seniorin spazieren. Auch für Gespräche stehe sie zur Verfügung. Das Ziel sei es, dass sich die Älteren zu Hause wohlfühlen.

Früher haben sich noch die Kinder um ihre Eltern gekümmert, jetzt nicht mehr

Die Zeiten hätten sich geändert, erklärt die Goldenstedterin. Früher hätten sich noch die Kinder um ihre Eltern gekümmert. Das sei heute nicht mehr so. Oft seien die Kinder selbst beruflich oder privat so eingespannt, dass sie sich nicht mehr um ihre Eltern kümmern könnten. Dennoch wollten diese die Möglichkeit haben, so lange wie möglich zu Hause zu wohnen. Das will Munke ihnen ermöglichen.

Claudia Munkes Arbeit jetzt unterscheidet sich von dem herkömmlichen Pflegeangebot für Senioren, wie zum Beispiel in  Pflegeheimen. Zum einen: Sie übernimmt in der Regel keine Pflegeaufgaben. Dafür arbeitet sie mit einem Pflegedienst zusammen, der diesen Bereich abdeckt. In der Regel ist sie zuständig für Senioren mit einem Pflegegrad bis 3. Sollte sich der Zustand ihrer Kunden verschlechtern, kann sie zu den richtigen Anlaufstellen vermitteln. Für den Fall habe sie ein Netzwerk an Kontakten, erläutert Munke.

Vor ihrer Selbstständigkeit hat die gelernte Friseurin mehrere Jahre bei einem mobilen Pflegedienst gearbeitet. Das hab sie zwar gerne gemacht, sie äußert aber auch Kritik, besonders bei einem Punkt: Sie habe die nötige Zeit für die Senioren nicht gehabt. "Man kann nicht sagen, dass man eine Viertelstunde länger bleibt, weil es dem Senioren nicht gut geht", erklärt die Goldenstedterin. Sie habe immer die Zeit im Nacken gehabt. "Das ist nicht das, was ich eigentlich machen wollte. Ich wollte Zeit für die Senioren haben", gibt die 44-Jährige zu. Dazu käme, dass Pflegepersonal weiterhin unterbezahlt sei.

Den Schritt in die Selbstständigkeit bereut Munke nicht

Persönlich hätten sie auch die Überstunden, der Schichtdienst und die Wochenendarbeit belastet. Sie kündigte ihren Job. Die Leidenschaft für die Arbeit mit Senioren blieb aber, weswegen Munke im Internet nach anderen Jobs suchte. Durch Zufall stieß sie auf die SeniorenLebenshelfer. Nach einem Gespräch mit einem der Unternehmensführer, Benjamin Braun, machte sich Munke selbstständig. Sie habe zwar erst Angst und Zweifel gehabt, doch war dann positiv von der Resonanz überrascht. Ohne viel Werbung sei sie in Goldenstedt auf Interesse gestoßen.

Sie betreut nun acht bis zehn Senioren. Jeweils ein Mal in der Woche besucht sie diese zu festen Zeiten und hilft da, wo es gewünscht ist. Ihre Hoffnung habe sich erfüllt: Als Lebenshelferin habe sie die Zeit für die Senioren. So sei es auch möglich, ein stärkeres Vertrauensverhältnis aufzubauen, erklärt Claudia Munke. Mittlerweile hätten sich zwischen ihr und ihren Kunden Freundschaften aufgebaut. Die Senioren könnten die Lebenshelferin auch jederzeit privat anrufen, falls es ein Problem gebe. Ein Vorteil sei auch, dass die 44-Jährige Plattdeutsch spricht. Viele ältere Menschen unterhalten sich noch auf Platt, wodurch Munke einen Verbindungspunkt zu ihnen hat.

Außerdem kann Munke den Senioren auch andere kleine Freuden zubereiten. Eine ältere Dame habe sich zum Beispiel sehr gefreut, als die gelernte Friseurin ihr die Haare geschnitten hat.

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