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Selbstjustiz: 19-Jähriger rächt sich für Schwester

Alles dreht sich um folgende Frage: Wurde ein Mädchen in Barßel sexuell belästigt? Davon ging ein Barßeler aus – und verprügelte einen 20-Jährigen. Dabei ist dessen Schuld nicht bewiesen.

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Symbolfoto: Bänsch

Symbolfoto: Bänsch

Mit einer Art Selbstjustiz musste sich das Jugendgericht am Cloppenburger Amtsgericht beschäftigen. Angeklagt wegen Körperverletzung war ein 19-Jähriger aus Barßel. Er soll einen 20-Jährigen zusammengeschlagen und dem Opfer die Nase gebrochen haben. Nach der Vorstellung des Angeklagten soll es sich bei dem Opfer um den Mann handeln, der seine Schwester sexuell belästigt haben soll.

Eine mögliche Schuld des Opfers ist bei Weitem nicht erwiesen. Das aber soll dem 19-Jährigen egal gewesen sein. Dass eine Art Selbstjustiz aber nicht hinnehmbar ist, darauf wies das Gericht hin. Und damit so etwas nicht wieder vorkommt, schickte das Gericht den jungen Mann in einen sozialen Trainings-Kurs. Ob das den Barßeler jetzt beeindruckt, bleibt abzuwarten.

Keine Zeit zu warten

Die Informationen über die mutmaßliche sexuelle Belästigung soll der 19-Jährige von seiner um Jahre jüngeren Schwester haben. Auch von einer Bedrohung soll die Rede gewesen sein. Der Barßeler jedenfalls war von der Schuld und der Täterschaft des 20-Jährigen überzeugt. In einem Telefongespräch will er ihn auch an der Stimme erkannt haben. Alles kein Beweis. Und dennoch fuhr er zu dem 20-Jährigen nach Hause.

Eine Anzeige gegen den 20-Jährigen soll bereits erstattet worden sein. Ein möglicher Prozess könnte Anfang des kommenden Jahres stattfinden. Doch das war dem jungen Mann den Feststellungen zufolge zu lang hin. Er nahm die Sache dann selbst in die Hand. Dem 20-Jährigen, den er jetzt aufsuchte, hielt er die Anschuldigungen vor. Der aber bestritt vehement die Vorwürfe. Doch der Angeklagte glaubte das alles nicht. Und die Bestrafung der angeblichen Tat sollte auf dem Fuße folgen. Den Feststellungen zufolge versetzte der 19-Jährige dem 20-Jährigen nun mehrere Faustschläge ins Gesicht. Bilder von der Tat zeigen die Wohnung des 20-Jährigen voll mit Blut und eine schiefe Nase im Gesicht des Opfers.

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