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#Selbstdenken – auch im Internetzeitalter

Kolumne: Irgendwas mit # – Aktivisten fordern, dass Transsexuelle so einfach wie möglich ihr Geschlecht ändern können sollten, juristisch und biologisch. Ein Fall aus England aber mahnt zur Vorsicht.

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Den Genderstern haben Sie bestimmt auch schon bemerkt. Wer von "Schüler*innen“ spricht und schreibt, will nicht nur Jungs und Mädchen ansprechen, sondern auch Menschen, die weder männlich noch weiblich sind (oder sein wollen) – oder aber transsexuell. Sprich: Bei ihnen passt ihr gefühltes Geschlecht nicht zu dem biologischen, mit dem sie auf die Welt gekommen sind.

Ich möchte Ihnen die Geschichte einer früheren Transsexuellen erzählen. Keira Bell ist Mitte Zwanzig und hat erfolgreich den britischen Staat verklagt. Die Richter urteilten, das staatliche Gesundheitssystem NHS habe seine Fürsorgepflicht verletzt und Bell als Mädchen vorschnell gegeben, was sie damals verlangte: Medikamente, Hormone, Operation.

Mit 14 Jahren fing Bell an, sich in ihrem Körper unwohl zu fühlen. Sie habe nicht den Rollenvorstellungen britischer Frauen entsprochen und gedacht, das Problem sei ihr Körper. Mitten im Gefühlschaos der Pubertät wusste Bell nicht, wer sie war; sie wusste nur: Ich will keine Frau werden. So berichtete sie es kürzlich dem spanischen feministischen Portal „Tribuna Feminista“.

Je früher, desto besser - das fordern viele linke Aktivisten

Irgendwann kam sie zu einem Londoner Krankenhaus für Minderjährige, die an Störungen ihrer Geschlechtsidentität leiden. Anstatt der unter Depression und Panikattacken leidenden Jugendlichen zu helfen, taten die Ärzte hier nach Angaben Bells etwas anderes: Sie bestätigten sie in einer irrigen Annahme. Nämlich, dass sie ein Junge sei.

Mit 16 Jahren erhielt sie Medikamente, die ihre Pubertät aufhalten sollten. Mit 17 erhielt sie männliche Hormone und mit 20 wurden ihr die Brüste amputiert, damit sie äußerlich künftig als Mann leben könne. Doch Bells Unwohlsein mit sich selbst hörte nicht auf. Einige Jahre später ließ sie ihr Geschlecht erneut ändern, juristisch und medizinisch, und lebt heute als – lesbische – Frau.

Weltweit, insbesondere aber im angelsächsischen Raum tobt seit Jahren eine Schlacht darum, wie einfach und ab welchem jungen Alter medizinische und juristische Geschlechtsumwandlungen zugelassen werden können. Der Konsens der linken Identitätspolitik ist dabei: Je früher, desto besser.

So auch in Deutschland. Auch hier haben die Grünen einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der es Jugendlichen erleichtern soll, ihr Geschlecht zu wechseln. Während junge Deutsche erst ab 18 wählen oder ein Auto kaufen dürfen, sollen sie nach dem Willen der Grünen bereits ab 14 Jahren ihr Geschlecht beim Standesamt ändern lassen können – einfach so, ohne medizinische Diagnose. Und nicht nur ein Mal – nein, jährlich soll das möglich sein! Geschlecht verkommt in diesem Denken zu wenig mehr als einem Gemütszustand.

Eine Geldbuße für's Aussprechen der Wahrheit

Wer den früheren Vornamen oder das ehemalige Geschlecht eines transsexuellen Menschen auch nur fahrlässig ohne dessen Zustimmung benennt, soll künftig mit einer Geldstrafe in Höhe von bis zu 2500 Euro belegt werden. Und das, wie der F.A.Z.-Journalist Thomas Thiel treffend feststellt, obwohl mit Blick auf die Vergangenheit ja nur die Wahrheit gesagt wird. Eine Geldbuße für's Aussprechen der Wahrheit: Da kann einem schwindelig werden. Zu allem Überdruss hat die FDP einen ähnlichen Gesetzesentwurf vorgelegt, der aber wenigstens auf Geldstrafen verzichtet.

Und Keira Bell? Die Frau, die ihre Homosexualität zu akzeptieren gelernt hat, rät Mädchen, weniger Zeit im Internet zu verbringen. Dort sei sie in Richtung Transsexualität manipuliert worden. Jugendlichen im pubertären Gefühlschaos rät sie daher, sich nicht in Rollen drängen zu lassen, sondern "selbstständig zu denken“.


Zur Person:

Philipp Ebert ist Volontär der OV.

Den Autor erreichen Sie unter info@ov-online.de.

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