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Selbst gestaltete Osterkerzen für die Kirchen in Molbergen und Peheim

Mechthild Hartmann hat die Lichtquellen gestaltet. Dabei hat sie das Oster-Motto der Gemeinde "Gott – (D)ein Gesicht geben" aufgegriffen. Ende der Woche sollen die Kerzen nun aufgestellt werden.

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Mechthild Hartmann mit den beiden Kerzen. Die rechte, für Molbergen angefertigte, ist 1,60 Meter groß. Foto: Heinzel

Mechthild Hartmann mit den beiden Kerzen. Die rechte, für Molbergen angefertigte, ist 1,60 Meter groß. Foto: Heinzel

Mechthild Hartmann hat die Osterkerzen für die Kirchen in Molbergen und Peheim kreiert. Sie hat viel ehrenamtliche Arbeit in deren Gestaltung gesteckt. 1,5 Tage verbrachte sie mit der 7 Kilogramm schweren und 1,20 Meter hohen Kerze für Peheim. Die Molberger Kerze ist mit ihren 11,4 Kilogramm, 1,60 Metern Höhe und einem Durchmesser von 10 Zentimetern sogar noch beeindruckender. Mindestens 2 Arbeitstage flossen in die Gestaltung der Kerze für die Kirche St. Johannes Baptist in Molbergen. Pfarrer Uwe Börner habe ihr erzählt, dass es deutschlandweit nur wenige Kerzen in dieser Größe geben würde. Die Gemeinde hat die Kerzenrohlinge organisiert und der Kerzenkünstlerin zur Verfügung gestellt. Insgesamt gibt es fünf Kerzen. Die anderen drei Kerzen für das Franziskus-Stift, die Grönheimer Kapelle und die Dwergter Kapelle wurden durch Mitglieder des Pfarreirates und des Kirchenausschusses gestaltet.

"Man kann im Kopf planen, aber während der Arbeit an der Kerze wird der ursprüngliche Plan oft angepasst und verändert."Mechthild Hartmann

Mechthild Hartmann hat sich bereits im Vorfeld viele Gedanken gemacht, wie sie das diesjährige Motto der Fasten- und Osterzeit in Molbergen und Peheim, "Gott – (D)ein Gesicht geben“, auf den beiden Kerzen umsetzen will. „Es gab einige Nächte, in denen ich stundenlang über die Umsetzung gegrübelt habe“, erzählt Mechthild Hartmann. Als sie die Kerzen fertig geplant hatte, ging es an die Umsetzung. Dafür Bedarf es einer ruhigen Hand, eines guten Auges und natürlich einiger Kreativität. Mechthild Hartmann benutzt zur Gestaltung handwarmes Wachs und ein chirurgisches Skalpell.

Ihre Herangehensweise ist dabei stets gleich: „Man kann im Kopf planen, aber während der Arbeit an der Kerze wird der ursprüngliche Plan oft angepasst und verändert.“ Die Molbergerin arbeitet dabei ohne Schablone, da sind bei der filigranen Arbeit feinmotorische Fähigkeiten gefragt. Für das Anbringen und die Gestaltung von Schriftzügen hat sie inzwischen ein gutes Gefühl entwickelt. „Man wächst mit seinen Aufgaben, wechselt seinen Stil und probiert sich aus“, meint Hartmann, die sich 2004 als Kerzengestalterin selbstständig gemacht hat. In ihrem Atelier an der Beethovenstraße kreiert sie seitdem individuelle Kerzen für Hochzeiten, Geburtstage, Jubiläen und Trauerfälle. Im Hauptberuf ist sie Pädagogische Mitarbeiterin und Inklusionshelferin an der Grundschule. Für sie sei die Arbeit an den Kerzen ein hervorragender Ausgleich.

Hand sichert über ihr stehende Figuren ab

Die Molberger Kerze hat sie folgendermaßen gestaltet. Am Boden trägt sie das Datum 2022, ein Pflanzenstrang verbindet den Boden mit dem Kopf der Kerze. Über der Jahreszahl schwebt eine Hand, die wie ein Netz die über ihr stehenden Figuren absichert. Für die Künstlerin soll dies ausdrücken: „Du kannst nicht tiefer fallen, als in Gottes Hand.“ Die Figuren wiederum spiegeln für die Molbergerin Lebenssituationen. Die in Rot gestaltete Familie, bei der eine Person im Rollstuhl sitzt, habe beispielsweise ihr Kreuz angenommen und sei glücklich. Der schwarze Mann daneben könnte für Trauer stehen. Der nächste Bildabschnitt wird durch das Kreuz und die stilisierte Jesus-Figur dominiert. Fünf Nägel sind in die Kerze getrieben und stehen so für die fünf Wundmale Jesu. Den Hintergrund bilden dabei bunte Mosaiksteine. Ihr Vorschlag: Die Kirche sei so bunt, wie das Leben. Den Abschluss bilden dann die Buchstaben Alpha und Omega – als erster und letzter Buchstabe des griechischen Alphabets stehen sie symbolisch für Anfang und Ende.

Die Kerze für die Kirche St. Anna in Peheim ist etwas anders gestaltet. Sie hat über der Jahreszahl einen Lebensbaum, über dem viele Menschen und ein Kreuz vor dem Hintergrund zahlreicher Köpfe oder Punkte stehen. Die Farben sind hier zurückhaltender und nicht ganz so bunt wie bei der Osterkerze für die Kirche in Molbergen. Die Kerzen warten jetzt nur noch darauf, in den beiden Gotteshäusern aufgestellt zu werden. Sie sind inzwischen mit Kerzenlack versiegelt worden und haben dadurch einen „edlen Touch“ bekommen. Die Osterkerzen werden ab dem Karsamstag in den jeweiligen Gotteshäusern zu sehen sein.

Motive auf der Molberger Kerze. Foto: HeinzelMotive auf der Molberger Kerze. Foto: Heinzel

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